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	<title>Mäzen/in &#8211; UeLEX</title>
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	<description>Germersheimer Übersetzerlexikon</description>
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		<title>Gleim, Johann Wilhelm Ludwig</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/gleim-johann-wilhelm-ludwig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Sep 2024 22:32:47 +0000</pubDate>
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		<title>Italiaander, Rolf</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/rolf-italiaander/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jan 2024 18:51:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der 1913 in Leipzig geborene und seit 1947 mit seinem Lebenspartner Hans-Ludwig Spegg in Hamburg lebende Rolf Italiaander hat kein sonderlich imposantes übersetzerisches Œuvre geschaffen. Jedoch als Initiator und erster Präsident des 1949 gegründeten „Verbands deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke“ (VdÜ) sowie als vielfach vernetzter Aktivist im weltweiten Dachverband der nationalen Übersetzervereinigungen FIT (Fédération [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der 1913 in Leipzig geborene und seit 1947 mit seinem Lebenspartner Hans-Ludwig Spegg in Hamburg lebende Rolf Italiaander hat kein sonderlich imposantes übersetzerisches Œuvre geschaffen. Jedoch als Initiator und erster Präsident des 1949 gegründeten „Verbands deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke“ (VdÜ) sowie als vielfach vernetzter Aktivist im weltweiten Dachverband der nationalen Übersetzervereinigungen FIT (Fédération internationale des traducteurs) ist er für die Kulturgeschichte des Literaturübersetzens eine wichtige Gestalt. In diesen Kontext gehört nicht zuletzt jener erste internationale Kongress literarischer Übersetzer, den Italiaander im April 1965 in Hamburg ausgerichtet hat – mit Unterstützung der UNESCO. An ihm nahmen neben zahlreichen Übersetzern (u.a. Bedřich Bösser, Pierre François Caillé, Zlatko Gorjan, Kurt Heinrich Hansen, <a href="https://uelex.de/uebersetzer/meyer-clason-curt/" data-type="uelex_article" data-id="2000502">Curt Meyer-Clason</a>, György Radó, Hans Sahl, <a href="https://uelex.de/uebersetzer/schimmel-annemarie/" data-type="uelex_article" data-id="11603">Annemarie Schimmel</a>), Übersetzungskritikern (u.a. Marcel Reich-Ranicki, Dieter E. Zimmer) Übersetzungswissenschaftlern&nbsp; (u.a. Jiří Levý) auch Schriftsteller (u.a. Richard Friedenthal, Hans Erich Nossack, Gerhard Pohl), Literatur- und Sprachwissenschaftler sowie Verlagslektoren (u.a. Paridam von dem Knesebeck) und Verleger (u.a. Klaus Piper) teil (vgl. Italiaander 1965).</p>
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		<title>Schapire, Rosa</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/rosa-schapire/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Sep 2023 19:28:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Rosa Schapire wurde als 4. von fünf Schwestern in einer angesehenen und wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Ihre Kindheit und Jugend im galizischen Brody waren durch Mehrsprachigkeit geprägt: „Deutsch und französische Elemente haben trotz des polnischen Milieus, in dem ich aufgewachsen bin, in meiner Erziehung überwogen“ (Lebenslauf Dissertation, zit. n. Wendland 1999: 594). 1893 übersiedelte sie [&#8230;]]]></description>
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<p>Rosa Schapire wurde als 4. von fünf Schwestern in einer angesehenen und wohlhabenden jüdischen Familie geboren. Ihre Kindheit und Jugend im galizischen Brody waren durch Mehrsprachigkeit geprägt: „Deutsch und französische Elemente haben trotz des polnischen Milieus, in dem ich aufgewachsen bin, in meiner Erziehung überwogen“ (Lebenslauf Dissertation, zit. n. Wendland 1999: 594). 1893 übersiedelte sie nach Hamburg, ab 1901 studierte sie – als eine der ersten Frauen – Kunstgeschichte in Zürich, Leipzig, Berlin und Heidelberg, wo sie 1904 mit einer Arbeit über den Frankfurter Maler Morgenstern (1738–1819) promoviert wurde (Umfang: 73 S.). Früh wandte sie sich der Gegenwartskunst zu, dem Maler Emil Nolde, der Künstlergruppe <em>Die Brücke</em> und insbesondere dem Werk des Malers Schmidt-Rottluff. 1908 ließ sie sich in Hamburg (Osterbeckstraße) nieder und arbeitete freiberuflich als Autorin, Kritikerin, Kunstsammlerin und -vermittlerin. 1916 gründete sie gemeinsam mit der Frauenrechtlerin Ida Dehmel den <em>Frauenbund zur Förderung deutscher bildender Kunst</em> und organisierte in den Folgejahren Einzelausstellungen zum graphischen Werk von Munch, Nolde, Heckel, Kirchner, Pechstein und Schmitt-Rottluff.</p>



