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Fritz Güttinger, 1907–1992

30. Januar 1907 Zürich (Schweiz) - 21. Mai 1992 Zürich (Schweiz)
Original- und Ausgangssprache(n)
Englisch
Zielsprache(n)
Deutsch

Fritz Güttinger zählt zu den wichtigsten Übersetzern und Vermittlern englischsprachiger Literatur im deutschen Sprachraum. Seine 1944 bei Manesse in Zürich erschienene, 918-seitige Übertragung von Herman Melvilles Moby-Dick; or, The Whale (1851) war nicht nur die erste vollständige, sondern, zusammen mit der von Richard Mummendey (1954), auch die meistgelesene deutsche Moby-Dick-Übersetzung im 20. Jahrhundert. Güttingers Lehrbuch Zielsprache: Theorie und Technik des Übersetzens (1963) gehörte zur Pflichtlektüre in Übersetzer-Studiengängen und hat vor allem Englisch-Studierende an die Herausforderungen des literarischen Übersetzens herangeführt.

Der persönliche und berufliche Werdegang dieses Schweizer Übersetzers, Pädagogen und Kulturvermittlers verdeutlicht, wie aus einem eher unspektakulären Leben ein spektakuläres Werk entstehen kann. Güttinger wurde am 30. Januar 1907 als Sohn des Sekundarlehrers Johann Friedrich Güttinger und Emma Güttinger, geborene Duttweiler, in Zürich geboren und wuchs ab 1911 im neu erbauten Haus in der Hadlaubstrasse auf. Nach der Matura studierte er Germanistik und Anglistik in Berlin, London und Zürich, wo er 1938 bei Emil Ermatinger mit einer Arbeit über Die romantische Komödie und das deutsche Lustspiel promovierte. Seit 1931 war er darüber hinaus als Journalist für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) und ab Ende der 1930er-Jahre zudem als Übersetzer aktiv.

Zu seinen Auslandsaufenthalten gibt es widersprüchliche Angaben. Folgt man Joachim Kruse, dem langjährigen Direktor des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums, so lebte Güttinger zwei Jahre in London und ein halbes Jahr als Hauslehrer in New York (Kruse 1976: 99). Die NZZ bestätigt „eine sechsmonatige Hauslehrertätigkeit in New York 1939“ (NZZ-Redaktion [che] 1992: 65), wobei unklar bleibt, ob Güttinger dafür bezahlt wurde, einer deutschsprachigen Emigrantenfamilie Englisch beizubringen oder einer amerikanischen Familie Deutsch. Laut Daniel Göske, Amerikanist an der Universität Kassel, Literaturübersetzer und Herausgeber der deutschen Melville-Edition im Carl Hanser Verlag, waren es zwei Jahre, in denen Güttinger in New York an seiner Übersetzung von Moby-Dick arbeitete (Göske 2006: 258). Für die These, dass Güttinger seinen Aufenthalt im Big Apple verlängert haben könnte, spricht, neben den Gefahren einer Atlantik-Überquerung während des U-Boot-Kriegs, ein zweiteiliger, am 28. und 31. März 1940 in der NZZ erschienener und später unter dem Titel „Was Amerika nicht liest“ publizierter Artikel, in dem Güttinger von den Buchläden am Times Square schwärmt und noch in der Stadt zu sein scheint (Güttinger 1966b: 203–10).

Gesichert ist hingegen seine ein Jahr nach Kriegsende erfolgte Einstellung als Gymnasiallehrer an der Kantonsschule Winterthur, wo er von 1946 bis 1975 als „Professor für Englisch (und, aber nicht von Amts wegen, Filmkunde)“ (Kruse 1976: 99) wirkte, jedoch auch das Fach Deutsch unterrichtete.1Wie eine vom Rektor der Schule in Auftrag gegebene, auf den 1. Juni 1992 datierte und am 3. Juni 1992 in der NZZ veröffentlichte Todesanzeige beweist, war „Prof. Dr. Fritz Güttinger“ in Winterthur für „die Fächer Englisch und Deutsch“ zuständig (Siegrist 1992: 61). Dass er in sämtlichen Nachschlagewerken und Nachrufen ausschließlich als Englisch-Lehrer geführt wird, ist einigermaßen erstaunlich. Dass die „Maturklasse 5a OR 1964“ die Mühe auf sich nahm, ihm dreißig Jahre nach seinem Tod einen Erinnerungsband zu widmen (siehe Baracchi 2023), lässt erahnen, wie beliebt er als Lehrer gewesen sein muss. Die in diesem Band versammelten Sprüche und Anekdoten belegen außerdem Güttingers Hang zu zweideutigem Humor. So kommentierte er die Bitte um ein Bild seiner Frau – Gerüchten nach eine ehemalige Schülerin, über die, abgesehen von ihrem im Historischen Lexikon der Schweiz (Cosandey 2008) verzeichneten Namen (Elsbeth Charlotte Mahler) und dem Jahr der Eheschließung (1960), nichts bekannt ist – mit den Worten „Meine Frau ist keine Vorführdame!“ und soll dabei das Konterfei einer (vermutlich spärlich bekleideten) Asiatin geschwenkt haben (Baracchi 2023: 50). Güttingers Verhaftetsein im Geschlechterdenken seiner Zeit spiegelt sich auch in seiner Übersetzungsdidaktik wider, wie die Diskussion von Zielsprache (1963) zeigen wird.

Güttingers translatorisches Œuvre erstreckt sich über vier Jahrzehnte und reicht von den 1940ern bis in die 1980er. Auch wenn Jens-Peter Beckers Bonmot, Güttinger habe „die halbe englische und amerikanische Literatur“ übersetzt (Jay 2010),2Jens-Peter Becker, der 36 Jahre lang am Englischen Seminar der Universität Kiel als Dozent tätig war, lernte Güttinger bei der Vorbereitung einer von Joachim Kruse im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum organisierten Sonderausstellung zum Thema „Illustrationen zu Melvilles Moby-Dick“ (18.6.–19.9.1976) kennen, was zu einer fünfzehnjährigen Brieffreundschaft führte. Unter dem Pseudonym Jay zeichnet der pensionierte Anglist als Alleinautor für den mit über sieben Millionen Aufrufen (Stand: April 2026) erfolgreichsten deutschsprachigen Kulturblog SILVAE verantwortlich. In einem Beitrag vom 18. September 2010 beschäftigt sich Becker ausführlich mit dem Leben und Schaffen Güttingers (siehe Jay 2010). ironisch überspitzt ist, liest sich eine alphabetisch geordnete Liste der wichtigsten von Güttinger ins Deutsche übertragenen Autoren und Werke wie ein Auszug aus dem Register einer deutschsprachigen Anthologie des angloamerikanischen Kanons: James Boswell, Dr. Samuel Johnson: Leben und Meinungen. Mit dem Tagebuch einer Reise nach den Hebriden (1951; The Life of Samuel Johnson, LL.D., 1791, und The Journal of a Tour to the Hebrides with Samuel Johnson, LL.D., 1785), Ray Bradbury, Fahrenheit 451 (1955; Fahrenheit 451, 1953), Samuel Butler, Erewhon (1961; Erewhon; or, Over the Range, 1872), Joseph Conrad, Meistererzählungen (1977; enthält Heart of Darkness, 1899, und andere Novellen), Stephen Crane, Meistererzählungen (1985; enthält „The Open Boat“, 1897, und andere Short Stories), Henry Fielding, Tom Jones (1945; The History of Tom Jones, a Foundling, 1749), James Hogg, Der Widersacher (1969; The Private Memoirs and Confessions of a Justified Sinner, 1824), Herman Melville, Moby Dick (1944; Moby-Dick; or, The Whale, 1851), Frank Norris, Heilloses Gold (1964; McTeague, 1899), Robert Louis Stevenson, Die Schatzinsel (1971; Treasure Island, 1883), Henry David Thoreau, Walden oder Hüttenleben im Walde (1972; Walden; or, Life in the Woods, 1854), Mark Twain, Meistererzählungen (1980; enthält The Man That Corrupted Hadleyburg, 1899, und andere satirische Novellen und Erzählungen) und Nathanael West, Tag der Heuschrecke (1964; The Day of the Locust, 1939).

