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	<title>Stuttgart &#8211; UeLEX</title>
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	<description>Germersheimer Übersetzerlexikon</description>
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		<title>Dauber, Doris (Version 1.0)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 20:02:46 +0000</pubDate>
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		<title>Hermann, Hans</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/hermann-hans/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Aug 2025 17:38:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[[Die UeLEX-Redaktion sucht jemanden, der zu Hans Hermann als Übersetzer ein Biogramm oder sogar ein ausführlicheres Porträt erstellen möchte. Hier erste Hinweise:] Hans Hermann soll über hundert Bücher aus dem Englischen, vorzugsweise amerikanische Romane, übersetzt haben – von Gegenwartsautoren wie Eric Ambler, André Brink, Charles Bukowski, Don De Lillo, Richard Ford, John Irving, Jack Kerouac, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>[Die UeLEX-Redaktion sucht jemanden, der zu Hans Hermann als Übersetzer ein Biogramm oder sogar ein ausführlicheres Porträt erstellen möchte. Hier erste Hinweise:]</p>



<p>Hans Hermann soll über hundert Bücher aus dem Englischen, vorzugsweise amerikanische Romane, übersetzt haben <strong>–</strong> von Gegenwartsautoren wie Eric Ambler, André Brink, Charles Bukowski, Don De Lillo, Richard Ford, John Irving, Jack Kerouac, Ken Kesey.</p>



<p>Viele Jahre war er ehrenamtlich für Interessensverbände der westdeutschen Übersetzerzunft tätig. Umfangreiche Unterlagen aus der Anfangszeit des VdÜ (Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V.) gelangten mit seinem Privatnachlass (u.a. Korrespondenz mit Verlagen) ans Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung (Bonn).<span class="oes-note oes-popup" data-fn="2"><a href="javascript:void(0)"><sup id="popup2">2</sup></a></span><span class="oes_note_popup oes-popup__popup" data-fn="2">Hinweis in einer E-Mail von Ebba Drolshagen, 20. August 2025.</span></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Röhm, Joachim</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/roehm-joachim/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Apr 2025 22:42:39 +0000</pubDate>
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		<title>Mörike, Eduard</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/moerike-eduard/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Sep 2024 17:48:29 +0000</pubDate>
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		<title>Greve, Dorothea</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/greve-dorothea/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Sep 2024 18:55:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Dorothea Greve (1955–2016) studierte in den 1970er und 80er Jahren Jiddisch in Stuttgart, Hamburg, Oxford (bei Yitskholk Niborski und Dovid Katz) sowie in New York bei Mordkhe Schaechters (vgl. Hillmann/Kowalski 2016: 30). Sie wurde Dozentin für Jiddisch an der Hamburger Universität. Die Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch e. V. wurde von ihr 1995 mitbegründet. Sie hatte Lehraufträge [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dorothea Greve (1955–2016) studierte in den 1970er und 80er Jahren Jiddisch in Stuttgart, Hamburg, Oxford (bei Yitskholk Niborski und Dovid Katz) sowie in New York bei Mordkhe Schaechters (vgl. Hillmann/Kowalski 2016: 30). Sie wurde Dozentin für Jiddisch an der Hamburger Universität. Die Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch e. V. wurde von ihr 1995 mitbegründet. Sie hatte Lehraufträge am „Centro Ebraico“ der Universität Urbino/Italien, am Oxford Centre for Yiddish Studies und beim „Yiddish Summer Weimar“. Aus ihren Jiddischkursen,</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>in denen sie konsequent darauf bestand, dass in ihrem Unterricht nur Jiddisch gesprochen werden sollte, [&#8230;] sind mehrere Generationen kundiger Jiddisten und Jiddistinnen hervorgegangen, die Dorothea in ihren Forschungsvorhaben immer mit größtmöglicher und liebevoller Unterstützung begleitete. (Hillmann/Kowalski 2016: 30 und 31)</p>
</blockquote>



