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	<title>Hauslehrer/in &#8211; UeLEX</title>
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	<description>Germersheimer Übersetzerlexikon</description>
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		<title>Göring, Erhard (Version 1.0)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Aug 2025 18:09:44 +0000</pubDate>
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		<title>Boehlendorff, Casimir Ulrich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Apr 2025 20:53:12 +0000</pubDate>
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		<title>Güttinger, Fritz (Version 1.0)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Dec 2024 12:44:16 +0000</pubDate>
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		<title>Mohnike, Gottlieb</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/mohnike-gottlieb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Sep 2024 20:08:44 +0000</pubDate>
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		<title>Gleim, Johann Wilhelm Ludwig</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/gleim-johann-wilhelm-ludwig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Sep 2024 22:32:47 +0000</pubDate>
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		<title>Klopstock</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/klopstock/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Sep 2024 21:59:55 +0000</pubDate>
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		<title>Lent, Dora</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/lent-dora/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Aug 2024 21:12:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Von Dora Lent lassen sich ohne allzu großen Rechercheaufwand lediglich einige Gedichtveröffentlichungen (Akzente 1989, Sinn und Form 2024) sowie für die Hamburger Zeit geschriebene Essays nachweisen. Über ihre Biographie informierte (wohl durch Sichtung des auf Initiative von Walter Höllerer nach Sulzbach-Rosenberg gelangten Nachlasses) Wolfgang Matz in einem Aufsatz in der Zeitschrift Sinn und Form. Dort [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Von Dora Lent lassen sich ohne allzu großen Rechercheaufwand lediglich einige Gedichtveröffentlichungen (<em>Akzente </em>1989, <em>Sinn und Form</em> 2024) sowie für die Hamburger <em>Zeit </em>geschriebene Essays nachweisen. Über ihre Biographie informierte (wohl durch Sichtung des auf Initiative von Walter Höllerer nach Sulzbach-Rosenberg gelangten Nachlasses) Wolfgang Matz in einem Aufsatz in der Zeitschrift <em>Sinn und Form</em>. Dort heißt es zu ihren Lebensstationen u.a.: Geburt und Schulbesuch in Brandenburg an der Havel, Lehramtsprüfung für Lyzeen, Mitwirkung im linken Flügel der Jugendbewegung, Ende 1918 Mitglied der eben gegründeten KPD, vier Kinder (geboren zwischen 1920 und 1929), Austritt aus der KPD („sieht sich indes weiter der politischen Linken zugehörig“; Matz 2024: 511), Teilnahme am kulturellen Leben der Weimarer Republik; Ehekrise, als der Ehemann kein Verständnis aufbringt für Dora Lents beginnendes literarisches Schaffen (Lyrik), keine Publikationsmöglichkeiten während der NS-Zeit, 1940 Arbeit als Bürokraft im okkupierten Łódź/Litzmannstadt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Über ihre Erfahrung am Rande des Ghettos verfaßt sie einen umfangreichen, natürlich verborgen bleibenden Bericht <em>Abordnung nach Litzmannstadt</em>, der lange nach dem Krieg von der BBC London als mehrteilige Sendung ausgestrahlt wird. (Ebd.: 512)</p>
</blockquote>



<p>Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion Privatunterricht im Russischen, Kriegstod des nach einem Selbstmordversuch in eine Strafkompanie versetzten Sohnes Karl Ende Januar 1943 vor Leningrad, Zerstörung des eigenen Hauses in Erkner durch einen amerikanischen Bombenangriff 1944, Begrüßung der Roten Armee als Befreier beim Einzug in Erkner, Mitarbeit im von J.R. Becher gegründeten Kulturbund, Teilnahme am Ersten Deutschen Schriftstellerkongress (Oktober 1947), 1948 Austritt aus der SED, keine Publikationsmöglichkeiten, 1952 Übersiedlung/Flucht in den Westteil Berlins, Aufenthalt dort bis Ende 1983, dann altersbedingt Übersiedlung nach Langenhagen bei Hannover.</p>