Hinzu kommen Klassiker der Kinderliteratur, wie Munro Leafs Ferdinand, der Stier (1942; The Story of Ferdinand, 1936), und der Abenteuerliteratur, wie C. S. Foresters Hornblower-Romane Der Kommodore (1946; The Commodore, 1945) und Lord Hornblower (1947; Lord Hornblower, 1946), sowie annotierte Herausgaben oder Bearbeitungen von Übertragungen anderer Übersetzer, wie Henry David Thoreaus Walden (1945), Amerikanische Erzähler: Irving, Austin, Poe, Hawthorne, Melville, Hale, Bierce, James (1946), Laurence Sternes Tristram Shandy (1948), Edgar Lee Masters‘ Die Toten von Spoon River (1959), Ernest Hemingways Nach dem Sturm und andere Erzählungen (1964), Edgar Allan Poes Unheimliche Geschichten (1958) und Seltsame Erlebnisse des Arthur Gordon Pym aus Nantucket und andere Erzählungen (1971), Aldous Huxleys Meistererzählungen (1977) und Mary Shelleys Frankenstein oder der moderne Prometheus (1983). Güttingers Vor- und Nachworte, Einführungen und NZZ-Artikel – einige davon gesammelt in Ein Stall voll Steckenpferde: Über amerikanische und englische Literatur, nicht ganz ohne Film (1966) – sind dabei von solcher Qualität, dass sie von Zeitgenossen als eigenständige philologische Beiträge anerkannt wurden: „Von der Einleitung zu Boswells Johnson-Biographie schrieb Friedrich Sieburg seinerzeit: ‚Fritz Güttinger hat das Werk mit einem Essay eingeleitet, der zu den besten kritischen Leistungen der Gegenwart gehört‘“ (Güttinger 1966a: Klappentext).

Was die Zahl der Auflagen und Ausgaben anbetrifft, ist Güttingers Übertragung von Bradburys dystopischem Roman Fahrenheit 451 aus dem Jahre 1955 die erfolgreichste unter seinen Übersetzungen britischer und amerikanischer Literatur. Die ihm zuerkannten Preise würdigen Güttingers Gesamtwerk: der 1969 erstmals verliehene Übersetzerpreis der Max Geilinger-Stiftung „die Vermittlung angelsächsischer Kultur im deutschen Sprachbereich durch hervorragende Uebertragung und kritische Würdigung bedeutender literarischer Werke“ (NZZ-Redaktion [rb] 1969: 27)3Vgl. die einen Tag früher erschienene Kurzmeldung „Max Geilinger-Preis für Fritz Güttinger“, in der betont wird, dass sowohl die Stiftung als auch der von ihr zum ersten Mal vergebene Preis der Vertiefung der „literarischen Beziehungen zwischen England und der Schweiz“ dient (NZZ-Redaktion [ag] 1969: 27). Vgl. ebenso Hans-Ulrich Rübels Laudatio auf Fritz Güttinger (25. Oktober 1969) in Die Preisträger der Max-Geilinger-Stiftung, 1969–1978: Fritz Güttinger, Fritz Senn, Elisabeth Schnack, Ilse Leisi, Hans Heinrich Meier (1980), die Einblicke in das Schaffen des Geehrten gewährt, aber so gut wie keine Informationen über Güttingers Leben enthält (siehe Rübel 1980: 9–13). und die ihm 1981 zugesprochene Ehrengabe des Gottfried Keller-Preises „seine Uebersetzungen aus der angelsächsischen Literatur und seine Beschäftigung mit dem frühen Film“ (NZZ-Redaktion [pd] 1982: 66). Beiden Preisen aber liegen vor allem die Werke zugrunde, denen Güttinger die meiste Lebenszeit widmete und die als seine größten translatorischen Leistungen gelten: seine Übersetzungen von James Boswells Samuel Johnson-Biographie (1951) und Tagebüchern (Londoner Tagebuch, 1762–1763 [1953], Boswells grosse Reise: Deutschland und die Schweiz, 1764 [1954] und Besuch bei Rousseau und Voltaire [1981]) und seine Übertragung von Herman Melvilles epochalem Seeroman Moby-Dick (1944).

Vor der Analyse von Güttingers Moby Dick lohnt sich jedoch ein Blick auf eine seiner ersten Buchübersetzungen, die deutsche Übertragung von Mortimer J. Adlers How to Read a Book: The Art of Getting a Liberal Education (1940), die 1941 unter dem Titel Wie man ein Buch liest. Mit einem Verzeichnis der 100 Großen Bücher des Abendlandes bei Amstutz und Herdeg in Zürich und Leipzig herauskam.4Güttingers erste veröffentlichte Übersetzung war Joachim Kruse zufolge die deutsche Version von Vardis Fishers historischem Roman Children of God (1939), In der Wüste ein Reich: Der Roman des Mormonenvolks (1941) (Kruse 1976: 100). Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek wird hingegen die Übertragung von Adlers How to Read a Book als früheste Güttinger-Publikation geführt. Diese Ausgabe enthält ein „Vorwort des Übersetzers“ (S. V–XII) und, vor dem „Verzeichnis der Großen Bücher“ im Anhang, eine „Vorbemerkung des Übersetzers“ (S. 379–82), die ein besseres Verständnis von Güttingers radikal am Zielpublikum orientiertem, philologischem Ansatz ermöglichen. Obwohl es sich bei Wie man ein Buch liest um eine Mischung aus Sachbuch-Übersetzung und Bearbeitung handelt, wie ein Vermerk auf der Copyright-Seite dokumentiert („Übersetzt und bearbeitet von Dr. Fritz Güttinger“), findet sich Güttingers domestizierende Herangehensweise an die der damaligen deutschsprachigen Leserschaft nicht vertraute anglophone Literatur und Kultur in abgeschwächter Form auch in seinen literarischen Übersetzungen wieder:

[Vorwort des Übersetzers:] Ein Verzeichnis der großen, überlegenen Bücher abendländischer Kultur – den gemiedenen Unvermeidlichen – ist dem Buch daher anhangsweise mitgegeben. Das amerikanische Verzeichnis konnte dabei nicht einfach übernommen werden, da etwa ein Viertel der darin aufgeführten Werke nicht in deutscher Ausgabe vorliegt. [….] Beispiele im Text mußten da und dort durch andere, uns näherliegende ersetzt werden. Eine Anpassung erfuhr auch das letzte Kapitel, worin das Lesen der Großen Bücher als ein Mittel der Erziehung zum Staatsbürger ohne Staat betrachtet wird. Das darin entworfene Wunschbild einer Weltverbrüderung (durch gemeinsame Lektüre) und eines „Lebens in der Vernunft“ konnte dem hiesigen Leser füglich nicht zugemutet werden. Mit einem allerweltsmäßigen Bildungsüberschwang ist bei uns kein Staat mehr zu machen; dabei käme höchstens die von Spitteler so genannte Bildungsfron heraus. [….] [Vorbemerkung des Übersetzers:] Von den in der amerikanischen Liste aufgeführten 113 Namen mußten 29 ausgeschieden werden, vor allem Schriftsteller und Werke, die in deutscher Übersetzung überhaupt nicht oder nicht leicht zugänglich sind (Spenser, Gibbon, Bentham, Charles Peirce, Henry Adams), in vereinzelten Fällen, weil die betreffenden Namen entbehrlich schienen (Quintilian, Wilhelm Wundt, William James). Neu hinzugekommen sind 35 Namen, […] in der Hauptsache aber Werke deutscher Literatur, da die amerikanische Liste hier nur Nibelungenlied, Leibniz, Kant, Goethe, Hegel und Nietzsche nennt. Das Übergewicht der ursprünglichen Liste auf die Seite der englischen Literatur ist somit nach der deutschen Literatur hin ausgeglichen worden. (Güttinger 1941: XI und 379–80)

