Bernhard Bernson, 1888–1963
Vorbemerkung der Redaktion
Dieses Porträt entstand im Rahmen des deutsch-österreichisch-schweizerischen Forschungsprojekts Post-Exil: Trans 1945-1960 (2025-2027).
Bernhard Bernson war ein in Lemberg geborener und längere Zeit in Straßburg ansässiger Schriftsteller, der in der Weimarer Republik für Verlage arbeitete und Theaterstücke mit jüdischer Thematik verfasste, für deren Aufführungen er sich mit viel Elan einsetzte. Nebenbei befasste er sich mit Graphologie und war für zionistische Organisationen tätig. Vor dem Ersten Weltkrieg übersetzte er in Straßburg Erzählungen von Edgar Allan Poe. Bei dieser einen Übersetzung aus dem Englischen blieb es; nach dem Zweiten Weltkrieg übersetzte er in Paris, wohin er ins Exil gegangen war, graphologische Fachliteratur aus dem Deutschen ins Französische.
Lebensweg
Geboren wurde Wilhelm Bernhard Bernson am 25. Dezember 1888 in Lemberg als Sohn eines Kaufmanns in eine jüdische Familie. 1895 zog die Familie nach Erfurt, der Vater wohnte dort schon seit 1891. Nach dem Tod des Vaters, als Bernhard 10 Jahre alt war, musste die Mutter sechs Kinder allein großziehen und gab den Sohn vorübergehend in ein Kinderheim (Zeller 1966: 12). In einer kurzen biographischen Angabe zu einer Festschrift heißt es, dass Bernson zunächst als Kaufmann und als Redakteur der Straßburger Post tätig gewesen sei (Hippius 1966: 496): Am 20. März 1913 trat er als Redaktionssekretär in den Dienst dieser Zeitung1Schriftliche Auskunft von Georg Wiesing-Brandes (Hannover) an die Verf. vom 20. April 2026. In Straßburg freundete er sich mit dem Musiker H. Jacoby an, der ihm zu einer vorübergehenden Tätigkeit in einer Fabrik für künstliche Blumen in Paris verhalf und über den er auf einem Konzert im Konservatorium seine künftige Frau kennenlernte (Zeller 1966: 12f.). Laut seinem im Deutschen Exilarchiv aufbewahrten Splitternachlass heiratete er am 13.11.1913 in Straßburg Katharina Martha Michel (genannt Marthe), Schülerin am Konservatorium und Tochter eines Straßburger Fabrikanten. Am 1. Oktober 1914 kam dort die gemeinsame Tochter Ruth zur Welt. Sein Nachlass im Deutschen Literaturarchiv in Marbach erwies, dass die Familie sich bis 1917 im Elsass, ab da in München2In der vermutlich von seiner Frau stammenden biographischen Angabe steht, er sei „1920 gleichzeitig mit R. M. Rilke und Max Pulver u.a. als lästige Ausländer aus München ausgewiesen“ worden (Hippius 1966: 495), dies bestätigt M. H. Zeller (1966: 14). und dann in Weimar aufhielt. Er war mit zahlreichen Lehrern und Schülern des Weimarer Bauhauses bekannt und nahm zusammen mit seiner Frau 1922 am „De Stijl“-Kurs unter der Leitung Theo van Doesburgs teil, der in seine neue Kunstrichtung auch die Typographie einbezog. Ein Jahr später wird eine Regiearbeit Bernsons für die dem Bauhaus nahestehende Tanzschule Hellerau in der Presse besprochen (s. auch Zeller 1966: 15). Am 29. April 1927 nennt Bernson in einem Brief Salman Schocken seinen „Brotherr[n]“ (Schocken Kaufhaus AG); ein späterer Brief einer Kollegin bestätigt, dass er für den Berliner Verlag Paul Cassirer tätig war. Aufenthalte in Berlin, Erfurt, in Kronberg im Taunus sowie in Nymphenburg bei München sind in den Nachlässen verzeichnet, desgleichen, dass er 1933 nach Frankreich ins Exil ging. Von Mitte Oktober 1942 bis Juni 1945 lebte er im Exil in der Schweiz.3Vgl. Dossier Bernard Bernson im Schweizer Bundesarchiv, Bern. Nach dem Krieg lebte er mit seiner Frau wieder in Paris.
