Germersheimer ÜbersetzerlexikonGermersheimer Übersetzerlexikon
Torquato Tasso: Befreites Jerusalem. Übersetzt von J. D. Gries. 2. Aufl. Jena: Frommann 1810.

Johann Diederich GRIES, 1775–1842

Unter Experten in Sachen Übersetzungsgeschichte ist Johann Diederich Gries kein Unbekannter. Er zählt z. B. zu den zehn „bedeutende[n] Übersetzerpersönlichkeiten von der frühen Neuzeit bis heute“, deren Leben und Werk in der Europäischen Übersetzungsgeschichte von Jörn Albrecht und Iris Plack dargestellt wird (2018: 342–344). Friedmar Apels von Gottsched bis Enzensberger reichende „Leseliste zur Geschichte des Übersetzens in Deutschland“ umfasst 60 Übersetzer, von Gries werden dessen Calderón- und Tasso-Übersetzungen zur Lektüre empfohlen (Apel 1983: 86). Der in seiner Materialfülle unübertroffene Marbacher Ausstellungskatalog Weltliteratur. Die Lust am Übersetzen im Jahrhundert Goethes hat ihm – zusammen mit Johann Gottlob Regis – ein eigenes, anschaulich detailreiches Kapitel gewidmet...

Weiterlesen >>

Cornelius BISCHOFF

Yaşar Kemal, den man als den kurdischsten aller türkischen Autoren oder den türkischsten aller Kurden bezeichnet hat, nannte seinen Übersetzer Cornelius Bischoff einmal scherzhaft den türkischsten aller Deutschen oder den deutschesten aller Türken (Baumann/Bischoff 2008a: 11). Tatsächlich betrachtete Bischoff sowohl Deutschland als auch die Türkei, aus der seine Mutter stammte und wo seine Familie für mehrere Jahre Zuflucht vor den Nationalsozialisten fand, als seine Heimat; seine ab den 1970er Jahren begonnene Übersetzungstätigkeit wurzelt in der Familiengeschichte und in den Freundschaften, die Cornelius Bischoff am Bosporus schloss.

Weiterlesen >>

Germersheimer Übersetzerlexikon

Unser Wissen über die Literaturen der Welt speist sich fast ausschließlich aus Übersetzungen. Denn wer könnte schon von sich behaupten, alles oder zumindest vieles im jeweiligen Urtext lesen zu können? Den literarischen Importen verdankt die deutsche Literatur ihren Reichtum und ihre Vielfalt. Von den Übersetzern kennen wir allerdings oft nicht einmal die Namen. Diesen Missstand soll das Germersheimer Übersetzerlexikon beheben. Die in ihm zusammengetragenen Daten werden zugleich eine neue, interkulturelle Sicht auf die Geschichte der deutschen Literatur (von den Tagen Luthers bis zum 21. Jahrhundert) ermöglichen.

Nach dem Vorbild des in den letzten Jahren entstandenen schwedischen Übersetzerlexikons (www.oversattarlexikon.se) werden im digitalen und online frei zugänglichen Germersheimer Übersetzerlexikon zu bedeutenden und interessanten Übersetzern wissenschaftlich fundierte, in Essayform geschriebene Porträts veröffentlicht. Neben Literaturübersetzern wird das Lexikon auch Übersetzer vorstellen, die philosophische, naturwissenschaftliche, religiöse oder politische Texte ins Deutsche gebracht haben. Die Essays zu Leben und Werk der einzelnen Übersetzer werden durch umfassende Bibliographien ergänzt.

Weiterlesen >>

Elemente einer deutschen klassisch-romantischen Übersetzungstheorie

Die zweite Hälfte des 18. und der Beginn des 19. Jahrhunderts war für die deutschsprachige vor(translations)wissenschaftliche Übersetzungstheoriebildung sehr produktiv. In dieser Zeit sind Texte entstanden, die sich für die spätere Kulturgeschichte des Übersetzens als außerordentlich relevant erweisen sollten. Die in ihnen enthaltenen Überlegungen lassen sich als Elemente oder Bausteine zu einer Übersetzungstheorie begreifen.

Weiterlesen >>