Die Entstehungsgeschichte des Güttinger’schen Moby Dick offenbart die Kluft zwischen der Mystifikation und der Realität literarischen Übersetzens. Der für seinen doppelbödigen Humor bekannte Schweizer pflegte Fragen nach seiner seefahrerischen und walkundlichen Kompetenz gerne damit zu beantworten, „seine Kenntnis der Materie während der Zeit erworben zu haben, die er in der Kombüse eines Walfängers verbrachte“. In Wahrheit war seine Übersetzung „eine herkulische Anstrengung, die ihn vier Jahre Arbeit kostete – statt der vier Monate, die Walther Meier veranschlagen zu dürfen gemeint hatte, der dann mit dem Band 1944 seine […] Manesse-Bibliothek der Weltliteratur eröffnete […]“ (NZZ-Redaktion [che] 1992: 65). Dreizehn Jahre nach der Veröffentlichung seines Buchs Zielsprache (1963), in dem er mehr ins Detail ging, weil es auf Notizen aus den Jahren 1949 und 1959 basierte und seine Eindrücke damals noch frischer waren, konnte Güttinger noch folgende Erinnerungen zu Kruses Bestandsaufnahme „Schweizer und deutsche Übersetzungen des ‚Moby-Dick‘“ (1976) beisteuern:

Die Moby-Dick-Übersetzung [so schrieb Dr. Güttinger am 3. 5. 1976] ist in den Kriegsjahren entstanden. Es war eine Auftragsarbeit; ursprünglich wollte der Verlag sie in ein paar Monaten haben; es wurden dann ein paar Jahre daraus. Da es sich beim Walfang mit der Handharpune, zur Zeit der Segelschiffe, um ein Stück Geschichte handelt, muß jeder Übersetzer (auch wenn er Seemann wäre) sich die Terminologie aus der einschlägigen Literatur erarbeiten, und das konnte in der Schweiz ebensogut geschehen wie anderswo. Das heißt, daß ich zuerst einmal Monate damit verbrachte, die Seemannssprache zu lernen. […] mit Wörterbüchern ist es da nicht getan. Durch die Verarbeitung der Walfangliteratur von Zorgdrager bis Wanda Oesau wurde ich eine Zeitlang zum einzigen Fachmann auf diesem Gebiet in der Schweiz. Ich muß damals wohl ein Verhältnis zur Sache gehabt haben, aber das ist lange her. Geblieben ist eine Tausende von Zetteln umfassende englisch-deutsche Kartei der Seemannssprache. Worauf es mir bei der Moby-Dick-Übersetzung sonst noch ankam? Da kann ich nur wieder auf das […] Buch [Zielsprache] verweisen, in dem sich auch meine Melville-Interpretation niedergeschlagen hat. Übersetzen heißt ja immer auch interpretieren. [….] Natürlich habe ich viel mehr Arbeit in die Übersetzung gesteckt, als mir ein Verleger je hätte zahlen können. Dafür wurde ich dann mehrfach durch Anerkennungsgaben von Stadt und Kanton Zürich entschädigt […]. (Güttinger in Kruse 1976: 100)

Dass sich all diese Mühen zumindest praktisch auszahlten, geht aus dem gleichermaßen informativen wie unterhaltsamen NZZ-Nachruf „‚Nicht ganz ohne Film‘: Zum Tod von Fritz Güttinger“ hervor:

Literarischen Sachverhalten ist nur mit literarischen Mitteln beizukommen, allenfalls können sie sekundär zur Bewältigung des Alltags beitragen – wie der verblüffte Segellehrer auf dem Zürichsee zur Kenntnis nehmen musste, der eines Tages einen in nautischer Terminologie ungewöhnlich beschlagenen, wenngleich in der Ausdrucksweise etwas altertümlich anmutenden Schüler erhielt, der die Knoten und Manöver theoretisch jedoch immer schon zu kennen schien. (NZZ-Redaktion [che] 1992: 65)

Güttingers Moby-Dick-Version ist eine von mittlerweile sieben vollständigen deutschen Übertragungen von Melvilles zur Zeit seines Erscheinens unverstandenen Meisterwerks: Margarete Möckli von Seggern (Zürich: Büchergilde Gutenberg, 1942), Fritz Güttinger (Zürich: Manesse, 1944), Thesi [Theresia] Mutzenbecher und Ernst Schnabel (Hamburg: Claassen und Goverts, 1946), Richard Mummendey (Berlin: Deutsche Buchgemeinschaft, 1954), Alice und Hans Seiffert (Leipzig: Dieterich, 1956), Friedhelm Rathjen (Essen: Schreibheft, 2001)5Die Kontroverse um Friedhelm Rathjens bereits 1991 in Auftrag gegebene und 1993 vollständig vorliegende Moby-Dick-Übersetzung gehört zum Spannendsten, was die neuere Übersetzungsgeschichte zu bieten hat, und verdient deshalb einen eigenen Sachartikel in UeLEX. Die mit unnötiger Polemik geführte Diskussion führte zu einem Herausgeber-Wechsel im Hanser Verlag und der separaten Veröffentlichung der Rathjen- und der Jendis-Version. Grundlage der Debatte um die Neuübersetzung von Moby-Dick ist der immerwährende Streit um die Vor- und Nachteile verfremdenden Übersetzens à la Schleiermacher und Venuti. Zur Kritik an der Rathjen-Übersetzung siehe Göske 2001 und 2006, Zimmer 2001b und Seeger-Vollmer 2021; Plädoyers für Rathjens Ansatz (u.a. von Norbert Wehr und Paul Ingendaay) begleiten sämtliche Editionen seiner Übersetzung (2001, 2004 und 2016). Rathjens programmatische Nachworte – „Fährendienste: Öffentliche Erinnerungen und Bekenntnisse eines selbstgerechten Übersetzers“ (Rathjen 2001: 127–137) und „Wie ich Herman Melvilles Moby-Dick neu übersetzt habe“ (Rathjen 2004: 947–958; 2016: 895–909) – haben seinem Ruf eher geschadet als genutzt (vgl. die nicht wirklich faire, aber effektive Parodie in Seeger-Vollmer 2021: 5). und Matthias Jendis (München: Carl Hanser, 2001). Der große zeitliche Abstand, der zwischen den ersten fünf und den letzten beiden Übersetzungen liegt, deutet darauf hin, dass die besten der oben genannten Übertragungen – Güttinger, Mummendey und die Seifferts – lange als gut genug angesehen wurden. Der mit einer Neuübersetzung verbundene Aufwand dürfte dabei auch eine Rolle gespielt haben, denn aufgrund seines Umfangs und seiner inhaltlichen und sprachlichen Heterogenität galt Melvilles Roman seit jeher als übersetzerische Herausforderung. Auf der Plotebene verschmilzt er „eine robuste Abenteuergeschichte, eine naturhistorische und mythologische Abhandlung über den Wal […] und eine moralphilosophische Reflexion über die Natur des Menschen“, auf der Textebene „die literarische Hochsprache seiner Zeit, nautische und zoologische Partien, Bibel- und Predigtton, Shakespeare-Pastiches, das Pidgin der zusammengewürfelten Mannschaft, Juristen- und Amtssprache, pedantische Umständlichkeiten und geschmeidigste, klingende Poesie“ (Zimmer 2001b).