<p>2013 veröffentlichte sie zusammen mit Karin Weiss und Smadar Raveh-Klemke im Hempen Verlag (Bremen) das Lehrbuch <em>Der alef-beys, trit bay trit. Jiddisch lesen und schreiben lernen</em>.</p>



<p>Neben ihrer Lehrtätigkeit an Hochschulen, in Ferienkursen und in der Erwachsenenbildung (Volkshochschule Hamburg) widmete sie sich dem Gesang und der Rezitation jiddischer Lieder und Texte sowie verschiedenen künstlerischen Projekten wie der Theaterarbeit und der Mitwirkung beim Klezmer-Ensemble <em>Frejlechs</em>.</p>



<p>Aus dem Jiddischen übersetzte sie u. a. das Wilnaer Ghettotagebuch der Mascha Rolnikaite (<em>Ich muss erzählen</em>, 2002). Ein Band mit jiddischen Erzählungen des aus Moldawien stammenden Autors Boris Sandler (Jg. 1950) erschien in ihrer und Hans-Ulrich Schroeders deutschsprachiger Version 2003.</p>



<p>Im Vorwort zu Rolnikaites Ghetto-Tagebuch von Marianne Butenschön wird die Geschichte der litauischen Juden („Litwaken“) knapp geschildert und ausführlich auf die Entstehung und – durch Zensureingriffe charakterisierte – Publikationsgeschichte des Tagebuchs sowie auf Leben und Werk der Mascha Rolnikaitė (1927–2016) eingegangen. Im letzten Absatz heißt es:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Die vorliegende Ausgabe des Tagesbuchs […] ist die im Auftrag des Kindler Verlags anhand der Aufzeichnungen vom Frühjahr 1945 und der Eingriffe der sowjetlitauischen Zensur in sorgfältiger Kleinarbeit wiederhergestellte Fassung des Urtextes. Der Text des wiederhergestellten Tagebuchs stimmt nach Angaben der Autorin zu neunzig Prozent mit dem Urtext überein, wobei die nicht-identischen zehn Prozent „nur einzelne Worte, Ausdrücke oder Wendungen, keineswegs aber die Fakten betreffen“. Im Interesse der Lesbarkeit sind in der vorliegenden Ausgabe mit Einverständnis der Autorin geringfügige redaktionelle Kürzungen vorgenommen worden. „Ich will niemanden umerziehen“, sagt Mascha Rolnikaite. „Ich hoffe einfach, dass meine Bücher von Gleichgültigen oder Unwissenden gelesen werden, die nicht darüber nachgedacht haben, was für eine Seuche das ist, der Nationalismus. Jede Art von Nationalismus. Wenn ich die Hoffnung verliere, höre ich auf zu schreiben.“ (Butenschön 2002: 31)</p>
</blockquote>



<p>Zur Übersetzung aus dem Jiddischen äußert sich Butenschön nicht, auch nicht Rolinkaitė in ihrer auf „St. Petersburg, im Mai 2002“ datierten Nachbemerkung (S. 283 f.). Die Übersetzerin selbst hat ihrer deutschen Version vereinzelt Fußnoten beigegeben: zu Ortsnamen wie „Kowne“ = „Kaunas (Auf Wunsch der Autorin wurden die jiddischen Namen litauischer Städte und Orte mit Ausnahme Wilnas im Text beibehalten.) (A. d. Ü.)“ (Rolinkaite 2002: 34); zu einzelnen Personennamen wie „Antanas Smetona, Präsident der Republik Litauen (1926–40), kam durch einen Staatsstreich an die Macht. (A. d. Ü.)“ (ebd.: 36), oder zu Franz Murer:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Der österreichische SS-Standartenführer Franz Murer (geb. 1912) war zwischen 1941 und 1943 als Stellvertretender Gebietskommissar in Wilna für „jüdische Angelegenheiten“ zuständig (Gebietskommissar war Hans Hingst). Im Wilnaer Ghetto war er für seinen äußersten Sadismus bekannt und blieb den überlebenden Opfer, so Simon Wiesenthal, als „Schlächter von Wilna“ in Erinnerung. Trotz erdrückender Beweislast für die von ihm im Ghetto Wilna begangenen Verbrechen wurde Franz Murer 1963 von einem Grazer Geschworenengericht freigesprochen. (A. d. Ü.). (Ebd. 71)</p>
</blockquote>



