Germersheimer ÜbersetzerlexikonGermersheimer Übersetzerlexikon

Edith SÖDERGRAN, 1892–1923

Edith Södergran (© SLS, Helsingfors)
Edith Södergran (© SLS, Helsingfors)

Die finnlandschwedische Autorin Edith Södergran gilt, vergleichbar Anna Achmatova, Marina Zwetajewa oder Else Lasker-Schüler, als herausragende Gestalt der Moderne. Ihre zwischen 1916 und 1925 erschienenen fünf Lyrikbände haben in Nordeuropa kanonischen Rang. Von Södergrans Leben und Werk sowie den Mythen, die sich um sie ranken, kann sich auch der des Schwedischen nicht mächtige deutsche Leser ein Bild machen, dank zahlreicher Übersetzungen und einschlägiger Aufsätze. Nie allerdings wird in diesen Darstellungen gründlicher auf Södergrans Arbeit als Übersetzerin eingegangen. Das liegt daran, dass das bedeutendste Resultat dieser Arbeit von Södergran selbst vernichtet wurde: das Manuskript der von ihr 1922 ins Deutsche gebrachten Anthologie moderner finnlandschwedischer Dichtung.

Edith Södergran wurde am 4. April 1892 in St. Petersburg geboren, als Kind einer aus dem Großfürstentum Finnland stammenden schwedischsprachigen Familie. Von 1902 bis 1908 besuchte sie das Lyzeum der Petri-Schule am Newski-Prospekt. Deutsch und Russisch waren ihre Bildungssprachen, dazu kamen als weitere an der Schule erlernte Fremdsprachen Französisch und Englisch sowie das Finnische als Umgangssprache in Raivola, wo die Familie ein Sommerhaus besaß. In ihrer Muttersprache Schwedisch erhielt sie keinen Unterricht. Ihre Jugendgedichte, von denen 238 erhalten sind, schrieb sie vorwiegend auf Deutsch (206), einige auf Schwedisch (27), Französisch (4) und Russisch (1), die meisten sind metrisch regelmäßig und haben einen Endreim (Södergran 1992: 198–352; Rahikainen 2014: 24). Der um 1909 erfolgte Wechsel ins Schwedische als Sprache ihrer Poesie korrespondiert mit einer Abkehr von traditionellen Vers- und Strophenformen.

Ihr intellektuelles Profil wurde durch die Umbruchstimmung und das künstlerische Avantgarde-Milieu der Petersburger Jugendzeit geprägt sowie durch zwei lange Aufenthalte in Mitteleuropa zwischen Januar 1912 und März 1914. Zusammen mit ihrer Mutter lebte sie in Hotels und Sanatorien in Arosa und Davos, wo ihre 1909 diagnostizierte Tuberkulose-Erkrankung geheilt wurde. An einem Rückfall starb sie am 24. Juni 1923.

Museums-, Theater- und Konzertbesuche, Ausflüge nach Luzern und an den Vierwaldstädter See, Vertrautwerden mit aktuellen Kunstströmungen wie dem deutschen Expressionismus (Sturm, Else Lasker-Schüler), Nietzsche-Lektüre und Gespräche mit den anderen aus ganz Europa stammenden Hotel- und Sanatoriumsgästen – Edith Södergran wird für ihre Arbeit als Schriftstellerin und Übersetzerin eine Fülle an Bildungserlebnissen und Anregungen mit nach Hause genommen haben (vgl. Rahikainen 2014: 22-28).

Der Krieg, die russische Oktober-Revolution und der finnische Bürgerkrieg von 1917/18 veränderten ihre Lebensbedingungen radikal. Edith Södergran kehrte nicht mehr nach St. Petersburg zurück, sie lebte bis zu ihrem Tod mit ihrer Mutter in großer Armut in Raivola, einem finnischen Ort auf der karelischen Landenge in unmittelbarer Grenznähe zu Russland.[1] Ihre Kasse sei leer, schrieb Södergran Ende Januar 1919 in einem Brief, „lebe vom Verkauf von Möbeln und Hausrat. Vermögen in ukrainischen und russischen Obligationen, Rettung abhängig vom Sturz des Bolschewismus“ (Södergran 1990: 85). Als „Bettler- und Proletarierfamilie“ bezeichnete sie sich im August 1919 (ebd.: 103) und im April 1920 berichtete sie Hagar Olsson vom Versuch, „eine Flasche Parfüm und eine Spitzengarnitur zu verscherbeln […] Wenn das so weitergeht, gehe ich kaputt“ (ebd.: 108f.). Im selben Brief an die Schriftstellerin, Kritikerin und gute Freundin heißt es dann:

Habe über einen Ausweg, etwas zu verdienen, nachgedacht. Würde, wenn sich ein deutscher Verleger fände, gern [Hagar Olssons] Die Frau und die Gnade und den Erdaltar ins Deutsche übersetzen. Was sagst du dazu? Habe in Gedanken schon Stellen daraus übersetzt, es geht ganz leicht. Deutsch ist meine beste Sprache, und diese Bücher übersetzte ich gern. Dein nächstes Buch werde ich auf jeden Fall ins Deutsche übersetzen, denke, es wird noch herrlicher werden. Garantiere, daß meine Übersetzung tadellos sein wird. Meinst du, man findet einen Verleger? (ebd.: 111)

Ein Jahr später sprach sie davon, Bücher des von ihr vergötterten Anthroposophen Steiner ins Schwedische zu übersetzen, „wenn das nicht geht, nehme ich, was kommt“ (ebd. 117). Sie wandte sich auch an ihren Verleger, ob der nicht Übersetzungsaufträge für sie habe, sie könne aus dem Deutschen, Russischen und Französischen übersetzen. Sie brauche dringend Arbeit und werde sie schnell und sorgfältig erledigen (Södergran 1996: 209f.).

Aber sie bekam keine Aufträge. Die im Dezember 1921 abgeschlossene Übersetzung des Olsson-Romans Kvinnan och nåden wurde nie an einen Verlag in Deutschland geschickt, das 91 Seiten umfassende Manuskript liegt im Archiv der Schwedischen Literaturgesellschaft in Helsinki.[2] Nach getaner Arbeit schrieb sie an Olsson, dass ihr das Übersetzen Freude mache und dass sie in vollem Ernst daran denke, „eine Anthologie zeitgenössischer finnlandschwedischer Dichter zu machen. Die würde ohne allen Zweifel in Deutschland angenommen“ (Södergran 1990: 119).

In ihrem letzten, von Erschöpfungs- und Krankheitsschüben geprägten Lebensjahr beschäftigte sich Södergran fast ausschließlich mit diesem Übersetzungsprojekt. Wie sie dabei vorging, lässt sich aus Briefen rekonstruieren, die sie 1922 an Hagar Olsson, an den Dichter Elmer Diktonius und einige weitere finnlandschwedische Autoren geschrieben hat. Deutlich wird, dass es ihr nicht mehr um materielle Aspekte ging, sie wollte der modernen finnlandschwedischen Dichtung auf dem Umweg über Deutschland Anerkennung in Finnland selbst verschaffen, vor allem der ihrer drei Generationsgefährten Diktonius (Jg. 1896), Ekelund (Jg. 1892) und Olsson (Jg. 1893), aber auch ihrer eigenen. „Eines Tages werden wir in Europa sicher Fuß fassen“, steht bereits in einem Brief von 1919 (Södergran 1990: 86), im Juni 1922 heißt es analog über das Ziel der Anthologie-Arbeit: „hier gilt es, für uns 4 den Durchbruch zu erzielen, sonst stehen wir in diesem Krähwinkel im Schatten bis zum Jüngsten Tag“ (ebd.: 121). Die Dichtung der finnlandschwedischen „Modernisten“ positionierte sie nicht im Kontext der zeitgenössischen schwedischsprachigen oder finnischen Literatur, sondern sah sie als Teil einer gesamteuropäischen Erneuerungsbewegung, zu der u. a. russische, deutsche und französische Autoren beitrugen. „Lasker-Schüler ist doch überirdisch herrlich,“ schrieb sie 1920 an Olsson und ermunterte die Kritikerin: „Wünschte, du gössest die moderne Lyrik so recht über die Spalten der Presse und dieses dumme Land aus“ (ebd.: 105).