Auf der Homepage des Autographenhändlers Kotte wird der Exilbeginn bestätigt und ergänzt:
Marthe und Bernhard Bernson sollten 1933 nach Paris emigrieren und dort ein Centre d’études grapho-pédagogiques4Hierzu ließ sich nichts Näheres finden, eine Anfrage bei dem Autographenhändler blieb unbeantwortet. Der Splitternachlass im Deutschen Exilarchiv enthält einen Zeitungsartikel von Otto Fanta: „Babel und Bibel. Eine Spitzenleistung des Buchdrucks.“ Prager Tagblatt 11. April 1937, den Bernson vielleicht für diese Einrichtung brauchte (zu Otto Fanta gibt es einen Wikipedia-Artikel). Noch 1957 veröffentlichte Marthe Bernson einen illustrierten Text über den Schrifterwerb von Kindern: „Du gribouillis au dessin, évolution graphique des tout-petits“ Neuchâtel, Paris, Delachaux et Niestlé 1957 Collection Techniques de l’éducation artistique, Nr. 3, 88 Seiten. betreiben; Marthe Bernson selbst war auch als Übersetzerin tätig und übersetzte u. a. C. G. Jungs „Psychologie und Religion“ ins Französische.5Die Übersetzung (zusammen mit Gilbert Cahen, 1904–2001) unter der dem Titel Psychologie et religion umfasste 222 Seiten und erschien 1958 bei Buchet-Chastel-Corrèa in Paris.
In Frankreich betätigte Bernson sich vor allem im Auftrag zionistischer Organisationen. Anfangs lebten Bernsons in Chatillon sous Bagneux an der Seine, dann nahmen sie sich eine kleine Wohnung in Paris. Bernson hatte (teils auch zusammen mit seiner Frau) in Paris Spendenkampagnen für die Jugend-Alijah durchzuführen – also die Vorbereitung jüdischer Jugendlicher auf die Auswanderung nach Palästina –, was sich wegen der Konkurrenz der verschiedenen Gruppierungen schwierig gestaltete, zumal ihn Empfehlungsschreiben oder Auftragsbestätigungen auf dem Postweg oft zögerlich oder gar nicht erreichten. Bernson hatte auch vor, sich mit dem Judentum verschiedener Schriftsteller zu beschäftigen, wie Notizen in seinem Marbacher Nachlass zeigen. Dort schreibt er zum Beispiel, Else Lasker-Schüler trage „ihr Zion im Herzen“.
Nach dem Krieg blieben die Bernsons in Paris. Ende der 1950er Jahre konnte der Buchhändler Fritz Picard, der in Berlin ebenfalls für Schocken6Den Verlag, nicht wie Bernson für den Kaufhauskonzern. gearbeitet und 1951 im Pariser Exil die berühmte Buchhandlung Calligrammes eröffnet hatte, Bernson über eine deutschsprachige Zeitungsannonce aufspüren. Das teilte der Schleswiger Buchhändler Karl Liesegang am 5. Februar 1960 Hans Holtorf, einem gemeinsamen Freund aus der Theaterszene, brieflich mit. Wie die Familie Bernson die Besatzungszeit in Frankreich überstand, schildert seine Frau Marthe den Holtorfs in einem Brief vom 13. Mai 1960 aus Paris:
Wir hatten in der schwersten Zeit etwas wie eine zweite Heimat gefunden: In einem Landerziehungsheim,7Dabei handelt es dabei um die von teils aus der Schweiz stammenden protestantischen Pädagoginnen Marguerite Soubeyran, Catherine Krafft und später Simone Monnier geleitete École de Beauvallon, eine pädagogische Einrichtung, die während des Zweiten Weltkriegs Juden Zuflucht bot. Dafür wurden die Schulleiterinnen in die Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ aufgenommen. Bernson schrieb in dieser Zeit auf Französisch Erzählungen für Jugendliche, die seine Frau 1966 posthum veröffentlichte. Der Band in Paris bei Éditions Magnard mit dem Titel Les contes de Beauvallon wurde von dem damals 18-jährigen Mathias Bernson illustriert, einem von Bernhards und Marthes Enkeln. wo wir von 1940–45 unterrichteten, Bernh. u. ich. Die 3 Direktorinnen sind noch jetzt unsere Freundinnen, und haben Ruths beide Söhne in Obhut, wegen Wohnungsmangel der Mutter. Leider liegt Dieulefit (Drȏme) sehr weit weg; Ruth war aber in der Besatzungszeit in Paris geblieben (mit dem Vater der Kinder) und war 3 mal heimlich zu uns gekommen. Jetzt arbeitet sie als industrielle Zeichnerin in einem regelmässigen Betrieb, nachdem sie durch Nachtarbeit im Filmbetrieb ernstlich erkrankte.
Eher blieben die Bernsons an dieser bis heute existierenden reformpädagogischen Schule, wo er Naturwissenschaften, insbesondere Botanik, und Deutsch unterrichtete (Zeller 1966: 16), nur bis 1942, wie Bernson in seiner Einleitung zu dem posthum erschienenen Erzählungsband selbst schreibt, und fanden sie danach bis zur Befreiung Frankreichs vorübergehend in der Schweiz Zuflucht.