<p>Nach 1933 war sie aus „rassischen“ Gründen in ihren Tätigkeiten stark eingeschränkt, sie veröffentlichte unter Pseudonymen und engagierte sich mit Vorträgen im Jüdischen Kulturbund Hamburg. Erst kurz vor Kriegsbeginn flüchtete sie als fast 65-Jährige nach England. Ihre Bibliothek und Kunstsammlung wurden von der Gestapo beschlagnahmt und versteigert, ihre von Schmitt-Rottluff bemalten Möbel verbrannten 1943 während eines Luftangriffs auf Hamburg.</p>



<p>Im englischen Exil bemühte sie sich, für den dort noch unbekannten deutschen Expressionismus Interesse zu wecken. Sie beteiligte sich in der Exilsprache Englisch an kunsthistorischen Publikationen, nach Kriegsende schrieb sie auch wieder für deutschsprachige Zeitschriften, u.a. als Londoner Korrespondentin Museums- und Ausstellungsberichte für die renommierte <em>Weltkunst</em>. Auch übersetzte sie gelegentlich, etwa Herbert Reads Einleitung in der in England hergestellten Broschüre zu einer vom British Council veranstalteten Henry Moore-Ausstellung (Hamburg und Düsseldorf 1950).<span class="oes-note oes-popup" data-fn="2"><a href="javascript:void(0)"><sup id="popup2">2</sup></a></span><span class="oes_note_popup oes-popup__popup" data-fn="2">Zum Exil in England vgl. auch den Aufsatz von Shulamith Behr (1998).</span> Sie starb 1954 in der Londoner Tate-Galerie nahe den von ihr gestifteten Kunstwerken.</p>



<p>Das Übersetzen wird in der Schapire-Literatur meist nur als Nebentätigkeit erwähnt, mit der sie (schon während des Studiums) ihren Lebensunterhalt sichern wollte. Das übersetzerische Œuvre ist indes sehr umfangreich, es umfasst in den 1920er Jahren u.a. französische Prosawerke von Balzac (<em>Le père Goriot</em>;<em> Le contrat de mariage</em>; <em>Pierrette</em>) und Zola (<em>Le docteur Pascal</em>; <em>Son Excellence Eugène Rougon</em>). In den Jahren zuvor hatte Schapire meist polnische Werke ins Deutsche gebracht, darunter noch vor dem ersten Weltkrieg die monumentalen, bei Georg Müller in München verlegten historischen Darstellungen des Kulturhistorikers und Politikers Casimir von Chłędowski mit Titeln wie <em>Rom: Die Menschen der Renaissance</em> (525 S.), <em>Rom: Die Menschen des Barock </em>(549 S.), <em>Das Italien des Rokoko</em> (501 S.).</p>



<p>Rosa Schapires Balzac-Übersetzung <em>Vater Goriot</em> wurde seit der Erstausgabe (Berlin: Rowohlt 1923) immer wieder aufgelegt, mitunter auch mit Begleittexten von Ernst Robert Curtius oder W. Somerset Maugham; 2022 erschien in der SWR-Reihe <em>Große Werke – Große Stimmen </em>ihre deutsche Fassung gelesen von Walter Andreas Schwarz (1913–1992) als CD-Dokument.</p>