Mit der übersetzerischen Rezeption Herman Melvilles und den Schwächen der deutschen Moby-Dick-Übertragungen hat sich vor allem Daniel Göske befasst.6Siehe Göske 1988, 1990, 1991, 2001, 2006, 2014 und 2015 im Quellenverzeichnis. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es Göske als Herausgeber der inzwischen als Standardtext geltenden Version von Matthias Jendis in seinen neueren Aufsätzen auch darum ging, die Notwendigkeit einer Neuübersetzung aufzuzeigen, und dass translatorische Leistungen vor oder nach dem Internet und mit oder ohne editorischem Apparat schwer miteinander zu vergleichen sind (zumal drei der sieben Übertragungen in Kriegszeiten angefertigt wurden und kritische Moby-Dick-Editionen wie die von Hayford, Parker und Tanselle [siehe Melville 1988] noch nicht vorlagen). Einige der von Göske und anderen als Schwächen kategorisierten übersetzerischen Entscheidungen hat Güttinger im noch zu diskutierenden Lehrwerk Zielsprache begründet und erläutert.

An Güttingers Moby Dick (1944) kritisiert Göske im Wesentlichen drei Punkte: erstens Glättung, Abschwächung und Vereinfachung bis hin zur Auslassung problematischer Passagen – z.B. der kryptischen „If“-Konstruktionen („of If“ und „Ifs eternally“) in Ahabs Monolog im fünftletzten Absatz von Kapitel 114 („The Gilder“; vgl. Güttinger 1944: 794)7Dieter E. Zimmer rechnet Güttingers Moby Dick zum „Typ der paraphrasierenden Übersetzung“ (2001a: L3). Für die Zusendung einer elektronischen Version der Printfassung von Zimmers Beitrag bedankt sich der Verfasser bei Dipl. Arch. Axel Schuster, Abteilung für Archiv und Datenschutz, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Hamburg. –; zweitens „Eindeutschung“ und Modernisierung kulturell unspezifischer abstrakter oder philosophischer Formulierungen – z.B. „Dichter und Denker“ für „metaphysical professor“ oder die Heidegger und Husserl evozierenden Begriffe „Wesensschau“ für „meditation“ und „Dasein“ für „life“ im fünften und sechsten Absatz von Kapitel 1 („Loomings“; vgl. Güttinger 1944: 24–26) –; und drittens Depersonalisierung implizit informeller Kommunikation zwischen Erzähler und Leser – z.B. „Man nenne mich Ismael“ für „Call me Ishmael“ im viel zitierten ersten Satz des Romans (vgl. Güttinger 1944: 22; und Göske 1988: 43–46 und 2006: 258–268).

Die ersten von Göske genannten Punkte lassen sich mit Güttingers einbürgerndem Ansatz und der pädagogisch-philologischen Absicht erklären, die literarische Bedeutung und den philosophischen Tiefgang des Romans in sprachlich verständlicher und inhaltlich relevanter Weise zu vermitteln. Hierzu passt, dass Güttinger in Zielsprache (1963: 59–63) für den 1851 bereits veralteten Begriff „spleen“ im dritten Satz des ersten Kapitels, statt der von ihm in der 1944er Version gewählten Übersetzung „Koller“, das „von Jean Paul geprägte, von Heinrich Heine unters Volk gebrachte“ Wort „Weltschmerz“ ins Spiel bringt (Güttinger 1963: 63). Bei der „geistigen Anverwandlung“ (47) eines „betont literarischen Text[s]“ (62) kann es Güttinger zufolge „geschehen, dass [dem Übersetzer] eine Stelle aus irgendeinem Werk der deutschen Literatur für seine Zwecke am geeignetsten erscheint, und so setzt er denn die betreffende Wendung in den Text ein, ohne Anführungszeichen natürlich“ (109). Güttingers Entscheidung in Bezug auf den dritten Punkt resultierte hingegen aus seinem eigenen Stilempfinden:

Melville konnte seinen Roman mit den Worten „Call me Ishmael“ beginnen, ohne dass der Leser sich persönlich angerempelt zu fühlen braucht, wie es der Fall ist, wenn man sagt: „Nenne mich Ismael“ (Büchergilde [1942]), oder „Nennt mich meinethalben Ismael“ (Hamburger Übersetzung [1946]), statt „Man nenne mich Ismael“. [….] Der Leser, der durch fünfhundert Seiten hindurch mit „du“ angesprochen wird, hat das Gefühl, [ihm] werde vom Verfasser ständig […] auf die Schulter geklopft. Im Englischen bringt die 2. Person […] keine solche Wirkung hervor, und wenn sie es im Deutschen tut, dann ist sie unangebracht. (Güttinger 1963: 140)

Zielsprache (1963) entstand aus Vorlesungen zum Thema „The Technique of Translation“, die Güttinger im Sommer 1949 und Winter 1959/60 als Lehrbeauftragter an der Universität Zürich hielt. Dass Güttingers Zielsprache in der ersten Ausgabe des VDÜ-Organs Der Übersetzer insbesondere dem Nachwuchs ans Herz gelegt wird,8„Die ersten vierzig Seiten – wissenschaftlich einwandfreie Trennung zwischen gelehrter und lebendiger Übersetzung, sehr eindringlich, objektiv und überzeugend. Der Rest – interessante persönliche Erfahrungen, retrospektive Vorschläge und persönliche Meinungen […], sehr lehrreich für den Nachwuchs“ (VDÜ 1964: 4). demonstriert den hohen Stellenwert, den man diesem Lehrbuch in Fachkreisen beimaß. Obwohl der Band in puncto Forschungsstand, Sprache und Gender-Einstellungen von der Zeit überholt wurde, empfiehlt er sich wegen seiner Praxisnähe und Informationsdichte nach wie vor als Einführung in die Fallstricke und Schönheit des literarischen Übersetzens. Zielsprache ist ein meinungsstarkes Buch und deshalb umso unterhaltsamer.

