Otto Katz, 1895–1952
Vorbemerkung der Redaktion
Dieses Prosopogramm entstand im Rahmen des deutsch-österreichisch-schweizerischen Forschungsprojekts Post-Exil: Trans (2025-2027).
In Berlin hatte Katz für Münzenberg ein Sachbuch über eine verunglückte Polarexpedition geschrieben (Neun Männer im Eis [1929]), einen Roman übersetzt, Anthologien zusammengestellt und im Lektorat der Universum-Bücherei gearbeitet, der kommunistischen Buchgemeinschaft jener Zeit. (Walter 1996: 9)
Neun Männer im Eis kann als Übersetzung betrachtet werden. Der translatorische Charakter des Buches ergibt sich aus der auf „Berlin, im November 1928“ datierten Einleitung von Otto Katz. In ihr heißt es u. a.:
Dieses Buch trägt den Untertitel Dokumente einer Polartragödie. […] Wenn dieser anspruchsvolle Untertitel gewählt wurde, geschah es, weil diese Darstellung der Nobile- und Krassin-Expedition sich auf die Mitteilungen von Fahrtteilnehmern stützt […]. Dem Autor standen neben den aus der Zeit der Polarfahrt stammenden Nachrichten und Meldungen der in- und ausländischen Zeitungen, […] neben Mitteilungen, die ihm ein Teilnehmer der Nobile-Expedition machte, überdies das Logbuch (Tagebuch) des Eisbrechers Krassin, die Aufzeichnungen des Professors Samoilowitsch, des stellvertretenden Kapitäns Legsdin, des Professors Wiese, der Flieger Tschuchnowski und Babuschkin, des Heizers Padosen und der russischen Journalisten zur Verfügung, die die Fahrt der Krassin mitgemacht hatten. (Katz 1929: 7f.)