<p>Weitere Einzelheiten zur Entstehung der Übersetzung müssten von Jiddisch-Experten ermittelt werden. Von denen wäre vielleicht auch zu erfahren, warum aus der von ihr mit vorangetriebenen Übersetzung des Wilnaer Ghetto-Tagebuchs des Bundisten Herman Kruk (1897–1944) leider nichts geworden ist.<span class="oes-note oes-popup" data-fn="2"><a href="javascript:void(0)"><sup id="popup2">2</sup></a></span><span class="oes_note_popup oes-popup__popup" data-fn="2">Briefliche Mitteilung von Maria Kühn-Ludewig, Heidelberg, 5. Oktober 2025.</span></p>



<p>Am Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) bzw. für das Teilfach Jiddisch des Germanistischen Instituts der Universität Hamburg bot Greve Lehrveranstaltungen für Hörer aller Fachbereiche an. Im kommentierten Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 2006/2007 beschrieb sie ihren Kurs <em>Jiddische Sprache und Literatur: YONTOYVIM BAY DI YIDISHE KLASIKER</em> (für Studierende mit Vorkenntnissen) wie folgt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Jiddisch war bis zum 2. Weltkrieg nicht nur die meistgesprochene Sprache innerhalb der Judenheit, sondern – neben dem Hebräischen – auch die produktivste Literatursprache. Die vorgeschlagene Lehrveranstaltung soll den Teilnehmern an der „Einführung in die jiddische Sprache und Kultur (1 &amp; 2)“ und Interessenten mit vergleichbaren Vorkenntnissen Gelegenheit geben, die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten anhand von jiddischen Originaltexten zu erproben, zu festigen und zu erweitern. In diesem und im Folgesemester werden wir Meistererzählungen der jiddischen Klassiker Mendele Mocher Sforim (1835–1917), Sholem Aleichem (1859–1916), Y.L. Peretz (1852–1915) und Sholem Asch (1880–1957) behandeln. Die Erzählungen führen durch den Jahreskreis der jüdischen Feiertage mit seinen Fest- und Gedenktagen, beginnend mit Rosch ha-Schana, dem Neujahrsfest, das im Herbst gefeiert wird. Es folgen Jom Kippur, Sukkot, Simchat Tora, Chanukkah, Purim, Pessach, Schawuot. Auch der eigentliche und im Grunde höchste Feiertag, der Sabbat, wird eingehend thematisiert. Somit erhalten die Teilnehmenden nicht nur Zugang zum Themenkomplex der „Feiertagsgeschichten“, die so typisch für die jiddische Klassik sind, sondern gelangen auch zu einem tieferen Verständnis jüdischen Brauchtums, der so genannten „Yidishkayt“. Neben der Lesefähigkeit wird auch die Entwicklung des freien Sprechens ein wichtiges Lernziel bleiben. Zu diesem Zweck werden wir unsere systematische Grammatik- und Wortschatzarbeit fortführen. Arbeitsgrundlage ist das von Marion Aptroot und Holger Nath eigens für den akademischen Gebrauch verfasste Lehrwerk Einführung in die jiddische Sprache und Kultur (ab Lektion 8). Quereinsteigern rate ich, sich ab Mitte September telefonisch mit mir in Verbindung zu setzen (040/677 3490, Mo.–Fr., 11–14 Uhr).</p>