Die Absage an konventionelles Dichten war für Södergran primär eine Absage an Reim und starres Metrum: „Reime sind wahrhaftig etwas für Neger“ (ebd. 121) formulierte sie in Anspielung wohl auf Verlaines Art poétique.[3] Streng gebundene Gedichte waren für sie unübersetzbar und darum konnte es bei ihrer Anthologie nicht um einen repräsentativen Querschnitt durch die zeitgenössische, ganz überwiegend an traditionellen Formen ausgerichtete finnlandschwedische Dichtung gehen (vgl. Södergran 1996: 236). Sie wusste, dass eine ausschließlich auf junge und moderne Autoren ausgerichtete Anthologie für Verstimmung im finnischen Kulturbetrieb sorgen wird und suchte daher auch bei etablierten Dichtern wie Arvid Mörne nach geeigneten Texten, wurde aber nicht fündig („kein einziger freier Vers“, vgl. ebd.: 225). Wichtiger war ihr, dass die am Ende beteiligten Autoren mit einer jeweils größeren Auswahl zu Wort kommen, je 15 Gedichte sollten es sein. Alphabtisch nach Verfassernamen wurde die Sammlung aufgebaut, mit Elmer Diktonius’ Jaguar-Gedicht als Auftakt (ebd.:234). Von Diktonius auch wollte sie hören, welche ihrer eigenen Gedichte sie ins Deutsche übersetzten sollte (ebd.: 237) und ob er es für denkbar halte, die Anthologie Rudolf Steiner zuzueignen: „Kann man Übersetzungen jemandem widmen oder nur Originalgedichte?“ (vgl. ebd.:254) War Södergran in Fragen der „Form“ radikal modern, so wollte sie in Fragen des Inhalts durchaus Rücksicht auf das von ihr als eher konservativ imaginierte deutsche Publikum nehmen. Sie solle bei ihrer Textauswahl alles „geschlechtlich Anstößige“ vermeiden, bat sie Hagar Olsson, sie selbst werde unter ihren Gedichten ebenfalls nur „zahme“ auswählen (vgl. ebd.: 222).

Aus den Briefen an Olsson und Diktonius wird die Begeisterung deutlich, mit der Södergran an ihren Übersetzungen gearbeitet hat: „Träume von der Anthologie, es ist heller Wahnsinn“, „Die Anthologie steht strahlend vor meinen Augen wie ein Goldvogel, ach, ich bin verrückt“ (Södergran 1990: 121). Mitte September 1922 schickte Södergran das Manuskript an ein befreundetes Berliner Ehepaar mit der Aufforderung, einen geeigneten Verlag zu finden, und sie stellte Überlegungen an, was von Finnland aus für den Erfolg des Buches getan werden könnte. Man müsste einen Verlag in Helsinki bewegen, einen Teil der Auflage in Kommission zu nehmen und der Schriftstellerverband könnte sich vielleicht ebenfalls engagieren: „Moralisch ist es etwas völlig anderes, ob ich allein dahinter stehe oder ein Verlag oder zwei oder eine Gruppe von Schriftstellern“ (Södergran 1990: 122). Auch sei es „notwendig, die Reklame zu organisieren“ (ebd.) und z. B. dem deutschen Verlag Adressen von potenziellen Interessenten und Multiplikatoren zu schicken, „wir dürfen die Freunde Finnlands nicht vergessen, Franz Fromme, von der Golz [sic!] und Rudolf Eucken“ (ebd.).

