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Elisabeth Göhlsdorf, 1890–1956

1890 (Deutsches Reich) - 1956 (Bundesrepublik Deutschland)
Original- und Ausgangssprache(n)
Dänisch, Französisch, Isländisch, Schwedisch
Schlagworte
Übersetzerisches ProfilAuch-Übersetzer, DDR-Übersetzer Übersetzte GattungenDramen, Erzählungen, Hörspiele, Märchen, Romane, Sachtexte Sonstige SchlagworteExil (NS-Zeit), Island (Exil)

Elisabeth Göhlsdorf wurde 1890 geboren, so erfährt man es von der Ausländerbehörde in Reykjavik, allerdings ohne Angabe des Geburtsortes. Sie war wohl eine Übersetzerin, zumindest sind Anfang der 1930er und 1950er Jahre Übersetzungen unter ihrem Namen erschienen. Es wurde allerdings bezweifelt, ob die Übersetzungen wirklich immer von ihr stammten. In Deutschland blieb sie unbekannt. In Island jedoch erweckte sie Aufmerksamkeit. Danielle Maybee (2015) entdeckte in den digitalen Archiven isländischer Zeitungen (Timarit.is) für den Zeitraum 1935 bis 2012 271 Mal den Namen Göhlsdorf. Denn in Island verbrachte Göhlsdorf 15 Exiljahre, obwohl auch ihr Weg ins Exil seltsam war.

Bekannt wurde sie in Island zunächst durch ihre Beziehung mit dem Dichter Jóhann Jónsson. Elisabeth Göhlsdorf kam 1935 mit seiner Urne nach Island. 1950 ging sie zurück nach Deutschland, in die DDR, mit dem großen Plan, als Übersetzerin der Werke von Halldór Laxness eine neue Existenz zu begründen. Dieses Vorhaben scheiterte. Gestorben ist sie in Westdeutschland, 1956, vermutlich in Ravensburg oder in Aulendorf.

Über ihre Kindheit und Jugend und die Erwachsenenjahre bis 1925 ist so gut wie nichts bekannt. Sie soll als Schauspielerin und Rezitatorin gearbeitet haben, auch als Sprecherin für das Radio, vielleicht sogar als Regisseurin. Und sie hatte eine Tochter, Erika Rieck, die 1956 eine Nachricht über den Tod ihrer Mutter an Halldór Laxness geschickt hat, den isländischen Schriftsteller und Nobelpreisträger von 1955.

Elisabeth Göhlsdorf und Jóhann Jónsson

Jóhann Jónsson (Jg. 1896) galt und gilt als eine der großen unerfüllten Hoffnungen der isländischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Zu seinen Lebzeiten hat er kaum etwas veröffentlicht, aber man verehrte ihn als „Verkörperung der Dichtung“ (Laxness). Er wuchs in ärmsten bäuerlichen Verhältnissen auf und musste als Kind schwer arbeiten. Früh erkrankte er an Tuberkulose. Aber er wollte studieren und ging 1921 nach Leipzig, wo er sich an der Philosophischen Fakultät für Germanistik einschrieb. 1925 lernte er, möglicherweise auf einer Lesung, Elisabeth Göhlsdorf kennen. Die beiden wurden ein Paar. Über Jónsson kam Göhlsdorf in Kontakt zu Laxness, der seinen etwas älteren Freund Jónsson oft in Leipzig besuchte. Dort schrieb Laxness 1931 an seinem Roman Salka Valka und plante schon den nächsten großen Roman, Sein eigener Herr. Anfang der 30er Jahre lasen Göhlsdorf und Jónsson aus Büchern von Laxness und Gunnar Gunnarsson im Leipziger Rundfunk.

