Harry Kahn, 1883–1970
Vorbemerkung der Redaktion
Dieses Biogramm entstand im Rahmen des deutsch-österreichisch-schweizerischen Forschungsprojekts Post-Exil: Trans (2025-2027).
Harry Kahn, geboren 1883 in Mainz, war bis 1933 u. a. Theater- und Filmkritiker für die Weltbühne. 1933 floh er nach Frankreich, wo er am Pariser Tageblatt mitwirkte. Zu Beginn des Krieges wurde er in Frankreich interniert, 1942 (oder 1943?) gelangte er in die Schweiz.
Von Kahn sind nach Ende des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Übersetzungen vor allem zeitgenössischer amerikanischer Romane erschienen, zunächst in schweizer, dann zunehmend auch in westdeutschen Verlagen: Dos Passos, Faulkner, Lewis, Steinbeck usw.
Seine Vertrautheit mit Sprache und Kultur der USA könnte von einem frühen Aufenthalt in den Staaten herrühren. Dass er mit dem Auswandern nach Amerika vertraut war, zeigt seine 1917 erschienene, an Johann Peter Hebels Kannitverstan erinnernde Erzählung Amerika.
Unter dem Pseudonym Karl Hertig veröffentlichte Kahn Übersetzungen aus dem Französischen.