<p>Neben ihrem lyrischen Werk (u.a. Kriegsgedichte, Gedenkzyklus für den toten Sohn, <em>Brandmarken </em>aus Łódź, feministisch-theologische Gedichte in den 50er und 60er Jahren) entstehen Nachdichtungen von Krylow-Fabeln<span class="oes-note oes-popup" data-fn="3"><a href="javascript:void(0)"><sup id="popup3">3</sup></a></span><span class="oes_note_popup oes-popup__popup" data-fn="3">Mit ihnen soll sie „mehr Resonanz“ (Matz 2024: 513) als mit ihren eigenen Gedichten gefunden haben. Wo diese Fabeln gedruckt wurden, kann ich nicht sagen. – Der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek verzeichnet für das Jahr 1956 den im Deutschen Laienspiel-Verlag, Weinheim/Bergstraße erschienenen, 20 Seiten umfassenden von Dora Lent geschriebenen Text: <em>Ein Geschenk sucht eine Bleibe. Ein Zwei-Personen-Sketch. Nach Motiven einer Humoreske von Anton Tschechow</em>. </span>und im Nachlass erhaltene, bisher vermutlich unveröffentlichte Übersetzungen von Gedichten Miltons, Shakespeares und Puschkins.<span class="oes-note oes-popup" data-fn="4"><a href="javascript:void(0)"><sup id="popup4">4</sup></a></span><span class="oes_note_popup oes-popup__popup" data-fn="4">Diese Übersetzungen, 5 Blatt insgesamt, schickte Lent am 2. Mai 1979 an Walter Höllerer. Man findet sie lt. Eintrag bei <em>Kalliope </em>im Nachlass Höllerers im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg, Sign. 03WH/AF/2,5c.</span></p>



<p>Kontakte nach London führen zu zwei Publikationen: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Die BBC sendet im September 1960 und im Februar 1970 zwei Folgen von autobiographischen Texten; zunächst die fünfteilige <em>Russische Suite</em>, Momentaufnahmen von der Ankunft der Roten Armee im April 1945; dann <em>Wir sollten uns erinnern</em>, die gekürzte, vierteilige Fassung ihres Berichts über das Jahr 1940 in Łódź. (Ebd.: 513) </p>
</blockquote>



<p>Ob sich in ihrem Nachlass weitere Übersetzungen erhalten haben, sollte geprüft werden. Eine Publikation der bisher bekannt gewordenen Übersetzungen (u. U. zusammen mit Gedichten oder auch den Typoskripten für die beiden BBC-Sendereihen) wäre – wie von Kurt Marti schon 1990 vorgeschlagen – nach wie vor zu wünschen, damit sich doch noch erfüllen kann, was sie in einem späten Gedicht so formuliert hat: „Ich werde aufleuchten,/ wenn ich erloschen bin.// ihr werdet mich hören,/ wenn ich verstummt bin,// ich werde kommen,/ wenn ich vergangen bin,// ihr werdet mich finden,/ wenn ich verloren bin.&#8220; (Vgl. Martin 1990: 179, Lent 2024: 521).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Italiaander, Rolf</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/rolf-italiaander/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2024 18:51:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der 1913 in Leipzig geborene und seit 1947 mit seinem Lebenspartner Hans-Ludwig Spegg in Hamburg lebende Rolf Italiaander hat kein sonderlich imposantes übersetzerisches Œuvre geschaffen. Jedoch als Initiator und erster Präsident des 1949 gegründeten „Verbands deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke“ (VdÜ) sowie als vielfach vernetzter Aktivist im weltweiten Dachverband der nationalen Übersetzervereinigungen FIT (Fédération [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der 1913 in Leipzig geborene und seit 1947 mit seinem Lebenspartner Hans-Ludwig Spegg in Hamburg lebende Rolf Italiaander hat kein sonderlich imposantes übersetzerisches Œuvre geschaffen. Jedoch als Initiator und erster Präsident des 1949 gegründeten „Verbands deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke“ (VdÜ) sowie als vielfach vernetzter Aktivist im weltweiten Dachverband der nationalen Übersetzervereinigungen FIT (Fédération internationale des traducteurs) ist er für die Kulturgeschichte des Literaturübersetzens eine wichtige Gestalt. In diesen Kontext gehört nicht zuletzt jener erste internationale Kongress literarischer Übersetzer, den Italiaander im April 1965 in Hamburg ausgerichtet hat – mit Unterstützung der UNESCO. An ihm nahmen neben zahlreichen Übersetzern (u.a. Bedřich Bösser, Pierre François Caillé, Zlatko Gorjan, Kurt Heinrich Hansen, <a href="https://uelex.de/uebersetzer/meyer-clason-curt/" data-type="uelex_article" data-id="2000502">Curt Meyer-Clason</a>, György Radó, Hans Sahl, <a href="https://uelex.de/uebersetzer/schimmel-annemarie/" data-type="uelex_article" data-id="11603">Annemarie Schimmel</a>), Übersetzungskritikern (u.a. Marcel Reich-Ranicki, Dieter E. Zimmer) Übersetzungswissenschaftlern&nbsp; (u.a. Jiří Levý) auch Schriftsteller (u.a. Richard Friedenthal, Hans Erich Nossack, Gerhard Pohl), Literatur- und Sprachwissenschaftler sowie Verlagslektoren (u.a. Paridam von dem Knesebeck) und Verleger (u.a. Klaus Piper) teil (vgl. Italiaander 1965).</p>
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		<title>Ramler, Karl Wilhelm</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/karl-wilhelm-ramler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Feb 2023 20:33:25 +0000</pubDate>
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		<title>Bamberg, Maria</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/bamberg-maria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Dec 2022 19:32:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die am 10. Dezember 1915 in Berlin geborene und dort am 4. Juni 2016 verstorbene Maria Bamberg kam mit ihrer Mutter Ella Brunswig und ihren beiden jüngeren Schwestern 1923 (auf dem Höhepunkt der politischen und ökonomischen Nachkriegswirren: Rheinlandbesetzung, Bürgerkrieg, Inflation usw.) aus der Weimarer Republik nach Argentinien. Der Vater Hermann Brunswig, ein ehemaliger Seeoffizier der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die am 10. Dezember 1915 in Berlin geborene und dort am 4. Juni 2016 verstorbene Maria Bamberg kam mit ihrer Mutter Ella Brunswig und ihren beiden jüngeren Schwestern 1923 (auf dem Höhepunkt der politischen und ökonomischen Nachkriegswirren: Rheinlandbesetzung, Bürgerkrieg, Inflation usw.) aus der Weimarer Republik nach Argentinien. Der Vater Hermann Brunswig, ein ehemaliger Seeoffizier der kaiserlichen Marine, war schon 1919 ausgewandert und verwaltete inzwischen im Auftrag eines britischen Unternehmens die Schaffarm Lago Ghío in einer einsamen Gegend Patagoniens (Bamberg 2004: 10 u. 22). Es wurde strikt darauf geachtet, dass die Töchter auch in der Fremde „deutsch“ aufwuchsen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Unsere Eltern waren bewusste Deutsche und blieben es bis zu ihrem Tode. Und sie erzogen ihre Kinder, einschließlich unserer in Chile und Argentinien geborenen Brüder, „deutsch“, verlangten von uns, nur deutsche Ehepartner zu heiraten, und pflegten nur deutsche Bekanntschaften. Wir durften als Kinder kein Spanisch sprechen, und was es in Argentinien an Kultur gab – z. B. Schule, Literatur – wurde einfach übergangen. (Ebd.: 15)</p>
</blockquote>



