Germersheimer ÜbersetzerlexikonGermersheimer Übersetzerlexikon
J. Ch. Gottsched (Gemälde von L. Schorer, 1744)

Johann Christoph GOTTSCHED, 1700–1766

„Es wäre zu wünschen, daß sich Herr Gottsched niemals mit dem Theater vermengt hätte […]. Er verstand ein wenig Französisch und fing an zu übersetzen; er ermunterte alles, was reimen und Oui Monsieur verstehen konnte, gleichfalls zu übersetzen.“ Diese vernichtende Kritik Lessings von 1759 beeinflusst bis heute das Urteil über den einstigen „Literaturpapst“ Gottsched in deutschen Literaturgeschichten. Das kann aber kein Hindernis sein, um für eine Geschichte des Übersetzens Gottscheds Verdienste als Verfasser, Herausgeber und Förderer von Übersetzungen (insbesondere aus der französischen Literatur der Aufklärung) genauer in den Blick zu nehmen.

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Marie HOLZMAN

Noch während ihrer Schulzeit im litauischen Kaunas hatte die 1922 geborene Tochter des aus Deutschland stammenden Buchhändler- und Verlegerehepaars Holzman damit begonnen, Gedichte und Erzählungen aus dem Litauischen zu übersetzen. Doch schon im Oktober 1941 wurde Marie Holzman als Kommunistin und „Halbjüdin“ im von Deutschen besetzten Kaunas ermordet. Im Nachlass ihrer Schwester Margarete (1924–2017) haben sich einige der unveröffentlicht gebliebenen Übersetzungen erhalten. Sie werden in diesem UeLEX-Erinnerungsbeitrag erstmals vorgestellt.

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Germersheimer Übersetzerlexikon

Unser Wissen über die Literaturen der Welt speist sich fast ausschließlich aus Übersetzungen. Denn wer könnte schon von sich behaupten, alles oder zumindest vieles im jeweiligen Urtext lesen zu können? Den literarischen Importen verdankt die deutsche Literatur ihren Reichtum und ihre Vielfalt. Von den Übersetzern kennen wir allerdings oft nicht einmal die Namen. Diesen Missstand soll das Germersheimer Übersetzerlexikon beheben. Die in ihm zusammengetragenen Daten werden zugleich eine neue, interkulturelle Sicht auf die Geschichte der deutschen Literatur (von den Tagen Luthers bis zum 21. Jahrhundert) ermöglichen.

Nach dem Vorbild des in den letzten Jahren entstandenen schwedischen Übersetzerlexikons (www.oversattarlexikon.se) werden im digitalen und online frei zugänglichen Germersheimer Übersetzerlexikon zu bedeutenden und interessanten Übersetzern wissenschaftlich fundierte, in Essayform geschriebene Porträts veröffentlicht. Neben Literaturübersetzern wird das Lexikon auch Übersetzer vorstellen, die philosophische, naturwissenschaftliche, religiöse oder politische Texte ins Deutsche gebracht haben. Die Essays zu Leben und Werk der einzelnen Übersetzer werden durch umfassende Bibliographien ergänzt.

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Elemente einer deutschen klassisch-romantischen Übersetzungstheorie

Die zweite Hälfte des 18. und der Beginn des 19. Jahrhunderts war für die deutschsprachige vor(translations)wissenschaftliche Übersetzungstheoriebildung sehr produktiv. In dieser Zeit sind Texte entstanden, die sich für die spätere Kulturgeschichte des Übersetzens als außerordentlich relevant erweisen sollten. Die in ihnen enthaltenen Überlegungen lassen sich als Elemente oder Bausteine zu einer Übersetzungstheorie begreifen.

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