Aus Berlin kam die Antwort, dass die Herstellungskosten für das Buch bei 600 Reichsmark pro Exemplar liegen und dass man keinen deutschen Verlag finden dürfte, der zu dieser Investition bereit bzw. in der Lage wäre (vgl. Södergran 1996: 249). Zeitgleich mit dieser unerfreulichen Nachricht erfuhr Södergran aus Helsinki, dass ihr ein persönliches Stipendium in Höhe von 5.000 Finnmark zugesprochen wurde, was beim damaligen Stand der Inflation in Deutschland etwa 170.000 Reichsmark entsprach, genug Geld, um den Druck von 300 Exemplaren der Anthologie zu finanzieren. Zum Entsetzen ihrer Schriftstellerfreunde beschloss Södergran, die 5.000 Finnmark nicht für ihr Überleben in Raivola zu verwenden, sondern sie dem deutschen Verlag als Druckkostenzuschuss anzubieten, denn das sei für sie vier derzeit die einzige Möglichkeit, aus dem Schatten zu treten (vgl. ebd.: 251). Sie war fest überzeugt, dass die Anthologie Wirklichkeit wird (ebd.), und überlegte, wer eine passende Einleitung bzw. ein Widmungsgedicht („med varm sympati för Tyskland“; ebd.:264) schreiben könnte. Bevor sie jedoch dem Verlag ihr Geld anbieten konnte, hatte dieser bereits das Manuskript zurückgesandt. Die Übersetzungen „von Fräulein Södergran“ habe man im Verlag zwar „mit großem Interesse gelesen“, doch die „Verhältnisse im Verlagsgewerbe sind z. Zt. derart schwierig, dass wir nicht einmal deutsche Versbücher herausbringen können, geschweige denn Junge schwedische Lyrik in Finnland“ (ebd.:261). Nachdem der Verlag von der Möglichkeit des Druckkostenzuschusses erfahren hatte, wollte man jedoch „noch einmal gründlich erwägen, ob uns nicht die Herausgabe des Buches vielleicht doch möglich ist“ (ebd.: 264). Mit der Anthologie sehe es jetzt wieder vielversprechender aus, schrieb sie daher Mitte November an Diktonius (ebd.: 266) und Hagar Olsson wurde erneut um ein Vorwort gebeten, das ja auch ganz kurz sein könne, nur einen Gruß an das junge Deutschland müsse es enthalten (ebd.: 267). Ende November ging das 160-Seiten-Manuskript erneut an den Verlag. Mitte Januar 1923 kam die endgültige Absage. Die ökonomische Lage in Deutschland sei katastrophal, habe der Verlag ihr geschrieben, die deutsche Lyrik sei zum Schweigen verurteilt, daher könne man keine fremde herausbringen. „Das ist Schicksal. Hoffe, es ist keine Enttäuschung für euch […] Habe soeben die 5 T. in Besitz genommen. 1.500 gehen für die Milchrechnung ab, von dem Rest leben wir dieses Jahr. Eine kolossale Erleichterung, jetzt, da ich nicht arbeitsfähig bin“ (Södergran 1990: 124).

Edith Södergran wusste, dass die Krankheit ihr nicht mehr viel Zeit lassen würde. Die beiden Hefte, in die sie ihre Übersetzungen der finnlandschwedischen Texte geschrieben hatte, verbrannte sie im Frühjahr 1923 (vgl. Jänicke 1984: 83). Erhalten haben sich nur jene deutschen Übersetzungen von Diktonius-Gedichten, die sie dem Autor zur Durchsicht geschickt hatte, darunter der vierteilige Jaguar-Zyklus:[4]

I
Aus grünen Blättern sticht hervor
rote Schnauze
Augen mit
dreieckigen Blicken
gesprenkelt
Schnurrhaar Wellenbewegung
Klauenpranke –
du fliegst ja! – meines Herzens Jaguar!
so flieg’ und beiss’ und reisse und zerfleische!
[…]
 
II
Glaubt man nicht
dass starke Pranken Schmerz empfinden?
Glaubt man nicht dass der Jaguar ein Herz hat?
Auch er hat:
Vater, Mutter, sie, die Jungen
Gross ist das Waldrevier
Kalt ist der Herbstwind
Tief im Bauch des Jaguar[s] wohnt
Einsamkeit, Verzweiflung
Der Jaguar kann eine Blume küssen.
Er hat Tränen
Sentimentalität.
 