<p>1929 schickten die Eltern ihre drei Töchter zu Verwandten nach Berlin, wo Maria an der Dahlemer Gertrauden-Schule 1935 ihr Abitur machte (ebd.: 8 u. 51) und dann gleich nach Argentinien zurückkehrte. Erst jetzt erlernte sie das Spanische. In ihren 2004 erschienenen Erinnerungen heißt es zum Thema Spracherwerb:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>1935 wußte ich aus mancherlei Anzeichen, daß die Nationalsozialisten den Krieg vorbereiteten und nahm mir schon vor, nie wieder nach Deutschland zurückzukehren. Also beschloss ich als allererstes, mir ganz methodisch [mit den Langenscheidt-Lehrbiefen] Spanisch beizubringen. (Ebd.: 39)</p>
</blockquote>



<p>Sie absolvierte an der Universität Córdoba eine Ausbildung als Lehrerin sowie als Übersetzerin für Deutsch und Englisch, verdiente sich wohl auch „einige Brötchen mit medizinischen Übersetzungen, meist aus dem Englischen&#8220; (ebd.: 123). 1945 heiratete sie gegen den Willen ihrer antisemitisch eingestellten Eltern den 1938 nach Südamerika geflüchteten Mediziner Dr. Paul Hans Bamberg. „Wir haben unsere Tochter aus unserem Leben gestrichen“, soll Marias Vater an ihren Schwiegervater geschrieben haben (ebd.: 91). Vier Kinder bekam das Paar und Vater Brunswig hat sich später für seine Vorbehalte entschuldigt, wobei er hinzugefügt haben soll: „Etwas wurmt mich natürlich: dass eure Ehe so gut geworden ist“ (ebd.).</p>



