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Cläre Schmid-Romberg, 1880–1960

26. August 1880 Köln (Königreich Preußen) - 1960 Percha (Bundesrepublik Deutschland)
Original- und Ausgangssprache(n)
Dänisch
Zielsprache(n)
Deutsch
Schlagworte
Übersetzte GattungenKurzgeschichten, Novellen, Romane Sonstige SchlagworteVerfolgung (auch) aus »rassischen« Gründen

Clara („Cläre“) Rosenberger wurde 1880 in Köln als Tochter des Fabrikanten Max Rosenberger und seiner Frau Bertha (geb. Schwarz) geboren. Ihre Mutter stammte aus einer jüdischen Familie; ihr Großvater mütterlicherseits war der Rabbiner Israel Schwarz aus Hürben bei Krumbach. Die Familie lebte in den 1890er Jahren in Berlin und Steglitz.

Rosenberger wurde Schauspielerin, Rezitatorin, Autorin und Übersetzerin. Sie trat unter den Künstlernamen Cläre Schmid Romberg beziehungsweise Cläre Schmid-Noerr auf. Sie heiratete den Philosophen und Schriftsteller Friedrich Alfred Schmid Noerr (1877–1969). Das Paar lebte zeitweise in Heidelberg, wo Schmid Noerr von 1910 bis 1917 an der Universität lehrte. Ab 1917 lebten die Eheleute in Bayern, zunächst in München und später in Percha am Starnberger See.

Neben ihrer Tätigkeit als Rezitatorin und Autorin übersetzte Schmid Romberg insbesondere Werke aus dem Dänischen. In Percha übertrug sie mehrere Werke des dänischen Schriftstellers Johannes Anker Larsen ins Deutsche. Sie veröffentlichte zudem mehrere Gedichte und verfasste den Text zu Ludwig Heß’ Abu und Nu, einer „heiteren Spiel- und Tanzoper aus Tausendundeine Nacht“, die 1919 am Danziger Stadttheater uraufgeführt wurde.

1939 bemühte sich Schmid Romberg angesichts der zunehmenden Verfolgung der jüdischen Bevölkerung um eine Auswanderungsmöglichkeit. Sie wandte sich an Rudolf und Annemarie Cohen in München, die über ein Quäker-Netzwerk Juden bei der Ausreise unterstützten. In ihren Unterlagen wurde als ihr Plan festgehalten, allein auszuwandern, um ihren Mann nicht zu belasten. Im selben Jahr wurde die Ehe geschieden. Schmid Romberg wanderte jedoch nicht aus, sondern blieb mit ihrer Tochter Ute Renate in Percha, wo sie aufgrund von Fürsprachen und persönlichen Interventionen unbehelligt bleiben konnte.

Cläre Schmid Romberg lebte auch nach dem Krieg in Percha und starb 1960 an den Folgen eines Autounfalls.

Sonstige Quellen

Projektgruppe „Spurensuche“ des Maria-Theresia-Gymnasiums Augsburg (o. J.): Spurensuche – Die jüdischen Schülerinnen und die Zeit des Nationalsozialismus an der Maria-Theresia-Schule Augsburg: Biografien – R: Clara Rosenberger. Online: https://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/spurensuche/content/content_biografien-liste-R.htm (zuletzt abgerufen am 15. August 2026)

Zitierweise

UeLEX-Redaktion: Cläre Schmid-Romberg, 1880–1960. In: Germersheimer Übersetzerlexikon UeLEX (online), 15. August 2026.

Bibliographie

Übersetzungen (Zeitschriften, Anthologien)

Originalwerke

Detaillierte Bibliographie