III
Nacht.
Wasserfall murmelt fern.
Der Jaguar schläft.
Eine Ameise leckt seine Klaue.
Wer flüstert:
der Morgen kommt
Sonnenflecke tanzen?
I
Ur gröna blad sticker fram
röd nos
ögon med
trekantiga blickar
spräckligt –
morrhår vågrörelse
klotass –
du flygar ju! – mitt hjärtas jaguar! –
så flyg och bit och söndersarga!
[…]
 
II
Tror man ej
att starka tassar känner svedan?
Tror man ej att jaguaren har hjärta?
Ack den har
fader moder henne ungar.
Ödemarken är stor
kall är höstens vind
djupt i jaguarens mage bor
ensamhet förtvivlan
jaguaren kan kyssa en blomma.
Den har tårar;
Sentimentalitet.
 
III
Natt.
Vattenfall mumlar långt.
Jaguaren sover.
En myra slickar dess klo.
Vem viskar:
morgonen kommer
solfläckar dansa?

 

Södergran-Manuskript (Svenska litteratursällskapet i Finland; SLSA 568)
Der Verlag, der die Anthologie Junge schwedische Lyrik in Finnland seinerzeit nicht veröffentlicht hat, war der Rowohlt-Verlag in Berlin. In ihm war 1919/20 die Menschheitsdämmerung erschienen, die von Kurt Pinthus herausgegebene Symphonie jüngster Dichtung. In gut 200.000 Exemplaren wurde diese Expressionismus-Anthologie im Lauf der Jahrzehnte von Rowohlt verkauft. Solchen Erfolg hätte das Södergran’sche Werk gewiss nicht gehabt, aber dass der Expressionismus kein rein deutsches Phänomen war, dass er auch an der nordöstlichen Peripherie Europas Beachtung verdienende Vertreter hatte – das hätte man, wäre die Sache anders gelaufen, schon seinerzeit wahrnehmen können.

 

(Stand: April 2015; ergänzt April 2017)

 


[1] Der Ort auf der Karelischen Landenge fiel 1940 und endgültig 1944 an die Sowjetunion. Er heißt heute Roschtschino und gehört zur Oblast Leningrad. Das Anwesen der Södergrans wurde in den Kriegen zerstört, auch der Friedhof, auf dem die Dichterin 1923 beigesetzt wurde, existiert nicht mehr (vgl. Pietraß 1990). Dort, nahe dem Seeufer, wurde ihr jedoch 1960 ein Gedenkstein gesetzt, 1992 ein weiterer für ihre geliebte Totti-Katze.

[2] Södergranmaterial ur Hagar Olssons kvarlåtenskap; Svenska literattursällskapet i Finland, SLSA 774.1.7; das Typoskript soll als Faksimile auf der Internetseite der Schwedischen Literaturgesellschaft veröffentlicht werden (vgl. Södergran 2016: 616f.).

[3] Vgl.: „Oh ! qui dira les torts de la Rime ?/ Quel enfant sourd ou quel nègre fou/ Nous a forgé ce bijou d'un sou/ Qui sonne creux et faux sous la lime.“ (Paul Verlaine: Œuvres poétiques complètes. Hg. von Yves-Alain Favre. Paris 1992, S. 150–151.) – „Oh! Wer kann all das Unrecht der Reime in Worte fassen?/ Welch taubes Kind, welch kranker Neger/ Hat uns diesen Juwel geschmiedet, der doch nur einen Pfennig wert ist/ Der hohl klingt, und falsch, der zurechtgeschliffen ist.“ (Rohübersetzung von Theresa Heyer).

[4] Zit. nach dem im Diktonius-Archiv aufbewahrten Manuskript (Svenska litteratursällskapet i Finland, SLSA 568). – Vgl. die von Manfred Hein (und Thomas Henrikson) übersetzte Fassung des Jaguar-Zyklus in: Mitteilungen aus der Deutschen Bibliothek (Helsinki) Bd. 11 (1977), S. 75f., erneut in: Diktonius 2014: 40–43.

 

Literatur:

Detering, Heinrich (2003): Die Welt ist nicht Herr über sich. Verharrende Leere: Edith Södergrans Lyrik in neuer Nachdichtung [Rezension]. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2003.

Diktonius, Elmer (2014): Gräs och granit / Gras und Granit. Aforismer och dikter / Aphorismen und Gedichte 1921–1954. Hg. und aus dem Schwedischen von Klaus-Jürgen Liedtke. Münster.