Noch im Juli 1960 bestätigte die ursprünglich aus Prag stammende Übersetzerin Grete Fischer aus London, dass sie Bernson aus ihrer Zeit beim Berliner Verlag Paul Cassirer her kenne, wo ihm René Schickele die Leitung der Weißen Blätter übergeben habe,8Bernson übernahm im April 1920 für den erkrankten René Schickele für einige Monate die Herausgabe der Weißen Blätter, wo auch zwei Aufsätze von ihm erschienen: „Gespräch um Strindberg“ (Heft 4/5 April/Mai 1920, S. 193–205) und „Dadaistenwitz“ (Heft 7 Juli 1920, S. 330–333). und dass sie sein schriftstellerisches Wirken, das durch die beiden Weltkriege und die Verfolgung gelitten habe, bezeugen könne. Wofür Bernson dieses Empfehlungsschreiben nutzte, ließ sich nicht ermitteln. Wie es scheint, kehrte er nie mehr nach Deutschland zurück. Bernhard Bernson starb am 10. Mai 1963 in Paris.9Dies bestätigt auch das Vorwort von M. H. Zeller zu den Contes de Beauvallon (Zeller 1966: 12).
Literarisches Schaffen
Bernhard Bernson schrieb zeitlebens vor allem Theaterstücke und einige wenige Erzählungen mit überwiegend jüdischen Themen: ein Schauspiel mit dem Titel Die Befreiten (Wien, München, Zürich: Dreiländerverlag 1919), ein dreisprachiges (Deutsch, Französisch, Jiddisch) Drama mit dem Titel Die Pest, das im mittelalterlichen Straßburg spielt, und ein Märchen vom König Sonntag (beide Berlin: P. Cassirer 1920) sowie einen Sprechchor mit dem Titel Ahasver (1926)10Im Nachlass in Marbach haben sich verschiedene Fassungen und ein Übungsbuch für Aufführungen erhalten. , der 1934 in französischer Übersetzung in der Zeitschrift Cahiers juifs erschien; Bernson ließ den Text des Sprechchors vom Phonetischen Institut der Pariser Universität auf Schallplatte aufzeichnen und bot ihn dem Schocken Verlag in Berlin zur Veröffentlichung in dessen Bücherei an. Einige weitere Theaterstücke und zusätzliche Fassungen enthält sein Nachlass11Anfang. Schauspiel in einem Akt (ohne Datum), Schöne Kleider (ohne Datum); Der Rosenkeller von Susa. Tragikomisches Spiel in einem Aufzug(ohne Datum); Die Versuchung des Rabbi Micha (ohne Datum); Saul (1918); Hochzeit Wronkow (1925), König Herrin oder Die wiedergefundene Natur. Dramatisches Capriccio in vier Aufzügen (ohne Datum); Kreuzweg (Weihnachtsspiel, um 1925); Tanzspiel (1928).im Deutschen Literaturarchiv in Marbach, zusammen mit sehr umfangreicher handschriftlicher Korrespondenz, die von 1918 bis 1963 reicht.Vom Exil aus versuchte Bernson, als Urheber die Kontrolle über seinen mehrfach erfolgreich aufgeführten Sprechchor Ahasver zu behalten. Mit Isidor Reiss,12Zu ihm finden sich online Informationen in einer tschechischen Holocaustopfer-Datenbank.der für zionistische Organisationen in Brünn und Prag13Laut der Korrespondenz mit Bernson waren dies „Sionistická Organisace“ Brno [Zionistische Organisation, Brünn] und „Klub Zioni Atid“ [Klub der zionistischen Zukunft], Praha [Prag]. tätig war, stritt er sich, weil dieser das Stück ohne Genehmigung und ohne den Autor zu informieren oder zu vergüten, auf verschiedenen Bühnen eigenmächtig inszenierte. In einem undatierten handschriftlichen Brief schreibt ihm Bernson:
Sie haben sich bisher an keine Abmachung gehalten, die Sie getroffen haben; von den meisten Aufführungen erfahre ich nur von dritter Seite (auch dass sie stets anonym stattfinden), in keinem einzigen Fall ist mir auch nur ein Wort mitgeteilt, geschweige auch die bescheidenste Vergütung geschickt worden. Sie wissen genau, dass die Ahasver-Bücher, die Sie vor länger als einem Jahr bei mir geholt haben, immer noch unbezahlt sind, während ich selbst die Druckkosten bis zum letzten Pfennig habe abtragen müssen.
Ernst Mechner,14Zu ihm finden sich online Informationen auf der Seite der Israelischen Nationalbibliothek. der als Vertreter des Jüdischen Nationalfonds „Keren Kajemeth Lejisrael“ Berlin an den Weltrechten des Stücks für das Hauptbüro der KKL in Jerusalem interessiert war, kritisierte seinerseits Reiss wegen der vorenthaltenen Tantiemen. An Bernson wandte sich Mechner wiederholt mit der Bitte um neue Stücke zu jüdischen Anlässen wie Chanukka oder Purim. Bernson antwortete am 27. März 1934:
Ich bin durchaus Ihrer Meinung, dass die früher so häufigen Missgriffe bei der Gestaltung zionistischer Feiern u. Propagandaveranstaltungen vermieden werden müssen. Die Einsicht dieser Notwendigkeit hat mich ja bestimmt von der allgemeinen literarischen Linie abzubiegen in die jüdische.
