Louise Eisler-Fischer, 1906–1998
Louise Eisler-Fischer begann, ermuntert von Egon Erwin Kisch, Anfang der 1930er Jahre mit dem eigenen Schreiben. Ihr erster Roman Es war nicht immer Liebe wurde von Ernst Rowohlt für seinen Verlag angenommen, doch die Machtübergabe an die Nationalsozialisten verhinderte das Erscheinen. Sie ging ins Exil und arbeitete als Journalisten u. a. für Prager Zeitschriften. Durch viele Jahre unterstützte sie ihren dritten Ehemann Hanns Eisler (1898–1962) bei seinen antifaschistischen Aktivitäten in Europa, den USA und in Mexiko. Im amerikanischen Exil (1938–1948) musste sie sich Anfang der 1940er Jahre als Haushaltshilfe und Kindermädchen durchschlagen. 1948 kehrte sie mit Eisler nach Wien zurück.
In Wien übersetzte sie 1948/1952 Stücke ihres amerikanischen Freundes Clifford Odets (1906–1963), später auch kunsthistorische Texte und Romane, darunter Jan Potockis Le Manuscrit trouvé à Saragosse (erschienen im Frankfurter Insel-Verlag 1961). Von 1949 bis 1953 lebte sie mit Eisler in der DDR, dann wieder in Wien, wo sie nach der Scheidung von Eisler 1955 Ernst Fischer (1899–1972) heiratete, der damals noch als Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ ein unbedingter Anhänger des Sowjetkommunismus war. Erst nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei löste er sich 1968 von dieser Bindung und wurde zu einem wichtigen Repräsentanten des Eurokommunismus. Für ihn und für seine Ehefrau gab es seither in der DDR keine Publikationsmöglichkeiten mehr, auch Einreisevisa wurden ihnen verwehrt.
Louise Eisler-Fischer starb am 4. Juli 1998 in Wien. Ihr Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste (Berlin).