Bei der Frage, wer die Texte von Gunnar Gunnarsson ins Deutsche gebracht hat, wird es kompliziert. Jónsson bekam den Auftrag, Gunnarssons Roman Jon Arason in Deutsche zu bringen. Gunnarsson war zwar Isländer, aber er schrieb seine Bücher auf Dänisch. Im Deutschland der 1930er Jahre wurde er so berühmt, dass er sogar einmal Hitler besuchen durfte, wie es auch Knut Hamsun geschah. Göhlsdorf behauptete in einem Brief an Gunnarsson, dass sie Jóhan Jónsson bei der Übersetzung von Jon Arason geholfen, sie eigentlich auch fertiggestellt habe. Jónsson wiederum klagte in einem Brief, dass es mit der Übersetzung schwierig gewesen sei, auch sehr teuer, weil (angeblich auf seine Kosten) viermal Korrektur gelesen werden musste. Der 418 Druckseiten starke Roman erschien 1932 im Münchener Albert Langen Verlag mit der Angabe „Einzige berechtigte Übersetzung aus dem Dänischen von Jóhann Jónsson“.

Halldór Laxness berichtete 1932 in einem Brief aus Leipzig, dass Jónsson im Bett liegend für Elisabeth Göhlsdorf Übersetzungen von Gunnarsson-Werken vorgelesen habe. Es muss sich um die Novellen Der Königssohn und Der Knabe gehandelt haben, die beide für den Insel-Verlag bestimmt waren. Halldór Guđmundsson vertritt in seiner Laxness-Biografie die Auffassung, dass die beiden gemeinsam an beiden Übersetzungen gearbeitet haben. Im verlegerischen Peritext wird jedoch die eine (Der Königssohn, 1932) ausschließlich als Jónsson-Übersetzung ausgewiesen, die andere (Der Knabe, 1933) als Göhlsdorf-Übersetzung.

In zahlreichen Briefen an Gunnarsson hat Göhlsdorf in den Jahren 1930 bis 1934 ihre Zusammenarbeit mit Jónsson beschrieben. Sie hätten von Anfang an gemeinsam übersetzt, wobei sie rasch Dänisch gelernt habe. Ungehalten reagierte sie auf Fragen nach dem Ursprung einzelner Übersetzungen, sie sei an allen betreiligt gewesen und Der Knabe habe sie allein übersetzt. Aus ihren Briefen geht ferner hervor, dass sie auch mit Bearbeitungen von Gunnarssons Werken für Hörspiele befasst war, eines (Die Füchse) habe sie zusätzlich selbst übersetzt und auch die dänische Originalfassung für das Hörspiel eingerichtet.

Den zu Anton Kippenberg vom Insel-Verlag entstandenen Kontakt nutzten Jónsson und Göhlsdorf 1932 auch für ein weiteres Vorhaben. Erneut wollten sie gemeinsam übersetzen: den ersten Band von Salka Valka. Mit Laxness wurde ein Vertrag (sein erster Übersetzungsvertrag überhaupt!) geschlossen (vgl. Gudmundsson 2007: 327), aber durch Jóhann Jónssons Tod im Spätsommer 1932 und die Machtergreifung der Nazis im Januar 1933 scheiterte das Vorhaben. Fast 20 Jahre lang wurde es in der deutschsprachigen Welt still um Laxness – mit einer winzigen Ausnahme: 1936 erschien im Leipziger Zinnen-Verlag sein Roman Der Freisasse, der erste Teil von Sein eigener Herr, übersetzt angeblich von Eleonore Voeltzel, was allerdings ein Pseudonym war, benutzt von dem im dänischen Exil lebenden Jack London-Übersetzer und einstigen Vorsitzenden des Bundes deutscher Übersetzer Erwin Magnus.

Göhlsdorf im isländischen Exil

Göhlsdorf hatte vor 1933 Kontakte zu sozialdemokratischen Kreisen und auch darum mag sie sich an Halldór Laxness gewandt haben mit der Bitte, ihr bei der Ausreise nach Island zu helfen. Sie wolle die Asche ihres Geliebten Jóhann Jónsson an dessen Geburtstätte bringen, da es unlängst verboten worden sei, sterbliche Überreste zu Hause aufzubewahren, aber sie habe nicht das Geld für die Überfahrt. Laxness schrieb umgehend an den Ministerpräsidenten, Hermann Jónasson, der glücklicherweise ein Schulkamerad sowohl von Laxness wie des in Leipzig verstorbenen Schriftstellers war. Göhlsdorf erhielt die Einreise- und Aufenthaltsgenehmigung und kam mit der Asche ihres Geliebten 1935 auf dem Frachter Brúarfoss nach Reykjavík.