Er fuhr fort:
Ein Missverständnis besteht anscheinend auch hinsichtlich meines Widerstands gegen die „unbefugten“ Aufführungen meines „Ahasver“ und anderer Arbeiten: Es ist mir dabei am wenigsten um die „Tantièmen“ und am meisten um den Übelstand zu tun, dass geistige Arbeit für vogelfrei gehalten und ihr gegenüber jede Anstandspflicht verletzt werden kann. Es erübrigt sich wohl, hierzu Erläuterungen zu geben, die dem Ansehen unsrer Bewegung nur abträglich sein können.
Neben dieser mühsamen eigenhändigen Vertretung der Aufführungsrechte seiner Werke hielt Bernson im Exil auf Französisch Vorträge zur Graphologie, zur Traumdeutung (in seinen im Nachlass erhaltenen umfangreichen Tagebüchern notierte er ausschließlich Träume) sowie zu Riten im Judentum und Symbolen des Hebräischen. Auch in dieser Hinsicht war er „von der allgemeinen literarischen Linie“ abgebogen „in die jüdische“.
Translatorisches Handeln
Bernsons erste Übersetzung stellt einen Sonderfall in seinem Werk dar und hat eine ungewöhnliche, bewegte Geschichte. Es handelt sich um eine Buchübersetzung aus dem Englischen, ohne dass klar wäre, wie er die Sprache erlernte und wie er zu dem Auftrag kam, Erzählungen von Edgar Allan Poe ins Deutsche zu bringen. Womöglich war es durch einen lokalen Kontakt als Auftragsarbeit dazu gekommen. Denn der auf Deutsch immerhin 520 Seiten umfassende Band mit dem Titel Seltsame Geschichten des amerikanischen Autors erschien 1913 und dann noch einmal 1918 an Bernsons damaligem Wohnort Straßburg. Und zwar bei Josef Singer, laut Wikipedia-Eintrag einem Verlag, der bereits seit 1906 einen zweiten Sitz in Leipzig hatte (wo 1923 eine weitere Nachauflage der Seltsamen Geschichten erschien), 1919 ganz dorthin und nach dem Verkauf an andere jüdische Verleger 1926 nach Berlin übersiedelte. 1935 wurde der Verlag vom Carl Fr. Fleischer Verlag übernommen (vermutlich „arisiert“) und beendete seine Existenz. Da befand sich der Übersetzer schon seit zwei Jahren im Exil.
In einem noch in einem Privatarchiv befindlichen Nachlass-Teil fanden sich Briefe von Bernhard Bernson aus dem Herbst und Winter 1912 an seine Marthe Michel, die da noch nicht seine Frau war, aus Wien. Aus diesen Briefen geht hervor, dass er den Auftrag als Nebenbeschäftigung anfangs nicht allzu ernst nahm und überrascht war über den großen Wert, den der Verlag dem Buch beimaß. Und es geht daraus hervor, dass er sie als Partnerin mit einbezog in die literarische Arbeit am Text und mit Ideen für literarische Veranstaltungen.
Meine pp. Biographen werden einmal diese Poe Geschichte sehr ernst nehmen, wie Singer es bereits tut, denke nur er hat E. Preetorius gewonnen, nun das Buch auszustatten. Das kostet ihn mindestens 3000M und ich bekomme 200 M minus Papier und Porti! En fin ich habe wieder etwas arbeiten können, nachdem ein paar Opiumtrophen mein Inneres beruhigt haben. ‚Die Mordtaten in der Rue Morgue‘ sind also auch fertig. (Brief Bernhard Bernson an Marthe Michel, Wien, 4. Dezember 1912)
Wie genau ihre Mitarbeit aussah, erfährt man nicht, aber dass er sie darum bat:
…c’est fait − die Hälfte vom goldenen Scarabäus gut übertragen und Dich dabei lieb gehabt und dadurch vergessen, dass es recht ekelhafte Geschichten sind, die alle zwischen Wahnsinn und Tod in der Schwebe hängen. Den Untergang des Hauses Usher wirst Du mir bitte bearbeiten; Poe der naturwissenschaftlich sehr ernsthaft gearbeitet hat, zeigt in seiner Novelle, wie ein stolzes, starkes Geschlecht zugrunde gehen muss, in seinen letzten Sprösslingen, einem überzarten Geschwisterpaar, weil es immer „reinrassig“ geblieben ist und sich nicht mit fremden Blut hat mischen wollen. Eine Erscheinung – die sogenannte „Inzucht“, die nicht selten ist. (Brief Bernhard Bernson an Marthe Michel, Wien, 19. November 1912)
Einen Tag später vermeldete er Fortschritte:
„Ich habe noch einige Sätze Radebrecherei von Jupiter dem Nigger umzumodeln, dann ist der goldene Scarabäus fertig. Es bleiben mir aber noch 10 Tage für diese Hälfte des Manuskripts, und 14 Tage für die andere Hälfte.“ (Brief Bernhard Bernson an Marthe Michel, Wien, 20. November 1912)
Er arbeitete sich offenbar so sehr ein ins Übersetzen, mit dem er ausdrücken wollte, was der Autor „meinte“, dass er sich dadurch auch zum Schreiben eigener Erzählungen angeregt fühlte:
Mit den Poe Novellen komme ich jetzt rasch voran; während ich arbeite habe ich das Gefühl, eine Seziernadel in der Hand zu halten, statt der Feder und in bloßgelegten Hirnhälften herumzustochern. Das Gehirn wenn es blossgelegt wird, leuchtet bläulich; ich lasse mich also von diesem schimmernden Dunst nicht täuschen. Klingt es nicht wie der status praesens eines Nervenarztes im goldenen Scarabäus: „Er war sehr gut erzogen, geistig ungewöhnlich reichbegabt, stand aber unter dem Zwang einer krankhaften Menschen… daher war er seltsamen, wechselnden Stimmungen unterworfen; bald zeigte er sich stürmisch angeregt und begeistert, bald wieder trübsinnig und teilnahmslos. Er besaß viele Bücher, las aber sehr wenig.“ − Poe hat zwar etwas anders gesprochen, aber er meint im Deutschen das, was ich schreibe. Ich bearbeite diese Novellen im Kopf, bis ich Satz für Satz hinschreiben kann. Dabei sehe ich, dass ich eigentlich ein ganz schönes Talent zum Dichten habe. (Brief Bernhard Bernson an Marthe Michel, Wien, 22. November 1912)
Er begann beim Übersetzen, sich für das Genre der Groteske zu begeistern, für das Poe berühmt war:
Die Poe Gespenstergeschichten gehen mir Tag und Nacht im Kopf herum; wären sie von einem Pfuscher und nicht von einem Meister geschrieben, so würden sie nicht wirken auf mich. So aber suche ich noch jede Nuance des Grotesk Unheimlichen zu vertiefen. […] Ich sehe nun wie leicht es für mich wäre zwanzig Pestnovellen zu schreiben und mehr, wenn ich nicht strenger gegen mich wäre, als Poe es gegen sich war. (Brief Bernhard Bernson an Marthe Michel, Wien, 25. November 1912)
Als Übersetzer war er mit dem Verleger so eng im Austausch, dass er sich auch mit Titelvorschlägen einbrachte (am Ende hieß der Band Seltsame Geschichten, was er als Untertitel angeboten hatte). Hier äußert er im selben Brief die Idee, Marthe solle öffentlich vorlesen:
Für Singers Gespensterbuch brauche ich allein für 2 Kr. Papier! Als Titel habe ich ihm vorgeschlagen Geöffnete Gräber, seltsame Geschichten von E.-A. Poe und Witzige und Wahnsinnige Geschichten, Ahnsinn und Wahnsinn (siehe [Richard] Dehmel) ach wenn ich nur mit dem schwarzen fertig wär und mein Sorgenmännchen tanzen lassen kann auf meinem grauen Sorgensack. Möchtest Du an einem literarischen Abend nicht etwas köstliches vorlesen? Ich meine „Meister Martin und seine Gesellen“ von E.T.A. Hoffmann, den ich heute früh gegen 4 Uhr! Zu mir holte, weil ich gar nicht schlafen konnte. (Brief Bernhard Bernson an Marthe Michel, Wien, 28. November 1912)
In der Nachkriegszeit erfuhr Bernsons Übersetzung ein von ihm unbemerktes Nachleben, denn der Widerstandskämpfer Ernst Bauer, der in Ulm den Aegis-Verlag gegründet und von der amerikanischen Militärbehörde eine Lizenz erhalten hatte, entdeckte sie wieder. 1946 erscheint zunächst eine zweisprachige Ausgabe von Poes The gold bug / Der goldene Skarabäus (Poe 1946b), deren Urheber ungenannt bleibt und jedenfalls nicht mit Bernson identisch ist, und zwar als Nr. 2 (1946) der Aegis-Zweisprachen-Reihe. Am Ende des unsignierten Nachworts wurde Bernsons Übersetzung in den bibliographischen Angaben als eine von sechs Vorgängerübersetzungen aufgelistet.15Wörtlich heißt es dort: „Von E. A. Poe’s Werken sind u. a. folgende Ausgaben erschienen: […] Seltsame Geschichten. Uebers. von Bernson. Straßburg: Singer. Wer den Text für Aegis übersetzt hat, wurde in dem Bändchen nicht angegeben. Parallel erschien als Band 2 der Aegis Weltreihe eine Auswahl von 13 Erzählungen Edgar Allan Poes (Poe 1946a) – hier nun tatsächlich und auch mit Namensnennung in der Übersetzung von Bernhard Bernson, und zwar mit einem Nachwort, das mit dem der Zweisprachen-Reihe identisch war (und sich von dem Vorwort zu Bernsons Übersetzung von 1923 unterschied), aber ohne den „Goldenen Skarabäus“, den ja anonym jemand anderes16Laut Auskunft per E-Mail vom 10. April 2026 von Joachim Bauer handelte es sich um Otto Wiegandt, den 1898 geborenen Vorsitzenden des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben. übersetzt hatte. Eigenartigerweise ist Bernson der einzige der vorhergehenden Poe-Übersetzer, der im präzisierenden oder veredelnden Titel für das englische „gold bug“ das Wort „Skarabäus“ verwendet, der anonyme Übersetzer hat den Titel also vielleicht von ihm übernommen. Für die Aegis-Weltreihe wurden gegenüber der Singer-Ausgabe, mit der sie vom Format und der hellblauen Einbandfarbe her identisch ist, 13 von ursprünglich 20 übersetzten Erzählungen ausgewählt, in veränderter Reihenfolge präsentiert, dafür aber Illustrationen und Epigraphe, die den Erzählungen in der Singer-Ausgabe zur Einstimmung vorangestellt waren, weggelassen. Bernsons Text wurde mit behutsamen Eingriffen leicht modernisierend bearbeitet; die ornamentalen Schnörkel auf dem Einband der Straßburger Ausgabe wurden bei Aegis weggelassen.
