Germersheimer ÜbersetzerlexikonGermersheimer Übersetzerlexikon
Horst Engert (Quelle: Archiv der TU Kaunas)

Horst ENGERT, 1886–1949

Der Literaturwissenschaftler Horst Engert, der 1927 an die Universität in Kaunas berufen wurde, hat sich neben seiner germanistischen Lehre und Forschung mit dem Übersetzen zeitgenössischer litauischer Literatur beschäftigt. Dies ist als Pionierleistung zu bewerten, da auf Deutsch bisher nur Übersetzungen der traditionellen litauischen Volkspoesie sowie der im 18. Jahrhundert entstandenen Jahreszeiten von Donelaitis/Donalitius vorlagen.

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Ludwig von ALVENSLEBEN

Ludwig von Alvensleben war einer der produktivsten Übersetzer des 19. Jahrhunderts. Er gilt daher heute manchen als Prototyp des nur auf Quantität bedachten „Fabrikübersetzers“. Dass die Zeitgenossen seine Übersetzungstätigkeit nicht ganz so negativ einschätzten, lässt sich an seinerzeit veröffentlichten Rezensionen erkennen. Der Blick in die Bibliographie macht allerdings auch deutlich, dass sich seine Übersetzungen im Literaturbetrieb bzw. am Buchmarkt nicht lange halten konnten.

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Germersheimer Übersetzerlexikon

Unser Wissen über die Literaturen der Welt speist sich fast ausschließlich aus Übersetzungen. Denn wer könnte schon von sich behaupten, alles oder zumindest vieles im jeweiligen Urtext lesen zu können? Den literarischen Importen verdankt die deutsche Literatur ihren Reichtum und ihre Vielfalt. Von den Übersetzern kennen wir allerdings oft nicht einmal die Namen. Diesen Missstand soll das Germersheimer Übersetzerlexikon beheben. Die in ihm zusammengetragenen Daten werden zugleich eine neue, interkulturelle Sicht auf die Geschichte der deutschen Literatur (von den Tagen Luthers bis zum 21. Jahrhundert) ermöglichen.

Nach dem Vorbild des in den letzten Jahren entstandenen schwedischen Übersetzerlexikons (www.oversattarlexikon.se) werden im digitalen und online frei zugänglichen Germersheimer Übersetzerlexikon zu bedeutenden und interessanten Übersetzern wissenschaftlich fundierte, in Essayform geschriebene Porträts veröffentlicht. Neben Literaturübersetzern wird das Lexikon auch Übersetzer vorstellen, die philosophische, naturwissenschaftliche, religiöse oder politische Texte ins Deutsche gebracht haben. Die Essays zu Leben und Werk der einzelnen Übersetzer werden durch umfassende Bibliographien ergänzt.

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Elisabeth KAERRICK

Für das Bild, das sich durch viele Jahrzehnte des Russischen nicht kundige Leser von Leben und Werk Dostoevskijs machen konnten, sind die ab 1906 in Reinhard Pipers Verlag erschienenen Dostoevskij-Ausgaben von großer Bedeutung. Im verlegerischen Peritext wird in diesen Büchern eine Person namens „E. K. Rahsin“ als Übersetzer genannt. Dass sich hinter diesem Pseudonym die auf ihrer Unsichtbarkeit konsequent beharrende Elisabeth Kaerrick verbarg, war sogar 1960 noch nicht bekannt, als „E. K. Rahsin“ für ihr Dostoevskij gewidmetes „Lebenswerk“ bzw. für ihre „getreue Verdeutschung“ der Übersetzerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen wurde. Der Preisverleihung war Kaerrick alias Rahsin fern geblieben.

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