Güttingers Ansehen als Literaturübersetzer erklärt die diplomatische Art und Weise, mit der einige seiner kontroverseren Thesen von späteren Forschern relativiert oder zurückgewiesen wurden. So zitiert Katharina Reiß in Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzungskritik (1971) zunächst ausgiebig Güttingers als „ganz praktische Faustregel“ (19) bezeichnete „Fehlende Wörter“-Theorie,9„Wie kann man eine Übersetzung beurteilen, ohne davon mehr als zwei oder drei Seiten zu lesen, und ohne diese mit dem Original vergleichen zu müssen? Es gibt da eine einfache Stichprobe. Man braucht sich nur zu fragen, welches die im Deutschen häufigsten Wörter sind, die es in der andern Sprache nicht gibt, und man hat ein Mittel, um festzustellen, ob eine Übersetzung etwas taugt oder nicht. In einer am Wort klebenden Übersetzung werden sich diese Wörter nicht finden, weil sie in der Vorlage nicht vorhanden sind. Die fehlenden Wörter lassen erkennen, ob der Übersetzer Deutsch kann und somit die erste Voraussetzung erfüllt, die für eine gute Übersetzung gegeben sein muss“ (Güttinger 1963: 143; ohne die ersten beiden Sätze und etwas ungenau [„anderen“ statt „andern“; „muß“ statt „muss“] zitiert in Reiß 1971: 19). um erst dann zu ihrer bereits zuvor formulierten Hauptforderung zurückzukehren: „Keine Übersetzungskritik ohne Vergleich zwischen Ziel- und Ausgangstext“ (Reiß 1971: 11). Was den in Zielsprache postulierten „Vorrang der Muttersprache“ in der Übersetzerausbildung anbetrifft (Güttinger 1963: 218), ist sich Güttinger hingegen mit Funktionalisten wie Hans G. Hönig und Paul Kußmaul einig.10Vgl. Hönig und Kußmaul, Strategie der Übersetzung (1982: 134) und Hönig, Konstruktives Übersetzen (1995/97: 167–169).

Im Hinblick auf Moral- und Geschlechtervorstellungen erweist sich Güttinger als Kind seiner Zeit. Verfremdende Übersetzungen werden zu „hässlichen Wechselbälgern“; die darin benutzte „Zwittersprache“ „tut der Muttersprache Gewalt an“ (Güttinger 1963: 25–26). Güttingers Verwendung von alles anderem als geschlechtergerechter Sprache zeigt sich am deutlichsten bei seinen Ausführungen zu typischen „Fehlerquellen“ (114–141). Unter der Überschrift „Kein Gefühl für den Gefühlswert“ mokiert sich Güttinger beispielsweise mit offensichtlichem Vergnügen über die Fehlübersetzung des historischen Begriffs „night-women“ (Moby-Dick, Kapitel 40, „Midnight, Forecastle“) in den deutschen Fassungen von 1942 und 1946. Dass die fraglichen Übersetzerinnen und Übersetzer (Möckli von Seggern [1896–1975], Mutzenbecher [1888–1979] und Schnabel [1913–1986]) Anfang der 1960er-Jahre noch aktiv waren, scheint Güttinger nicht gestört11Die Bereitschaft, sich unbeliebt zu machen, verbindet Güttinger mit Zimmer, der die Übertragung durch Möckli-von Seggern (allerdings nach deren Ableben) als Beispiel dafür bringt, „dass man nicht übersetzen kann, was man nicht verstanden hat“ (Zimmer 2001a: L3). zu haben:

I’ll dance over your grave, I will—that’s the bitterest threat of your night-women that beat head-winds round corners.“ Nun pflegen wir im allgemeinen nicht zwischen Tagfrauen und Nachtfrauen zu unterscheiden, so dass uns die Zusammensetzung „night-women“ zuerst nicht viel sagt. [….] Die französischen Übersetzer des „Moby Dick“ scheinen da gar kein Problem gesehen zu haben; sie übersetzen ziemlich wörtlich: „des femmes qui, la nuit, tiennent tête aux vents des carrefours“. Und die Übersetzer der Büchergilde Gutenberg folgen der französischen Fassung: „Frauen, die nachts an den Strassenecken den Winden trotzen[“.] Die Hamburger Fassung ist noch deutlicher, so sehr, dass man zögert, die Übersetzerin für diese Stelle verantwortlich zu machen: „die Huren, wenn sie nachts an der Strassenecke stehen und der Wind pfeift ihnen unter die Röcke“. Man sieht, wie die Phantasie des Übersetzers durch das Wort „night-women“ angeregt wurde; er kann es nicht anschaulich genug machen, auch wenn von den Röcken der Nachtfrauen bei Melville nichts zu lesen steht. Alle Übersetzer aber haben bei den Nachtfrauen an Nutten gedacht und damit den Gefühlswert des Wortes um einige Längen verpasst. Sie haben nicht berücksichtigt, wer den Ausspruch über die Nachtfrauen tut. Es ist ein alter Matrose von der Insel Man, und die Leute von dieser Insel gelten als abergläubisch […]. [….] Melvilles „night-women that beat head-winds round corners” sind keine Nutten, sondern Weiber, die des Nachts durch die Lüfte fahren. (Güttinger 1963: 126–127)12Im Anschluss erläutert der Autor den Unterschied im Gefühlswert zwischen „hyena“ im Englischen („das Tier, das lacht“) und „Hyäne“ im Deutschen: „Füchse sind schlau, Hunde sind treu, Esel sind störrisch, im Englischen wie im Deutschen; was für eine Eigenschaft aber verkörpert die Hyäne? ‚Gier, die keine Achtung kennt‘, meint der Sprach-Brockhaus und denkt wohl an die Weiber, die zu Hyänen werden […]“ (Güttinger 1963: 128).

Aus übersetzungswissenschaftlicher Perspektive am interessantesten sind die Parallelen zwischen Güttingers grundsätzlicher Argumentation gegen verfremdendes Übersetzen und Dieter E. Zimmers Urteil über die konkreten Auswirkungen dieses Ansatzes in Friedhelm Rathjens Neuübersetzung von Moby-Dick:

[„Das gewollte Übersetzerdeutsch“:] Ein Satz wie „it is forbidden [to cross the lines]“ bewahrt den sprachlichen Charakter des Originals in den Worten der Übersetzung und vermittelt dem Leser damit auch etwas von der fremden Geistesart. Nun kann man sich aber fragen, wer liest eigentlich Übersetzungen? Doch wohl nur derjenige, der die fremde Sprache nicht kennt und auch mit den Verhältnissen in dem betreffenden Lande nicht vertraut ist. Dieser ist aber gar nicht in der Lage, zu erkennen und zu würdigen, ob und inwieweit der Übersetzer dem Geist der fremden Sprache treu geblieben ist. Bedeuten kann eine solche Übersetzung nur demjenigen etwas, der die fremde Sprache kennt und mit den fremden Verhältnissen vertraut ist. Dieser wird aber nicht auf Übersetzungen angewiesen sein. (Güttinger 1963: 21)

Bei Zimmer geht es, neben der generellen Sinnhaftigkeit verfremdend übersetzter Texte, auch um die korrekte literarische Einordnung des zu übertragenden Originals und, zwischen den Zeilen, um die von Venuti in The Translator’s Invisibility (1995) aufgeworfene Frage nach der Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit literarischer Übersetzer:

[Rathjen] geht davon aus, Melvilles Text sei „eigenwillig, dunkel, ungehobelt; fremd“, „handwerklich völlig verkorkst“, und unternimmt es, das Befremdende an der Sprache des Moby-Dick in ein ebenso befremdendes, verkorkstes Deutsch zu überführen. [….] Aber so radikal befremdlich, wie Rathjen meint und wie sich seine Übersetzung nun liest, ist Melville keineswegs und wirkte er auch auf die Leser seiner Zeit nicht. [….] seine extrem genaue Übersetzung ist ebendarin ungenau und darum inadäquat. Er, der das Dogma vertritt, der Übersetzer dürfe „keine eigene Sprache haben“, sondern müsse sich der des jeweiligen Buches anverwandeln, produziert in einem fort ein höchst idiosynkratisches Deutsch, das niemand je gesprochen oder geschrieben hat oder schreiben wird. Seine Sprache macht ihn als Übersetzer nicht so unsichtbar, wie ihm das vorgeschwebt hat, sie macht ihn vielmehr extrem sichtbar […]. [….] Nein, „schlecht“ im normalen Sinn ist Rathjens Übersetzung nicht, dazu ist sie zu reich an durchaus glücklichen Trouvaillen. Sie ist jenseits von Gute und Böse – ein Irrtum. [….] Übersetzen sollte nicht als ein dogmatisches, sondern als ein pragmatisches Geschäft betrieben werden; es sollte sich nicht zu schade sein für die Frage: Wozu? Rathjens Moby-Dick hat keine ersichtliche Funktion. Wer sich Melvilles Text so nahe besehen will, wie Rathjen ihn heranzuholen meint, braucht keine Übersetzung und täte besser daran, sich an das Original zu halten. (Zimmer 2001b)13Dass es sich bei Rathjens Neuübersetzung, allein schon aufgrund der investierten Lebenszeit, um eine große Leistung handelt, steht trotz der Schärfe der Debatte außer Zweifel. Der Idealfall wäre eine komplementäre Lektüre der Jendis-, Rathjen- und Original-Version: „Am Ende möchte man den ‚Moby-Dick‘ von Göske und Jendis als Vorspeise auf die Karte setzen, eine ordentliche originalsprachliche Ausgabe als Hauptgang und Rathjens Text als experimentelles Dessert. Der geneigte Leser mag daraufhin den Gott, an den er glaubt, um ausreichende Lesezeit bitten“ (Freund 2001).

In seinem abschließenden Vergleich der beiden Neuübersetzungen zollt Zimmer, zumindest in der Manuskriptfassung seines Beitrags, Moby-Dick-Pionieren wie Güttinger Respekt:

Die vergleichsweise konventionelle Übersetzung von Matthias Jendis ist den älteren sehr viel ähnlicher, von denen einige (vor allem die von Güttinger, den Seifferts und von Mummendey) gar nicht übel waren, aber sie merzt nicht nur deren kumulierte Schnitzer aus […], sondern ist genauer […]. Gewiss schönt auch sie das Original. Aber das will mir verzeihlicher vorkommen als dessen systematische und dogmatische Verholperung und Verhässlichung. (Zimmer 2001b)

Zielsprache endet mit einem „Zitatengespräch“,14Das „Zitatengespräch“ war einer von Güttingers bevorzugten Formaten intellektueller Auseinandersetzung. Vgl. Güttinger 1990: 99–115. das veranschaulicht, dass Güttinger unter „Theorie“ die Auseinandersetzung mit übersetzungspoetologischen Äußerungen großer Dichter, Theologen und Philosophen versteht.15Zu den am häufigsten zitierten Geistesgrößen in Güttingers Zielsprache zählen Benjamin, Goethe, J. Grimm, Heine, Herder, v. Humboldt, Jean Paul, S. Johnson, Lessing, Luther, Nietzsche, Ortega y Gasset, Schiller, Schleiermacher und Schopenhauer. Von zeitgenössischen Übersetzungstheorien, vor allem denen mit linguistischer Ausrichtung, hielt Güttinger gar nichts. Ihr praktischer Nutzen beschränke sich darauf, mit ihrer Hilfe „Vorträge zu halten“ (Güttinger 1966c: 1).16Güttingers für die Zeit repräsentative Theorie-Skepsis stellt eine weitere Parallele zu Dieter E. Zimmer dar, der sich in einem für die VDÜ-Zeitschrift Der Übersetzer erweiterten ZEIT-Artikel mit dem schönen Titel „Stetige Bumser im Rücken“ (1993) wie folgt äußerte: „‚Übersetzungstheorie‘ ist ein großes Wort, und die meisten werden abwinken, zu Recht. Letzte Begründungen, aus denen sich allgemeine operative Regeln ableiten lassen, sind auf diesem Gebiet nicht zu haben“ (Zimmer 1993: 23; vgl. Hönig 1995/97: 22).

Angesichts der Verdienste, die sich Güttinger als literarischer Übersetzer erworben hat, gerät schnell in den Hintergrund, dass „seine eigentliche Liebe“ dem Film und speziell dem Stummfilm galt:

Fritz Güttinger war wohl der letzte Zeitgenosse in unserm Land, der noch aus eigenem Erleben kompetent über den Stummfilm zu sprechen wusste. Diese Erinnerung verband sich mit einem ungeheuren archivarischen Fleiss, der ihn Zeitungen und Zeitschriften Tag um Tag und über Jahrzehnte hinweg durcharbeiten liess. Und sie konnte sich auf eine der bedeutendsten privaten Sammlungen mit Büchern, Zeitschriften, Plakaten, Filmen und unermesslichen Beständen von Photographien aus der Zeit und zur Geschichte des Stummfilms stützen. (NZZ-Redaktion [che] 1992: 65)

Güttingers ästhetisches Verständnis des Stummfilms als sinnliche Erfahrung beeinflusste die Filmwissenschaft in Deutschland und der Schweiz (vgl. Cosandey 2008). Für seine größte Leidenschaft „war Güttinger […] auch schon ganz pragmatisch eingetreten: als Professor an der Kantonsschule Winterthur hatte er durchgesetzt, daß Film auch im Abitur als Prüfungsgegenstand gewählt werden durfte“ (Becker 1993: 100). Seiner intensiven Beschäftigung mit dem Film sind nicht nur unzählige Artikel in Tageszeitungen wie der Neuen Zürcher Zeitung, dem Bund und der Tat, sondern auch drei Buchveröffentlichungen entsprungen: Kein Tag ohne Kino (1984), Der Stummfilm im Zitat der Zeit (1984) und Köpfen Sie mal ein Ei in Zeitlupe! (1992). In einem seiner letzten Beiträge für die NZZ, einer Rezension des Romans Der Kinoerzähler (1990) von Gert Hofmann, weist Güttinger zum einen nach, dass der Titel aus historischen und terminologischen Gründen Der Kinoerklärer hätte lauten sollen, und zum anderen, dass es nicht der Tonfilm gewesen war, der den „Erklärer“ aus den Kinos verdrängte, sondern die Programmhefte (Güttinger 1991: 65).

Güttinger war ein Gelehrter alten Schlages: „[…] der Schreibende [hat] keine schöneren Manuskripte als die von F. G. auf der immer gleichen alten Maschine getippten erhalten – die raren Tippfehler fein säuberlich mit dem korrekten einzelnen Buchstaben überklebt. Präzisionsarbeiten in jeder Hinsicht“ (NZZ-Redaktion [che] 1992: 65). Zeitzeugen schätzten an ihm seine „unprätentiöse, im Zweifelsfall dem Understatement zuneigende Ausdrucksweise“, seine „fein[e] Ironie, die doch im Anstand und in der Höflichkeit ihr oberstes Gebot sah“, „die Gabe der anschaulichen und witzigen Formulierung“, „die reiche Bildung, die Genauigkeit, das Lächelnd-Nüchterne, den kritischen Humor“.17Siehe NZZ-Redaktion [che] 1992: 65; Becker 1993: 100; Güttinger 1966a: Klappentext. Auf der Grundlage dieser Eigenschaften, Fähigkeiten und Charaktermerkmale, und einer ihm als Privileg bewussten ruhigen, aber gesicherten Existenz im Schweizer Schuldienst schuf der mit Thornton Wilder befreundete18Laut seinem Brieffreund Becker war es ein Spaziergang um den Zürichsee mit Fritz Güttinger, der Thornton Wilder zu seinem Theaterstück Our Town (dt. Unsere kleine Stadt) inspirierte: „Grover’s Corner[s], die typische amerikanische Kleinstadt, ist also in der Schweiz entstanden“ (Jay 2024). übersetzende und forschende Pädagoge ein bemerkenswertes translatorisches und philologisches Oeuvre.