<p>1963 kehrten die Bambergs von San Rafael, wo sie 16 Jahre lang gelebt und der Ehemann eine Privatklinik mitaufgebaut hatte, nach Berlin zurück. Sie hatten, so schrieb es in ihren Erinnerungen Maria Bamberg, „die unheilvollen Zeichen der argentinischen Zukunft, die mit Péron begonnen hatten und mit der Militärdiktatur nicht endeten,“ erkannt (ebd.: 114). Dr. Bamberg eröffnete in Berlin eine Frauenarztpraxis, seine Frau wurde Sprechstundenhilfe. Aber sie begann damals, Bücher aus den lateinamerikanischen Literaturen zu lesen (ebd.: 122),  und wagte sich ab 1966 auch ans Literaturübersetzen, als – wie sie 1986 in einem Beitrag für die <em>Zeitschrift für Kulturaustausch</em> scheinbar selbstironisch sagte – „übersetzende Hausfrau“ (ebd.: 123). Dass sie das immer geblieben sei, hat sie</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>manch gelehrter Meinung zum Trotz, gern verteidigt, denn auf dem Humus des täglichen Familienlebens gedeiht das Pflänzchen Übersetzung nicht schlecht: Erfahrungen gelebten Lebens, der Kontakt mit den verschiedensten Sprachebenen, eine gewisse Beweglichkeit, fast möchte ich sagen, ein gewisses Draufgängertum befruchten das Übersetzen durchaus. Ein Sprachstudium kann mit seinen theoretisch vermittelten Kenntnissen zu einem Korsett werden, in dem man sich nicht traut, sprachlich kreativ zu sein. Denn Übersetzer sind ja nicht, wie man uns immer noch weismachen möchte, „Kärrner der Sprache“, sondern „Kuriere des Geistes“, wie Alexander Puschkin gesagt haben soll, und nicht erst seit heute unverzichtbare Mittler internationaler Verständigung. (Ebd.: 123f.)</p>
</blockquote>



<p>Maria Bamberg profitierte bei ihrem Start ins Übersetzen von dem 1962/64 mit zwei hochkarätig besetzten, von der Bonner auswärtigen Kulturpolitik geförderten Tagungen am Westberliner LCB mitausgelösten Interesse nun auch westdeutscher Verlage an den Literaturen Lateinamerikas (vgl. Zajas 2019, Klengel/Pompeu 2021). Die Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart habe sie, die noch nicht sehr erfahrene Literaturübersetzerin, seinerzeit gefragt, ob sie sich</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>wohl an einen Roman des mexikanischen Autors Carlos Fuentes wagen würde! Natürlich wagte ich, obwohl ich von dem Herrn noch nie etwas gehört hatte! Es wuchs eine dreizehnjährige Zusammenarbeit und Freundschaft, während der ich an Literatur und Kultur sicherlich mehr gelernt habe als mancher Leser! Als Übersetzer sollte man, wegen der zeitlichen Veränderung jeder Sprache, alle fünf Jahre das Land besuchen, dessen Sprache man übersetzt. (Bamberg 2004: 124)</p>
</blockquote>



<p>Es dürfte sich um den knapp 500 Seiten starken Roman <em>La región más transparente</em> gehandelt haben, dessen deutsche Version <em>Landschaft in klarem Licht</em> 1974 bei der Stuttgarter DVA veröffentlicht wurde, gleichzeitig auch als Lizenzausgabe im DDR-Verlag Volk und Welt. 1979 folgte nach einem übersetzerischen Kraftakt Fuentes&#8216; Opus Magnum, der knapp 1150 Seiten umfassende Band <em>Terra nostra</em>, ein „Roman, dessen sprachliche und inhaltliche Komplexität immer wieder mit James Joyce&#8216; <em>Ulysses </em>verglichen wird“ (Klengel 2016).</p>



<p>Der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek verzeichnet ein gutes Dutzend von Maria Bamberg ins Deutsche gebrachte Werke: Romane und Erzählungen aus der argentinischen, mexikanischen und venezolanischen Gegenwartsliteratur.<span class="oes-note oes-popup" data-fn="2"><a href="javascript:void(0)"><sup id="popup2">2</sup></a></span><span class="oes_note_popup oes-popup__popup" data-fn="2">Leider werden im DNB-Katalog nicht alle von ihr übersetzten Bücher durch Eingabe ihres Namens &#8222;Maria Bamberg&#8220; in das Suchformular angezeigt, vgl. z. B. die Einträge zu Octavio Paz: <em>Sor Juana Inés de la Cruz oder die Fallstricke des Glaubens</em> oder zu Vlady Kociancich: <em>Das Drehbuch</em> (Aufruf am 7. Dezember 2022).</span> Eine umfassendere Studie zu ihrem übersetzerischen Œuvre, zu ihrer Übersetzungspoetik und zur Zusammenarbeit mit den von ihr übersetzten Autoren liegt bisher nicht vor.</p>



<p>Engere Bindungen entwickelten sich in West-Berlin zum Lateinamerika-Institut (LAI) der Freien Universität, an dem Maria Bamberg als Honorarkraft tätig wurde und dessen Übersetzerwerkstatt sie von 1983 bis 1989 geleitet hat: „rein praktische Übersetzungsübungen mit interessierten Studenten“ (Bamberg 2004: 127). In einem am LAI veröffentlichten Nachruf wurde sie von der Iberoamerikanistin Susanne Klengel 2016 als „herausragende Brückenbauerin zwischen den kulturellen Welten Lateinamerikas und der deutschsprachigen Länder“ bzw. als eine der „bedeutendsten ÜbersetzerInnen aus dem Spanischen, vor allem dem lateinamerikanischen Spanisch“ erinnert (Klengel 2016).</p>
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