Laut einer im Verlagsarchiv aufbewahrten „Notariellen Erklärung“ im Börsenblatt des deutschen Buchhandels hatte Ernst Bauer zur Einholung der Rechte nach Bernhard Bernson und seinem Verlag Josef Singer gesucht und das Honorar für die Nutzung der Übersetzung auf einem Verwahrkonto eingezahlt. Den Singer-Verlag gab es da schon nicht mehr, aber der Übersetzer lebte noch.
Ein weiteres Mal wurde eine Auswahl der von Bernhard Bernson übersetzten Poe-Erzählungen laut Katalog der Deutschen Nationalbibliothek 1957, also auch da noch zu Lebzeiten des Übersetzers, in einer Ausgabe von Volk und Welt wiederverwendet.17Hier wäre nachzuforschen, ob es Verlagskorrespondenz mit dem Übersetzer gab und ob dieser seine Zustimmung zum Abdruck erteilte und ein Honorar dafür erhielt. Die Suche im Verlagsarchiv im Bestand der Berliner Akademie der Künste ergab dazu keinen Treffer. Er selbst unternahm – vielleicht weil ihn seine verschiedenen Tätigkeiten als Theaterautor, zionistischer Aktivist und Vortragsredner davon abhielten – keinen Versuch, die Rechte daran wiederzuerlangen oder sich nach dem Schicksal seiner Übersetzung zu erkundigen.Vielleicht war ihm aber auch das Englische in die Ferne gerückt. Die französische Sprache muss Bernhard Bernson seit seiner Zeit in Straßburg auf jeden Fall näher gewesen sein. Zumindest traute er sich das Übersetzen aus dem Französischen schon vor seinem Exil zu, wie er dem Theaterregisseur Hans Holtorf (der übrigens zusammen mit seiner dänischen Frau Agathe sämtliche 32 Komödien des dänischen Autors Ludwig Holberg übersetzte) am 29. April 1927 schrieb, auch wenn die in diesem Brief geäußerte Idee nicht realisiert wurde:
Übrigens: Ihr Gedanke – Molièreabend – ist gut. Die beiden Stücke – Medecin malgré lui und mariage forcé eignen sich sehr. Die Uebersetzungen mache ich selbst, wie wir sie brauchen. Ich habe dabei in der Regel eine glückliche Hand. Haben Sie schon einmal an Die Gezierten von Molière gedacht – Les Précieuses ridicules? – die sind für uns wie geschaffen.
Im Exil waren seine Französisch-Kenntnisse, die sicher von seiner Zeit in Straßburg und Paris18Von 1908-1910/11 übte er laut der Auskunft von Georg Wiesing-Brandes (Hannover) eine kaufmännische Tätigkeit in Paris aus. herrührten, bereits so gut, dass er zusammen mit seiner Frau Marthe einen Text des Schweizer Graphologen Max Pulver (1889–1952)19Max Pulver übersetzte seinerseits ebenfalls, und zwar je einen Roman von Émile Zola, Pierre MacOrlan und Théophile Gautier., mit dem er seit 1918 korrespondierte und über den er am 8. Februar 1935 einen Vortrag auf Französisch gehalten hatte, ins Französische übersetzte. Die Übersetzung erschien 1936 in der Zeitschrift Graphologie scientifique.