<p>Ihre drei Jahre jüngere Schwester <a href="https://uelex.de/uebersetzer/anna-schapire-neurath/" data-type="uelex_article" data-id="2008749">Anna Schapire</a> (1877–1911) verließ ebenfalls zum Studium ihre Heimatstadt Brody. Sie ging nach Wien, heiratete dort 1907 den Philosophen und Ökonomen Otto Neurath. Berühmt ist ihr <em>Abriß einer Geschichte der Frauenbewegung</em> (1909). Wie Rosa Schapire übersetzte sie literarische und historische Werke aus dem Polnischen, Russischen und Englischen. In den beiden letzten Jahren vor ihrem frühen Tod hatte sie an Ludwik Kulczyckis dreibändiger, 1500 Seiten umfassender <em>Geschichte der russischen Revolution</em> gearbeitet. Die ersten Bände erschienen 1910 und 1911 noch unter ihrem Namen, den dritten Band <a href="https://uelex.de/schlagworte/kollektives-uebersetzen/" data-type="t_uelex_subject" data-id="206214">übersetzte </a>ihre Schwester Rosa Schapire.</p>
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		<title>Sylva, Carmen</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/sylva-carmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aleksey Tashinskiy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2022 15:30:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Unter dem Dichternamen Carmen Sylva erschienen zwischen 1881 und 1917 Übersetzungen aus dem Rumänischen, Französischen und Englischen, die von Elisabeth, Königin von Rumänien, angefertigt wurden. Elisabeth, 1843 als Prinzessin zu Wied im rheinischen Neuwied geboren, wurde durch Heirat mit Karl von Hohenzollern-Sigmaringen 1869 zur Fürstin von Rumänien, nach der Unabhängigkeit des Landes vom Osmanischen Reich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Unter dem Dichternamen Carmen Sylva erschienen zwischen 1881 und 1917 Übersetzungen aus dem Rumänischen, Französischen und Englischen, die von Elisabeth, Königin von Rumänien, angefertigt wurden. Elisabeth, 1843 als Prinzessin zu Wied im rheinischen Neuwied geboren, wurde durch Heirat mit Karl von Hohenzollern-Sigmaringen 1869 zur Fürstin von Rumänien, nach der Unabhängigkeit des Landes vom Osmanischen Reich (1878) zur Königin. Sie erlernte zügig das Rumänische, war hochgebildet und künstlerisch vielseitig interessiert. Sie förderte die Werke von Musikern (George Enescu), Schriftstellern (Vasile Alecsandri) und Malern (Nicolae Grigorescu). Als Autorin war sie bestrebt, für ihr Königreich Rumänien Sympathien zu wecken, etwa durch das 1883/85 veröffentlichte Werk <em>Aus Carmen Sylvas Königreich</em> mit den Teilbänden <em>Pelesch-Mär</em>chen bzw. <em>Durch die Jahrhunderte</em>. Bereits 1881 war die von ihr gemeinsam mit Mite Kremnitz (vgl. Grebing 1996: 66-83) herausgegebene Lyrik-Anthologie <em>Rumänische Dichtungen</em> erschienen, in der zeitgenössische Autoren vorgestellt wurden, darunter Vasile Alecsandri, Mihai Eminescu, Dimitrie Bolintineanu und Iacob Negruzzi. Quasi als Gegenstück zur Gegenwartsdichtung kann die 1889 veröffentlichte Volkslieder-Übersetzung <em>Lieder aus dem Dimbovitzathal</em> gelesen werden. Über die Entstehung der Anthologie und die Sammlerin der Texte (Elena Văcărescu) schreibt Carmen Sylva:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Diese wunderbaren Lieder sind ein kostbarer Fund, ein Ereigniß der dichtenden und denkenden Welt. Vier Jahre lang hat die junge Dichterin diese Lieder auf den väterlichen Gütern gesammelt, aus dem Munde der Bäuerinnen, der Lautenschläger, „Cobzar“ genannt (von „Cobza“, Laute), in Spinnstuben, bei der Erndte, bei den Todten, an den Wiegen, von Zigeunern und Wahrsagerinnen, beim Tanze und beim Trunke, mit unermüdlicher Geduld. Sie stellen sich wohl dem Besten an die Seite, was Indien, Arabien, der hohe Norden geliefert haben, und sind in ihrer kindlichen Reinheit wahrhaft erhaben, ein Trostbüchlein in allem Erdenleide. Sie sind fast durchweg reimlos und wurden eintönig wie Melopöen gesungen, meistens improvisiert.  (Lieder 1889: 5)</p>
</blockquote>



<p>Drei weitere Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen lassen sich dann allerdings nicht mehr in den Kontext ihres kulturpolitischen Rumänien-Engagements einordnen: </p>



<p>1. Die Erstübersetzung des Romans <em>Pêcheur d’Islande</em> von Pierre Loti, </p>



<p>2. die aus dem Englischen ins Deutsche gebrachte Erzählung <em>Feindliche Brüder</em>, deren Original von ihrer Nachfolgerin, der Königin Maria von Rumänien, stammt,</p>



<p>3. die sehr umfangreiche theatergeschichtliche Monographie <em>Die beiden Masken</em> <em>Tragödie – Komödie</em> von Paul de Saint-Victor, die in drei Bänden mit insgesamt über 1.600 Seiten bei Alexander Duncker in Berlin verlegt wurde.</p>