<p>Literatur: Aptroot, Marion und Holger Nath, Einführung in die jiddische Sprache und Kultur (Helmut Buske Verlag: Hamburg, 2002); Birnbaum, Salomo A., Die jiddische Sprache: Ein kurzer Überblick und Texte aus acht Jahrhunderten (Hamburg, 1986); De Vries, Simon Philip, Jüdische Riten und Symbole (Wiesbaden, 2005); Dinse, Helmut und Sol Liptzin, Einführung in die jiddische Literatur (Stuttgart, 1978); Liptzin, Sol, A History of Yiddish Literature (New York, 1985); Niborski, Yitskhok &amp; Bernard Vaisbrot, Yidish-frantseyzish verterbukh (Paris, 2002); Thieberger, Friedrich, Jüdisches Fest, jüdischer Brauch (Königstein/Ts., 1985); Roskies, David G., A Bridge of Longing: The Lost Art of Yiddish Storytelling (Cambridge/Mass. &amp; London, 1995); Weinreich, Uriel, Modern English-Yiddish Yiddish-English Dictionary (1968).</p>
</blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pfau, Una</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/una-pfau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Apr 2024 18:48:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Una Pfau stammt aus Stuttgart. 1961 machte sie dort ihr Abitur am altsprachlichen Hölderlin-Gymnasium, wo sie u.a. Latein, Englisch und Französisch gelernt hat. Anschließend ging sie als Au-pair-Mädchen für ein Jahr nach Paris. Dort begann sie auch mit dem Studium, das dann in Tübingen und Berlin (Freie Universität) fortgesetzt wurde. In wechselnder Kombination studierte sie [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Una Pfau stammt aus Stuttgart. 1961 machte sie dort ihr Abitur am altsprachlichen Hölderlin-Gymnasium, wo sie u.a. Latein, Englisch und Französisch gelernt hat. Anschließend ging sie als Au-pair-Mädchen für ein Jahr nach Paris. Dort begann sie auch mit dem Studium, das dann in Tübingen und Berlin (Freie Universität) fortgesetzt wurde. In wechselnder Kombination studierte sie Romanistik, Geschichte, Politologie und Vergleichende Religionswissenschaft, hörte nebenbei (in Tübingen) auch Vorlesungen von Ernst Bloch und Walter Jens.</p>



<p>Schon während des ersten Frankreich-Aufenthaltes begeisterte sie sich für die Lyrik des bretonisch-jüdischen Dichters Max Jacob (1876 –1944). 1965 beschloss sie, über ihn eine Doktorarbeit zu schreiben. Während eines Forschungsaufenthaltes in Paris entstanden Kontakte zur Literatur- und Kunstszene: zu Manès Sperber, D.H. Kahnweiler, Michel Leiris, Jean Cassou, Armand Salacrou und Nino Frank. 1972 wurde sie bei Walter Pabst an der FU Berlin mit der Dissertation <em>Zur Antinomie der bürgerlichen Satire: Untersuchungen über Leben und Werk Max Jacobs</em> promoviert.</p>



<p>1973 ging Una Pfau erneut nach Frankreich, jetzt als DAAD-Lektorin an Hochschulen in Paris, Valenciennes und Jouy-en-Josas. Im ersten Jahr erteilte sie französisch-deutschen Übersetzungsunterricht für die Studentinnen der École normale supérieure de jeunes filles Boulevard Jourdan.<span class="oes-note oes-popup" data-fn="3"><a href="javascript:void(0)"><sup id="popup3">3</sup></a></span><span class="oes_note_popup oes-popup__popup" data-fn="3">„Das dauerte nur ein Jahr, denn die Direktorin der Elite-Universität, Mme [Marie-Jeanne] Durry, war mit mir nicht zufrieden, weil ich heimlich aus dem klösterlichen Bereich, in dem ich wohnen sollte, ausgezogen war.“ (E-Mail an AFK, 8. April 2024)</span> In dieser Zeit lernte sie den Beckett-Übersetzer <a href="https://uelex.de/uebersetzer/tophoven-elmar/" data-type="uelex_article" data-id="11604">Elmar Tophoven</a> als Kollegen an der Ecole Normale Supérieure in der Rue d’Ulm kennen, nahm an dessen Unterricht teil, auch an den von ihm mitinitiierten Übersetzertagungen in Bergneustadt (Pfau 2022: 92). Zudem ließ Tophoven</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>mich an manchen Problemen teilnehmen, die ihn im Zusammenhang mit der Gründung des Übersetzerkollegiums in seinem Geburtsort Straelen nahe der holländischen Grenze beschäftigten. (Ebd.: 98)</p>
</blockquote>