Die im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrte Korrespondenz gewährt einen Einblick in Bernsons Selbstverständnis als Übersetzer wissenschaftlicher Texte, der aufgrund eigener Fachkenntnisse aktiv Veröffentlichungsmöglichkeiten erschließt. So verfasste er auf Französisch Gutachten über die Handschriften von Alfred Döblin, Käthe Kollwitz und Richard von Kullmann und plante noch 1959 eine Sammlung von Porträts, bei denen er sich auf bereits publizierte eigene graphologische Texte stützen wollte. An Pulver schrieb er:
Ich halte diese Veröffentlichung nicht nur im Interesse Deines Werks für notwendig. Die an Deiner Arbeit heftig interessierten französischen Kollegen brauchen zunächst eine Unterlage, die sie zur vertieften Beschäftigung mit Deinen Büchern anregt. Die Übersetzung eignet sich für diesen Zweck. Sie ist fertig, aber noch nicht ganz abgetippt. Ich schicke das Ganze in den nächsten Tagen mit einigen Fragen und Vorschlägen hinsichtlich der Übersetzung einiger schwieriger Stellen. (Brief von Bernhard Bernson an Max Pulver vom 23. Januar 1935 aus Paris)
Am 26. Januar 1935 schickte er das Typoskript und erläuterte, wo er Missverständnisse vermeiden, die Rezeption in Frankreich und den dort gängigen Diskurs berücksichtigen musste:
Ich habe möglichst wörtlich übersetzt und mich bemüht, nichts zu verwischen. Einige Schwierigkeit machten im Deutschen übliche Bezeichnungen wie „gestützte Formen“, „gestützte Nebenrichtung“ usw.: Die Franzosen kennen zur Not den Ausdruck ‚“sacré coeur“ ohne recht zu wissen, worum es sich dabei handelt. Wir haben vorläufig übersetzt: Forme étayée (délié aux pointes dissimulés) und wie auf S. 10 hinzugesetzt: „genre sacré coeur“. Weiterhin musste ich Wendungen wie „sich und andern ein x für ein u vormachen“ S. 134 durch „prendre vessie pour laterne“ S. 5 d. Übers., also nicht dem Wort sondern dem Sinn nach wiedergeben. Ähnlich musste ich auf S. 14 der Übersetzung etwas frei vorgehn, um den französischen Text nicht zu verkrampfen. Ich hoffe, dass im Ganzen kein Lapsus unterlaufen ist und die Übersetzung ihren Zweck erfüllen wird.
Als er dem Autor die Übersetzung zur Korrektur zuschickte, erörterte Bernson mit ihm Einwände des französischen Redakteurs:
[H]ier kommt nun endlich Dein Ivar Kreuger. Nimm ihn bitte gleich vor und schicke ihn mir so rasch als möglich zurück! Die Übersetzung kann als gelungen und gut bezeichnet werden. Ich habe sie mit Mr. Legrain gründlich durchgesehn (er hat mir zwei Tage dafür zur Verfügung gestellt), es waren aber nur geringfügige Änderungen nötig. Er hält es für richtig, das Wort Exhibitionismus durch „manifestation extérieure etc.“ zu ersetzen (S. 5, Zeile 4 von unten), weil der sexual-pathologische Wortsinn im Französischen an dieser Stelle zu stark hervortreten würde. Dann hat er mir auf Seite 6, Zeile 4 und 8 von oben, „infantil“ durch „enfantin“ ersetzt was mir beim Lesen der Korrektur einfach falsch erscheint. Der Ausdruck „Zweidimensionalität“ im dritten Abschnitt auf Seite 6 „Les paperasses etc.“ geht den Franzosen in der ersten Fassung nicht ein: falls meine Korrektur nicht ausreicht, wäre eine kleine Fussnote angebracht. In der Fussnote auf Seite 1 muss noch der Preis des Buchs in französischen Franken eingesetzt werden. (12. April 1935)
Pulver gab ihm hinsichtlich „infantil“ recht und meinte, dass die anderen Umschreibungen nichts schaden könnten.
Auch wenn hier der Gelegentlich-Übersetzer Bernson die Sprachrichtung gewechselt hat und aus dem Deutschen ins Französische übersetzte, zeigt der Austausch, dass er sich in den Literaturbetrieb des Zufluchtslandes, insbesondere in dessen wissenschaftlichem Grenzbereich der Graphologie, mit der sich etwa auch Henri Bergson und andere Phänomenologen befassten, integrieren konnte. Seine – von ihm vielleicht als einmalige Auftragsarbeit betrachtete – Poe-Übersetzung aus dem Englischen entzog sich seiner Kontrolle und erschien ohne sein Wissen sowohl in der amerikanisch besetzten Zone als auch in der DDR. Ob und wie intensiv nach ihrem Urheber gesucht wurde, bleibt dahingestellt.
Anmerkungen
- 1Schriftliche Auskunft von Georg Wiesing-Brandes (Hannover) an die Verf. vom 20. April 2026
- 2In der vermutlich von seiner Frau stammenden biographischen Angabe steht, er sei „1920 gleichzeitig mit R. M. Rilke und Max Pulver u.a. als lästige Ausländer aus München ausgewiesen“ worden (Hippius 1966: 495), dies bestätigt M. H. Zeller (1966: 14).