Fritz Güttinger starb am 21. Mai 1992 in seiner Geburtsstadt Zürich. Sein Vermächtnis wirkt bis heute nach.

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Danksagung: Der Verfasser bedankt sich bei Beat Scherrer und Ines Flammarion für die Bereitstellung des abgebildeten Güttinger-Porträts und ihre Hilfe bei der Einholung der Reproduktionsrechte. Ein großes Dankeschön auch an Max Baracchi für die Zusendung seines über die Fernleihe nicht bestellbaren Erinnerungsbands und an Daniel Göske für seine Unterstützung bei der Recherche.

Anmerkungen

  • 1
    Wie eine vom Rektor der Schule in Auftrag gegebene, auf den 1. Juni 1992 datierte und am 3. Juni 1992 in der NZZ veröffentlichte Todesanzeige beweist, war „Prof. Dr. Fritz Güttinger“ in Winterthur für „die Fächer Englisch und Deutsch“ zuständig (Siegrist 1992: 61). Dass er in sämtlichen Nachschlagewerken und Nachrufen ausschließlich als Englisch-Lehrer geführt wird, ist einigermaßen erstaunlich.
  • 2
    Jens-Peter Becker, der 36 Jahre lang am Englischen Seminar der Universität Kiel als Dozent tätig war, lernte Güttinger bei der Vorbereitung einer von Joachim Kruse im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum organisierten Sonderausstellung zum Thema „Illustrationen zu Melvilles Moby-Dick“ (18.6.–19.9.1976) kennen, was zu einer fünfzehnjährigen Brieffreundschaft führte. Unter dem Pseudonym Jay zeichnet der pensionierte Anglist als Alleinautor für den mit über sieben Millionen Aufrufen (Stand: April 2026) erfolgreichsten deutschsprachigen Kulturblog SILVAE verantwortlich. In einem Beitrag vom 18. September 2010 beschäftigt sich Becker ausführlich mit dem Leben und Schaffen Güttingers (siehe Jay 2010).
  • 3
    Vgl. die einen Tag früher erschienene Kurzmeldung „Max Geilinger-Preis für Fritz Güttinger“, in der betont wird, dass sowohl die Stiftung als auch der von ihr zum ersten Mal vergebene Preis der Vertiefung der „literarischen Beziehungen zwischen England und der Schweiz“ dient (NZZ-Redaktion [ag] 1969: 27). Vgl. ebenso Hans-Ulrich Rübels Laudatio auf Fritz Güttinger (25. Oktober 1969) in Die Preisträger der Max-Geilinger-Stiftung, 1969–1978: Fritz Güttinger, Fritz Senn, Elisabeth Schnack, Ilse Leisi, Hans Heinrich Meier (1980), die Einblicke in das Schaffen des Geehrten gewährt, aber so gut wie keine Informationen über Güttingers Leben enthält (siehe Rübel 1980: 9–13).
  • 4
    Güttingers erste veröffentlichte Übersetzung war Joachim Kruse zufolge die deutsche Version von Vardis Fishers historischem Roman Children of God (1939), In der Wüste ein Reich: Der Roman des Mormonenvolks (1941) (Kruse 1976: 100). Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek wird hingegen die Übertragung von Adlers How to Read a Book als früheste Güttinger-Publikation geführt.
  • 5
    Die Kontroverse um Friedhelm Rathjens bereits 1991 in Auftrag gegebene und 1993 vollständig vorliegende Moby-Dick-Übersetzung gehört zum Spannendsten, was die neuere Übersetzungsgeschichte zu bieten hat, und verdient deshalb einen eigenen Sachartikel in UeLEX. Die mit unnötiger Polemik geführte Diskussion führte zu einem Herausgeber-Wechsel im Hanser Verlag und der separaten Veröffentlichung der Rathjen- und der Jendis-Version. Grundlage der Debatte um die Neuübersetzung von Moby-Dick ist der immerwährende Streit um die Vor- und Nachteile verfremdenden Übersetzens à la Schleiermacher und Venuti. Zur Kritik an der Rathjen-Übersetzung siehe Göske 2001 und 2006, Zimmer 2001b und Seeger-Vollmer 2021; Plädoyers für Rathjens Ansatz (u.a. von Norbert Wehr und Paul Ingendaay) begleiten sämtliche Editionen seiner Übersetzung (2001, 2004 und 2016). Rathjens programmatische Nachworte – „Fährendienste: Öffentliche Erinnerungen und Bekenntnisse eines selbstgerechten Übersetzers“ (Rathjen 2001: 127–137) und „Wie ich Herman Melvilles Moby-Dick neu übersetzt habe“ (Rathjen 2004: 947–958; 2016: 895–909) – haben seinem Ruf eher geschadet als genutzt (vgl. die nicht wirklich faire, aber effektive Parodie in Seeger-Vollmer 2021: 5).
  • 6
    Siehe Göske 1988, 1990, 1991, 2001, 2006, 2014 und 2015 im Quellenverzeichnis.
  • 7
    Dieter E. Zimmer rechnet Güttingers Moby Dick zum „Typ der paraphrasierenden Übersetzung“ (2001a: L3). Für die Zusendung einer elektronischen Version der Printfassung von Zimmers Beitrag bedankt sich der Verfasser bei Dipl. Arch. Axel Schuster, Abteilung für Archiv und Datenschutz, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Hamburg.
  • 8
    „Die ersten vierzig Seiten – wissenschaftlich einwandfreie Trennung zwischen gelehrter und lebendiger Übersetzung, sehr eindringlich, objektiv und überzeugend. Der Rest – interessante persönliche Erfahrungen, retrospektive Vorschläge und persönliche Meinungen […], sehr lehrreich für den Nachwuchs“ (VDÜ 1964: 4).
  • 9
    „Wie kann man eine Übersetzung beurteilen, ohne davon mehr als zwei oder drei Seiten zu lesen, und ohne diese mit dem Original vergleichen zu müssen? Es gibt da eine einfache Stichprobe. Man braucht sich nur zu fragen, welches die im Deutschen häufigsten Wörter sind, die es in der andern Sprache nicht gibt, und man hat ein Mittel, um festzustellen, ob eine Übersetzung etwas taugt oder nicht. In einer am Wort klebenden Übersetzung werden sich diese Wörter nicht finden, weil sie in der Vorlage nicht vorhanden sind. Die fehlenden Wörter lassen erkennen, ob der Übersetzer Deutsch kann und somit die erste Voraussetzung erfüllt, die für eine gute Übersetzung gegeben sein muss“ (Güttinger 1963: 143; ohne die ersten beiden Sätze und etwas ungenau [„anderen“ statt „andern“; „muß“ statt „muss“] zitiert in Reiß 1971: 19).
  • 10
    Vgl. Hönig und Kußmaul, Strategie der Übersetzung (1982: 134) und Hönig, Konstruktives Übersetzen (1995/97: 167–169).
  • 11
    Die Bereitschaft, sich unbeliebt zu machen, verbindet Güttinger mit Zimmer, der die Übertragung durch Möckli-von Seggern (allerdings nach deren Ableben) als Beispiel dafür bringt, „dass man nicht übersetzen kann, was man nicht verstanden hat“ (Zimmer 2001a: L3).
  • 12
    Im Anschluss erläutert der Autor den Unterschied im Gefühlswert zwischen „hyena“ im Englischen („das Tier, das lacht“) und „Hyäne“ im Deutschen: „Füchse sind schlau, Hunde sind treu, Esel sind störrisch, im Englischen wie im Deutschen; was für eine Eigenschaft aber verkörpert die Hyäne? ‚Gier, die keine Achtung kennt‘, meint der Sprach-Brockhaus und denkt wohl an die Weiber, die zu Hyänen werden […]“ (Güttinger 1963: 128).
  • 13
    Dass es sich bei Rathjens Neuübersetzung, allein schon aufgrund der investierten Lebenszeit, um eine große Leistung handelt, steht trotz der Schärfe der Debatte außer Zweifel. Der Idealfall wäre eine komplementäre Lektüre der Jendis-, Rathjen- und Original-Version: „Am Ende möchte man den ‚Moby-Dick‘ von Göske und Jendis als Vorspeise auf die Karte setzen, eine ordentliche originalsprachliche Ausgabe als Hauptgang und Rathjens Text als experimentelles Dessert. Der geneigte Leser mag daraufhin den Gott, an den er glaubt, um ausreichende Lesezeit bitten“ (Freund 2001).
  • 14
    Das „Zitatengespräch“ war einer von Güttingers bevorzugten Formaten intellektueller Auseinandersetzung. Vgl. Güttinger 1990: 99–115.
  • 15
    Zu den am häufigsten zitierten Geistesgrößen in Güttingers Zielsprache zählen Benjamin, Goethe, J. Grimm, Heine, Herder, v. Humboldt, Jean Paul, S. Johnson, Lessing, Luther, Nietzsche, Ortega y Gasset, Schiller, Schleiermacher und Schopenhauer.
  • 16
    Güttingers für die Zeit repräsentative Theorie-Skepsis stellt eine weitere Parallele zu Dieter E. Zimmer dar, der sich in einem für die VDÜ-Zeitschrift Der Übersetzer erweiterten ZEIT-Artikel mit dem schönen Titel „Stetige Bumser im Rücken“ (1993) wie folgt äußerte: „‚Übersetzungstheorie‘ ist ein großes Wort, und die meisten werden abwinken, zu Recht. Letzte Begründungen, aus denen sich allgemeine operative Regeln ableiten lassen, sind auf diesem Gebiet nicht zu haben“ (Zimmer 1993: 23; vgl. Hönig 1995/97: 22).
  • 17
    Siehe NZZ-Redaktion [che] 1992: 65; Becker 1993: 100; Güttinger 1966a: Klappentext.
  • 18
    Laut seinem Brieffreund Becker war es ein Spaziergang um den Zürichsee mit Fritz Güttinger, der Thornton Wilder zu seinem Theaterstück Our Town (dt. Unsere kleine Stadt) inspirierte: „Grover’s Corner[s], die typische amerikanische Kleinstadt, ist also in der Schweiz entstanden“ (Jay 2024).