<p>Anschließend war sie Lektorin am Centre Littéraire der Université in Valenciennes und dann für ein halbes Jahr an der Ecole der Haute Commerce in Jouy-en-Josas. 1976 kehrte sie nach Deutschland zurück.</p>



<p>1977 bis 1980 arbeitete sie mit an einem Lexikon für den Kröner-Verlag in Stuttgart. Damals entstanden auch ihre ersten Rundfunkarbeiten für die von Helmut Heißenbüttel geleitete Essay-Redaktion des Süddeutschen Rundfunks siwue Feuilleton-Artikel für die <em>Stuttgarter Zeitung</em>. Ab den 1980er Jahren lebte sie als freischaffende Autorin, Kritikerin und Übersetzerin literarischer und (kultur)historischer Werke.</p>



<p>1980 erschien bei Hanser in München ihre erste – in Zusammenarbeit mit Hans-Horst Henschen entstandene – Buchübersetzung: Philippe Arièsʼ <em>Geschichte des Todes</em> (11. Auflage der Taschenbuchausgabe 2005). In ihrem Erinnerungsbuch <em>Mein Leben</em> hat Una Pfau anschaulich geschildert, wie unbedarft sie diesen ersten Übersetzungsauftrag angegangen hatte (Pfau 2022: 109–112). Sie ließ sich mit Michael Krüger, der großzügig auf eine Probeübersetzung verzichtete, auf einen viel zu knapp bemessenen Abgabetermin ein. Dann unterschätzte sie den Rechercheaufwand, arbeitete neben ihren beruflichen Verpflichtungen für den Kröner-Verlag die Nächte hindurch, versuchte die ungenaue Zitierweise des Originals zu korrigieren und ließ sich zu allem Überfluss von der finsteren Materie des 822 Druckseiten umfassenden Todes-Buches regelrecht gefangen nehmen. Am Ende war ihr „so elend, als ob etwas zerrissen in mir sei“ (Pfau 2022: 112).</p>



<p>Es folgten Übersetzungen von deutlich weniger umfangreichen Werken der sie besonders interessierenden surrealistischen bzw. die frühe Moderne repräsentierenden Autoren, an der Spitze Max Jacob (u.a. mit seinen 1985 bei Suhrkamp verlegten Prosagedichten). Mehrfach aufgelegt wurde das von ihr zusammengestellte und übersetzte <em>Surrealistische Lesebuch</em> (1981 und 1997). Ab 2008 arbeitete sie fortlaufend für die in Dresden erscheinende Literatur- und Kunstzeitschrift <em>Ostragehege</em>. </p>



<p>Übersetzungspoetologische Äußerungen gibt es von ihr nicht. In ihrer Autobiografie hat sie jedoch über die konkrete Arbeit an einzelnen Texten und über ihren Kontakt zur Übersetzerszene berichtet, etwa über die Teilnahme an den Übersetzertagungen in Bergneustadt – („Im Jahr 1973 war ich die jüngste Teilnehmerin“, Pfau 2022: 93) – und später in Wolfenbüttel. Sie hält fest, wie sie Schritt für Schritt im Lauf der Jahre „Sicherheit im Übersetzen“ gewann und für „renommierte Verlage“ übersetzen konnte (ebd.: 119). 1985 erschien in der vornehmen Bibliothek Suhrkamp der von ihr ins Deutsche gebrachte Band <em>Die Höllenvisionen</em> von Max Jacob:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Das war einer der schönsten Tage in meinem Leben. Die Zusammenarbeit mit dem Lektor Jürgen Dormagen war sehr erfreulich […] Ich hatte nun durchweg Glück mit meinen Übersetzungen“ (ebd.).</p>
</blockquote>