Göhlsdorf blieb 15 Jahre lang in Island, verließ in dieser Zeit wohl nur einmal ihr Exilland.1Als Exilland für die Jahre der Nazi-Herrschaft ist Island bisher kaum wahrgenommen worden, auch in Island selbst nicht. Lediglich zur Exilantin Melitta Urbancic, geb. Grünbaum (1902-1984) und ihrer in Island entstandenen Dichtung gibt es eine Veröffentlichung (Kristmannsson 2014). Ansonsten wurde erst durch die von Ana Victoria Bruno und Becky Forsythe kuratierte Ausstellung Unheard of in Reykjavík im August 2021 an jene vielen Verfolgten erinnert, die 1938/39 vergeblich versucht haben, von Berlin oder Prag aus nach Island zu gelangen, dann aber im Holocaust umgekommen sind (vgl. Cohen 2021). Den Lebensunterhalt bestritt sie mit Rezitationsveranstaltungen (Goethe, Schiller, Heine), mit Privatunterricht für die Fremdsprachen Deutsch und Englisch sowie mit kleineren Unterstützungszahlungen aus sozialistischen Kreisen. Sie führte 1937 Regie bei der Aufführung eines Stücks von Walter Hackett, schrieb das Theaterstück Judith nach einer Erzählung des schwedischen Schriftstellers Hjalmar Bergman, das im isländischen Rundfunk aufgeführt und 1940 auch auf Isländisch veröffentlicht wurde (Göhlsdorf 1940).

Sie war, ausweislich ihrer Briefe, kein sehr umgänglicher Mensch, aber Jónssons Freunde haben zu ihr gehalten, nicht zuletzt Halldór Laxness, der auf dem Weg zum Ruhm war. Er unterstützte mit Empfehlungsschreiben 1946 und 1948 ihre Anträge auf Erteilung der isländischen Staatsbürgerschaft mit Hinweisen u.a. auf ihre guten Isländisch-Kenntnisse. Die Anträge wurden abgelehnt, da die isländische Staatsbürgerschaft allenfalls noch Skandinaviern zuerkannt werden sollte.

Zurück im geteilten Deutschland

1950 verließ Göhlsdorf Island. Sie ging in die DDR, nach Berlin. Dort versuchte sie, als Übersetzerin an ihre Erfahrungen aus der Zeit der Weimarer Republik anzuknüpfen. Dem Dietz-Verlag schlug sie vor, den Roman Salka Valka von Halldór Laxness zu übersetzen. Der DDR-Verlag kontaktierte den Autor und der war natürlich sehr angetan von der Vorstellung, endlich auch auf dem deutschen Buchmarkt präsent zu sein. Rasch war der Vertrag für Salka Valka unter Dach und Fach und die eifrige Übersetzerin bot eine weitere Arbeit an, die Übersetzung eines Romans, den sie Atomzentrale nannte und der später unter dem Titel Atomstation Furore machen sollte. Zu Beginn lief alles ganz glatt, Laxness schloss einen Vertrag mit Dietz, der auch seine Romane Islandglocke und Sein eigener Herr abdeckte. Doch dann wurde die Sache wieder einmal äußerst kompliziert:

Erstens: Laxness bemerkte schnell, dass sein Vertrag mit Dietz das gesamte deutsche Sprachgebiet betraf, der Verlag seine Bücher aber nicht in der Bundesrepublik verkaufen durfte. Der Ostberliner Verlag versuchte das Problem zu lösen. Man kontaktierte Peter Suhrkamp und seinen neu gegründeten Verlag in Frankfurt am Main und schließlich auch Ernst Rowohlt, der dann in den nächsten Jahren die meisten Bücher von Laxness in Westdeutschland verlegen sollte.

