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Pauline Spangenberg, 1830–1892

20. April 1830 Marburg (Kurfürstentum Hessen) - 7. August 1892 Marburg (Deutsches Reich)
Orte
Marburg
Berufe/Tätigkeiten
Schriftstellerin, Übersetzerin
Original- und Ausgangssprache(n)
Englisch
Zielsprache(n)
Deutsch

Biographie

Pauline Spangenberg wurde am 20. April 1830 in Marburg als Tochter des Privatdozenten an der juristischen Fakultät der Universität Dr. Carl Ludwig Spangenberg (1794–?) geboren. Sie wuchs zusammen mit vier Schwestern auf. Wie sie sich auf ihre Tätigkeit als Literaturübersetzerin vorbereitete, ist nicht bekannt. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 pflegte sie Verwundete in einem Lazarett und erhielt später für ihren Einsatz den „Königlich Preußischen Luisenorden“. Nach ihrem Tod wurde ihr Erfahrungsbericht über diese Arbeit in der Deutschen Hausfrauenzeitung veröffentlicht. Im Nachruf des Marburger Tageblatts wird sie als Mitarbeiterin der Zeitung bezeichnet, allerdings ohne Angabe der Themen, mit denen sie sich befasst hatte. Spangenberg starb am 7. August 1892 in Marburg an den Folgen einer Operation. Im Nachruf der Zeitschrift Hessenland zählte man nicht nur die Titel der von ihr übersetzten Werke von Deborah Alcock (1835–1913) und Charles Kingsley (1819–1875) auf, sondern erinnerte auch an ihr ausgeprägtes wissenschaftliches Interesse und ihr intensives Studium der englischen Sprache. Die Schriftstellerin Eugenie Tafel (1834–1908) und der Anglist Richard Wülker (1845–1910) lobten besonders ihre Übersetzungen der Werke Kingsleys, die in hohem Maße zu seiner Bekanntheit in Deutschland beitrugen.

Übersetzungen

Spangenberg übersetzte vier historische Erzählungen der irischen Schriftstellerin Deborah Alcock, die religiöse Themen behandelten: Die spanischen Brüder (1890), Unter dem Kreuz des Südens (1891), Aus dem alten Paris (1891) und Glaubenszeugen aus der Reformationsgeschichte Frankreichs (1908). Bekannt wurde sie jedoch durch ihre Übersetzungen mehrerer Werke des englischen Theologen und Schriftstellers Charles Kingsley: Elisabeth, Landgräfin von Thüringen und Hessen. Dramatisches Gedicht (1855, 2. Auflage 1885), Yeast ein Problem, oder was Herr Lancelot Smith dachte, sprach und tat (1890), Alton Locke. Schneider und Dichter. Eine Autobiographie (zusammen mit Marie von Harbou) (1891) und Gedichte (1893). Der Dresdner Verlag Brandner publizierte in seiner Reihe Bergquell. Erzählungen und Novellen für das christliche Haus Spangenbergs Übersetzung eines in England sehr beliebten Werkes von Margaret Isabella Arden (Lebensdaten unbekannt) unter dem Titel: Herr Erich und sein Mündel oder Was ein Kind wirken kann (1892). In einem Familienblatt erschien eine Kurzgeschichte der englisch-amerikanischen Schriftstellerin Frances Hodgson Burnett (1849–1924) (Die Smethurstses, 1892/1893).

Quellen

Aus Stadt und Umgegend: [Kurzer Nachruf]. In: Marburger Tageblatt für Stadt und Land Nr. 185, 9. August 1892, S. 2.
Tafel, Eugenie (1892): Pauline Spangenberg +. In: Quellwasser fürs deutsche Haus. Illustriertes Volks- und Familienblatt Jg. 16 (1891/1892), Nr. 50, S. 795 (mit Foto).
Todesfälle: Pauline Spangenberg. In: Hessenland. Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur Jg. 6 (1892), Nr. 16, S. 212.
Wülker, Richard (1893/94): [Rezension] Charles Kingsley: Gedichte. 1893. In: Anglia. Beiblatt: Mitteilungen aus dem gesamten Gebiete der englischen Sprache und Literatur. Monatsschrift für den englischen Unterricht Jg. 4 (1893/1894), Nr. 12, S. 369–370.

Zitierweise

Dagmar Jank: Pauline Spangenberg, 1830–1892. In: Germersheimer Übersetzerlexikon UeLEX (online), 20. März 2026.