Ebel, Uwe (1984): Zur Zweisprachigkeit von Edith Södergrans Dichten. In: Ders.: Gesammelte Studien zur skandinavischen Literatur. Bd. 2: Studien zur Literatur der Neuzeit. Metelen 1998, S. 143–157.

Ege, Friedrich (Hg.) (1953): Der Ruf des Menschen. Finnische Gedichte aus zwei Jahrhunderten. Zusammengestellt und übersetzt von F. E. unter Mitwirkung von Uwe Berger und Paul Wiens. Berlin (DDR). (Södergran-Gedichte S. 113–117).

Ekelöf, Gunnar (1990): Eine Wallfahrt – 1938. In: Södergran 1990: 5–11.

Ekman, Michel (Hg.) (2014): Finnlands schwedische Literatur 1900–2012. Mit einem Essay von Clas Zilliacus. Aus dem Schwedischen von Regine Elsässer. Münster. (Zu Södergran S. 78–97).

Enzensberger, Hans Magnus (Hg.) (1960): Museum der modernen Poesie. Eingerichtet von H. M. E. Frankfurt/M.

Hein, Manfred Peter (Hg.) (1991): Auf der Karte Europas ein Fleck. Gedichte der osteuropäischen Avantgarde 1910–1930. Zürich.

Henrikson, Thomas (1977): Das Erbe des Modernismus. In: Mitteilungen aus der Deutschen Bibliothek (Helsinki) Bd. 11, S. 83–86.

Jänicke, Gisbert (1984): Edith Södergran – diktare på två språk. Helsingfors.

Laitinen, Kai (1969): Finnlands moderne Literatur. Autorisierte Übersetzung aus dem Finnischen von C.-A. von Willebrand. Hamburg. (Zu Södergran S. 62–66).

Pietraß, Richard (1990): Nachwort. In: Södergran 1990: 134–144.

Rahikainen, Agneta (2014): Poeten och hennes apostlar. En biomytografisk analys av Edith Södergranbilden. Helsingfors.

Ritte, Hans (1977): Edith Södergran – Feindliche Sterne [Besprechungsaufsatz der Übersetzung von Karl R. Kern]. In: Mitteilungen aus der Deutschen Bibliothek (Helsinki) Bd. 11, S. 87–95.

Sachs, Nelly (Hg.) (1947): Von Welle und Granit. Querschnitt durch die schwedische Lyrik des 20. Jahrhunderts. Aus dem Schwedischen übertragen und zusammengestellt von N. S. Berlin (Ost). (Södergran-Gedichte S. 25–37).

Södergran, Edith (1977): Feindliche Sterne. Gesammelte Gedichte. Deutsch von Karl R. Kern unter Mitwirkung von Marguerite Schlüter. Mit einem Nachwort von Horst Bienek. Wiesbaden und München.

— (1990): Klauenspur. Gedichte und Briefe. Hg. und mit einem Nachwort von Richard Pietraß. (Übersetzung der Briefe von Sieglinde Mierau). Leipzig.

— (1992): Dikter och aforismer. Hg. von Holger Lillqvist. 2. Aufl. Helsingfors. (Samlade skrifter 1).

— (1996): Brev. Hg. von Agneta Rahikainen. Helsingfors. (Samlade skrifter 2).

— (2002): Nyckeln till alla hemligheter / Der Schlüssel zu allen Geheimnissen. Dikter / Gedichte 1907–1922. Ausgewählt und übersetzt von Klaus-Jürgen Liedtke. Berlin.

— (2014): Jag själv är elden / Ich selbst bin Feuer. Dikter / Gedichte 1907–1923. Hg. und aus dem Schwedischen von Klaus-Jürgen Liedtke. Münster.

— (2016): Kommentar till Edith Södergrans Dikter och aforismer. Varia. Hg. von Boel Hackman, Carola Herberts und Sebastian Köhler. Helsingfors. (Samlade skrifter 3).

Trotzig, Birgitta (1986): Edith Södergran. Aus dem Schwedischen von Hanns Grössel. In: Trajekt. Beiträge zur finnischen, finnlandschwedischen, lappischen, estnischen, lettischen und litauischen Literatur Bd. 6, S. 228–241.