Quellen

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Cosandey, Roland (1993): Das Kabinett des Liebhabers. In memorian Fritz Güttinger (1907-1992). In: Kessler, Frank; Lenk, Sabine; Loiperdinger, Martin (Hg.): Früher Film in Deutschland. KINtop. Jahrbuch zur Erforschung des frühen Films 1. Basel: Stroemfeld/Roter Stern, S. 100–102. Online unter: https://mediarep.org/server/api/core/bitstreams/6a928701-0e73-42c4-94f3-e051b2beabe8/content (letzter Aufruf: 4. April 2026).
Cosandey, Roland (2008): Fritz Güttinger. [Übersetzung aus dem Französischen: Elmar Meier]. In: Historisches Lexikon der Schweiz, 18. März 2008. Online unter: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028579/2008-03-18/ (letzter Aufruf: 4. April 2026).
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NZZ-Redaktion [che] (1992): „Nicht ganz ohne Film“: Zum Tod von Fritz Güttinger. [Nachruf.] In: Neue Zürcher Zeitung, 5. Juni 1992, S. 65 (Film).
Rathjen, Friedhelm (2001): Fährendienste: Öffentliche Erinnerungen und Bekenntnisse eines selbstgerechten Übersetzers. In: Rathjen, Friedhelm (Übers.): Die Weiße des Wals: Herman Melville, Moby-Dick; oder: Der Wal, Kapitel XXIV–LII. Deutsch von Friedhelm Rathjen. Herausgegeben von Norbert Wehr in Zusammenarbeit mit Paul Ingendaay und Hermann Wallmann. Schreibheft: Zeitschrift für Literatur, Jg. 57 (2001), S. 127–137.
Rathjen, Friedhelm (2004): Wie ich Herman Melvilles Moby-Dick neu übersetzt habe. In: Rathjen, Friedhelm (Übers.): Herman Melville, Moby-Dick; oder: Der Wal. Deutsch von Friedhelm Rathjen. Mit 269 Illustrationen von Rockwell Kent. Herausgegeben von Norbert Wehr. Frankfurt: Zweitausendeins, S. 947–958.
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Reiß, Katharina (1971): Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzungskritik: Kategorien und Kriterien für eine sachgerechte Beurteilung von Übersetzungen. München: Max Hueber.
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Saur, K. G. (2011): Güttinger, Fritz. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie Online, 2011. Online unter: https://www.degruyter.com/database/DBE/entry/dbe.4-1054/html [Uni-Netz] (letzter Aufruf: 4. April 2026).
Seeger-Vollmer, Jutta (2021): Schwer lesbar gleich texttreu? Wissenschaftliche Translationskritik zur Moby-Dick-Übersetzung Friedhelm Rathjens. Berlin: Frank & Timme.
Siegrist, Th. [für die Kantonsschule Im Lee Winterthur] (1992): Todesanzeige […] Prof. Dr. Fritz Güttinger. In: Neue Zürcher Zeitung, 3. Juni 1992, S. 61.
VDÜ (1964): Der Übersetzer: Diskussionsbeiträge und Informationen. Herausgegeben vom Verband Deutscher Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e. V. Jg. 1 (10. Juni 1964), Nr. 1, S. 1–4.
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Wikipedia (2025): Fritz Güttinger. [Letzte Bearbeitung: 22. Februar 2025]. Online unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_G%C3%BCttinger (letzter Aufruf: 4. April 2026).
Zimmer, Dieter E. (2001a): Adolf Atta Ahab – Vor 150 Jahren erschien Herman Melvilles Roman „Moby-Dick“. Nach langem Streit gibt es jetzt zwei neue Übersetzungen. Welche ist besser? In: DIE ZEIT / Literaturbeilage, Nr. 47, 15. November 2001, S. L3.
Zimmer, Dieter E. (2001b): Moby-Dick und seine Übersetzer. [Manuskriptfassung von Adolf Atta Ahab (Zimmer 2001a)]. Online unter: http://www.d-e-zimmer.de/HTML/2001melville.htm (letzter Aufruf: 4. April 2026).

Zitierweise

Schmidt, Klaus H.: Fritz Güttinger, 1907–1992. In: Germersheimer Übersetzerlexikon UeLEX (online), 18. April 2026.
BeschreibungFritz Güttinger, ca. 1967. Mit freundlicher Genehmigung der Pro Helvetia (©) und der Schweizerischen Nationalbibliothek, Graphische Sammlung: Sammlung Fotoporträts.
Datum17. April 2026
Fritz Güttinger, ca. 1967. Mit freundlicher Genehmigung der Pro Helvetia (©) und der Schweizerischen Nationalbibliothek, Graphische Sammlung: Sammlung Fotoporträts.

Bibliographie (Auszug)

Übersetzungen (Buchform)

Übersetzungen (Zeitschriften, Anthologien)

Herausgeberschaften

Originalwerke

Sekundärliteratur

Detaillierte Bibliographie