<p>Über das EÜK, das Europäische Übersetzer-Kollegium, heißt es u.a.:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ich war oft on Straelen, namentlich nach dem Tode meiner Eltern [für die sie hatte sorgen müssen; AFK], und habe dort gearbeitet. Da immer jemand in der Küche saß, oft Türken, Japaner, Südamerikaner, Russen, die bedeutende deutsche Autoren übersetzten, auch Franzosen, Engländer, ein Däne, die gut Deutsch sprachen, fand man immer interessante Unterhaltung. Jeder hatte aber Verständnis, wenn man sich zurückzog, da man ja zum Arbeiten da war. So konnte man sich ganz frei fühlen.<em>Um Straelen geht es erneut auf den S. 162f. von Mein Leben.</em> […] Auf den Übersetzertagungen habe ich im Laufe der Zeit viele Leute, die bedeutende Autoren aus den verschiedensten Sprachen übersetzten, kennengelernt, aber keinen getroffen, der mich nicht als Kollegin anerkannte […] Ich habe mich vierzig Jahre bei den Übersetzern wohlgefühlt und ging in Stuttgart regelmäßig zum Stammtisch, bis der sich altershalber auflöste. (Ebd.: 93f.)</p>
</blockquote>



<p>Ihre letzte Buchveröffentlichung war 2020 die Übersetzung von Max Jacobs surrealistischem Kurzroman <em>Saint Matorel</em>, der zuerst 1911 mit für diesen Text geschaffenen kubistischen Picasso-Radierungen bei Kahnweiler in Paris erschienen war. Von einer „bravourösen“ Übersetzung sprach Lerke von Saalfeld in ihrer Rezension des Bandes in der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung</em> (20. Mai 2020). In ihrem Nachwort hat Pfau begründet, warum sie von Jacobs zahlreichen Publikationen ausgerechnet <em>Saint Matorel</em> übersetzt hat:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Weil der kleine Roman mit seinen esoterischen, kabbalistischen Zügen, seiner heterogenen Handlung besonders das burleske Talent Max Jacobs, seine Phantasie und Erzählkunst zeigt und Surrealistisches vorwegnimmt. Die jüdische Mystik, die griechische und ägyptische Mythologie sind ebenso wie der Aufbau ders Werkes surrealistisch. Man kann <em>Saint Matorel </em>somit zu den wichtigsten Texten der frühen französischen Moderne zählen. (Pfau in Jacob 2020: 147)</p>
</blockquote>



<p>Zum Druck vorbereitet hat Una Pfau eine bisher unveröffentlichte Anthologie mit Gedichten von Max Jacob, Jules Supervielle, Pierre Jean Jouve, Pierre Reverdy, Francis Ponge, Robert Desnos, Michel Leiris, Jean Follain, René Char, Aimé Césaire, Raoul Bécousse, Yves Bonnefoy<span class="oes-note oes-popup" data-fn="4"><a href="javascript:void(0)"><sup id="popup4">4</sup></a></span><span class="oes_note_popup oes-popup__popup" data-fn="4">Ihre Begegnung mit dem hoch betagten Bonnefoy 2012 in Paris schildert Pfau (2022: 164f.).</span>,Philipp Jaccottet, Joyce Mansour und Hédi Bouraoui.</p>



<p>Una Pfau war bis zu deren Auflösung Mitglied der <em>Association Intern</em>ationale de la Critique Littéraire und ist Mitglied der <em>Association des amis de Max Jacob</em>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nagel, Ivan</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/ivan-nagel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2024 10:01:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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		<title>Brandau, Birgit</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/birgit-brandau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2024 22:24:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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		<title>Schickert, Hartmut</title>
		<link>https://uelex.de/uebersetzer/hartmut-schickert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2024 21:59:05 +0000</pubDate>
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		<title>George, Stefan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Kelletat]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Mar 2024 22:39:26 +0000</pubDate>
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