- 3Vgl. Dossier Bernard Bernson im Schweizer Bundesarchiv, Bern.
- 4Hierzu ließ sich nichts Näheres finden, eine Anfrage bei dem Autographenhändler blieb unbeantwortet. Der Splitternachlass im Deutschen Exilarchiv enthält einen Zeitungsartikel von Otto Fanta: „Babel und Bibel. Eine Spitzenleistung des Buchdrucks.“ Prager Tagblatt 11. April 1937, den Bernson vielleicht für diese Einrichtung brauchte (zu Otto Fanta gibt es einen Wikipedia-Artikel). Noch 1957 veröffentlichte Marthe Bernson einen illustrierten Text über den Schrifterwerb von Kindern: „Du gribouillis au dessin, évolution graphique des tout-petits“ Neuchâtel, Paris, Delachaux et Niestlé 1957 Collection Techniques de l’éducation artistique, Nr. 3, 88 Seiten.
- 5Die Übersetzung (zusammen mit Gilbert Cahen, 1904–2001) unter der dem Titel Psychologie et religion umfasste 222 Seiten und erschien 1958 bei Buchet-Chastel-Corrèa in Paris.
- 6Den Verlag, nicht wie Bernson für den Kaufhauskonzern.
- 7Dabei handelt es dabei um die von teils aus der Schweiz stammenden protestantischen Pädagoginnen Marguerite Soubeyran, Catherine Krafft und später Simone Monnier geleitete École de Beauvallon, eine pädagogische Einrichtung, die während des Zweiten Weltkriegs Juden Zuflucht bot. Dafür wurden die Schulleiterinnen in die Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ aufgenommen. Bernson schrieb in dieser Zeit auf Französisch Erzählungen für Jugendliche, die seine Frau 1966 posthum veröffentlichte. Der Band in Paris bei Éditions Magnard mit dem Titel Les contes de Beauvallon wurde von dem damals 18-jährigen Mathias Bernson illustriert, einem von Bernhards und Marthes Enkeln.
- 8Bernson übernahm im April 1920 für den erkrankten René Schickele für einige Monate die Herausgabe der Weißen Blätter, wo auch zwei Aufsätze von ihm erschienen: „Gespräch um Strindberg“ (Heft 4/5 April/Mai 1920, S. 193–205) und „Dadaistenwitz“ (Heft 7 Juli 1920, S. 330–333).
- 9Dies bestätigt auch das Vorwort von M. H. Zeller zu den Contes de Beauvallon (Zeller 1966: 12).
- 10Im Nachlass in Marbach haben sich verschiedene Fassungen und ein Übungsbuch für Aufführungen erhalten.
- 11Anfang. Schauspiel in einem Akt (ohne Datum), Schöne Kleider (ohne Datum); Der Rosenkeller von Susa. Tragikomisches Spiel in einem Aufzug(ohne Datum); Die Versuchung des Rabbi Micha (ohne Datum); Saul (1918); Hochzeit Wronkow (1925), König Herrin oder Die wiedergefundene Natur. Dramatisches Capriccio in vier Aufzügen (ohne Datum); Kreuzweg (Weihnachtsspiel, um 1925); Tanzspiel (1928).
- 12Zu ihm finden sich online Informationen in einer tschechischen Holocaustopfer-Datenbank.
- 13Laut der Korrespondenz mit Bernson waren dies „Sionistická Organisace“ Brno [Zionistische Organisation, Brünn] und „Klub Zioni Atid“ [Klub der zionistischen Zukunft], Praha [Prag].
- 14Zu ihm finden sich online Informationen auf der Seite der Israelischen Nationalbibliothek.
- 15Wörtlich heißt es dort: „Von E. A. Poe’s Werken sind u. a. folgende Ausgaben erschienen: […] Seltsame Geschichten. Uebers. von Bernson. Straßburg: Singer.
- 16Laut Auskunft per E-Mail vom 10. April 2026 von Joachim Bauer handelte es sich um Otto Wiegandt, den 1898 geborenen Vorsitzenden des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben.
- 17Hier wäre nachzuforschen, ob es Verlagskorrespondenz mit dem Übersetzer gab und ob dieser seine Zustimmung zum Abdruck erteilte und ein Honorar dafür erhielt. Die Suche im Verlagsarchiv im Bestand der Berliner Akademie der Künste ergab dazu keinen Treffer.
- 18Von 1908-1910/11 übte er laut der Auskunft von Georg Wiesing-Brandes (Hannover) eine kaufmännische Tätigkeit in Paris aus.
- 19Max Pulver übersetzte seinerseits ebenfalls, und zwar je einen Roman von Émile Zola, Pierre MacOrlan und Théophile Gautier.