<p>Ihrer Saint-Victor-Übersetzung („übertragen von Carmen Sylva“ heißt es auf dem Titelblatt) hat sie ihrem „Jugendfreunde Professor Dr. Heinrich Gelzer gewidmet“ (Saint-Victor 1899: III) und ein Vorwort vorangestellt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>An einer Stelle seiner ausserordentlichen Schriften erwähnt Balzac ein tiefes Wort von Lord Byron, der sagt: „Die Arbeit ist ein ermüdender Kampf. Ich begebe mich mit Verzweiflung an dieselbe und verlasse sie mit Trauer.“</p>



<p>Hätten die beiden großen Dichter einen Dritten, Grösseren übersetzt, so hätten sie erfahren, dass solche Arbeit reine Freude ist!</p>



<p>Man verlässt dieselbe vielleicht mit umso grösserer Trauer, weil man dabei nicht die Leiden des Menschen erduldet hat, der schaffen will; aber weil man unverantwortlich ist, und nur von Bewunderung zu Bewunderung schreitet, giebt es keinen Zweifel, keine Verzweiflung und keinen Widerwillen der vollendeten Arbeit gegenüber, sondern Frieden und Erbauung. (Ebd.: XI)</p>
</blockquote>



<p>Ihr Vorwort enthät ferner den Hinweis, dass sie für Zitate aus den einzelnen „Dichterwerken“ in der Regel bereits vorliegende „Uebersetzungen zu Hilfe genommen“ hat. In einer Fußnote werden die Namen der Übersetzer genannt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>[&#8230;] für <strong>Aeschylos</strong>: Die Uebersetzungen von Droysen und, soweit dieselbe vorliegt, von U. von Wilamowitz-Moellendorf; für <strong>Sophokles</strong>: Wilhelm Jordan; für <strong>Euripides</strong>: Fritze-Kock; für <strong>Aristophanes</strong>: Droysen; für <strong>Kalidasa</strong>: Rückert; für <strong>Shakespeare</strong>: <a href="https://uelex.de/uebersetzer/schlegel-august-wilhelm/" data-type="uelex_article" data-id="11640">Schlegel</a>-Tieck und Bodenstedt; für <strong>Corneille</strong>: die Uebersetzungen der Universal-Bibliothek; für <strong>Racine</strong>: H. Welte; für <strong>Molière</strong>: L. Fulda. (Ebd.: XII)</p>
</blockquote>



<p>Zu Sylvas bewegtem Leben sind seit den 1880er Jahren eine Fülle oft farbenfroher biographischer Darstellungen erschienen (vgl. Zimmermann 2019: 422–430). An ihrem Heimatort Neuwied besteht seit 2012 eine Forschungsstelle Carmen Sylva Fürstlich Wiedisches Archiv, die eine eigene Schriftenreihe herausgibt. In umfangreichen dokumentarischen Publikationen werden Leben und Werk der „dichtenden Königin“ und der historisch-kulturpolitische Kontext dargestellt. Auch in Rumänien sind seit dem Ende der kommunistischen Ära und dem Zugang zu Bukarester Archiven (Fonds Casa Regală) mehrere Forschungsbeiträge zur „reine Elisabeth de Roumanie“ entstanden. Eine gründlichere translationswissenschaftliche Studie zu ihrem vielsprachigen übersetzerischen Tun liegt bisher nicht vor.</p>



<p>Dass Carmen Sylva als Nachdichterin über ein durchaus reich klingendes, das Süßlichsentimentale nicht scheuendes Ausdrucksrepertoire verfügte, lässt sich z.&nbsp;B. an ihrer deutschen Version eines von Mihail Eminescu geschriebenen Sonetts abhorchen:</p>



<pre class="wp-block-verse">Wenn Schlaf und Schweigen sich auf alles breiten,
Erklingt ein frommer Sang, süß angefacht,
Dann ruf' ich dich! Hat meine Stimme Macht?
Wirst du hervor aus kalten Nebeln schreiten?

Wirst mild erhellen du das Schwarz der Nacht?
Mit deinen Augen, den gebenedeiten?
Entsteig dem Schatten längst vergangner Zeiten,
Komm wie der Traum, der einstmals dich gebracht.

Tritt leise auf, komm näher, näh'r an mich!
Neig' lächelnd auf mein Antlitz dich hernieder,
Im stillen Seufzer zeig' die Liebe sich.

Berühre mit der Wimper meine Lider,
Im Schauer deiner Näh' laß fühlen dich,
Ewig verlorne Liebe! Kehre wieder!                 (Perlen 1929)
</pre>



<p></p>



<p></p>
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