Zweitens: Auch wenn die Ost-West-Probleme gelöst erschienen, ergaben sich im Dietz-Verlag weitere Schwierigkeiten. Nachdem Göhlsdorfs Übersetzung im Verlag eingetroffen war, entdeckte man im Typoskript hier und da sowjetfeindliche Botschaften – und das in einem Roman, der doch von einem bekennenden Stalinisten geschrieben worden war, der sogar 1938 dem Prozess gegen Bucharin Beifall gezollt hatte.2Halldór Guđmundsson (2007: 439f.) erklärt das Verhalten von Laxness auch damit, dass seinerzeit gleich zwei sowjetische Verlage die Rechte von Sein eigener Herr gekauft hatten.Vielleicht – so mögen die Leute im Verlag gedacht haben – war die Übersetzerin schuld. Aber Laxness übernahm die Verantwortung für die problematischen Romanpassagen, er entschuldigte sich für sie und machte Dietz ein erstaunliches Angebot:

Lieber Herr Schälike, Salka Valka enthält zweifelsohne manchen ideologischen Fehler, ich habe das Buch als ein sehr junger und wenig geschulter Mensch geschrieben; aber ich hoffe, diese Fehler können ohne größere Operation beseitigt werden. Kurz nach Empfang Ihres letztes [sic!] Briefes habe ich an Sie telegrafiert: „bitte kategorisch alles streichen, was sowjetfeindlich und pronazistisch auszulegen wäre. Bücher unterwegs.“

Drittens: Göhlsdorf scheint es sich mit dem Dietz-Verlag bald verscherzt zu haben. Sobald man im Verlag von Laxness die skandinavischen Übersetzungen seiner Romane erhalten hatte, kam Kritik an Göhlsdorf auf. Ihre zweite Übersetzung hatte sie zu diesem Zeitpunkt schon abgeliefert, doch gedruckt wurde sie nie. Auch wurde ihre Aufenthaltserlaubnis nicht mehr erneuert und sie wurde sogar – eine seltene Ausnahme, vermutlich! – von den DDR-Behörden in den Westen ausgewiesen. In einem Brief an seine Frau schrieb Laxness:

Sie hat es zustande gebracht, sich mit Polizeigewalt aus Ostdeutschland vertreiben zu lassen; es ist kaum zu fassen, für welche Grande Dame sie sich hält und in welche Schwierigkeiten sie sich dadurch zugleich selbst bringt. (Zit. n. Gudmundsson 2007: 622)

Viertens: Mit Göhlsdorfs Übersetzung von Salka Valka scheint etwas nicht zu stimmen. Es wurde behauptet, dass der Text direkt aus dem Isländischen ins Deutsche gebracht worden sei. Martin Ringmar, ein Experte für das Thema Salka Valka und das indirekte Übersetzen, kam zu dem Schluss:

After checking for omissions etc. in the relevant texts, I now know that the first German translation depends heavily, although not exclusively, on the Danish version.

Ringmars Urteil wird man trauen dürfen, aber es bleiben offene Punkte: a) klar ist, dass der Dietz-Verlag von Laxness explizit autorisiert war, die deutsche Ausgabe zu ändern. Vielleicht hat man im Verlag auf der Basis der dänischen Ausgabe gekürzt oder man hat geglaubt, dass alles, was es in dieser dänischen Version – die übrigens von Gunnar Gunnarsson stammte – nicht gibt, von Göhlsdorf hinzugefügt worden sei; b) klar ist ferner, dass Jóhann Jónsson bereits Anfang der 1930er Jahre in Leipzig mit der Übersetzung von Salka Valka ins Dänische begonnen hatte und dass niemand weiß, wie weit er mit dieser Arbeit zum Zeitpunkt seines Todes bereits gekommen war; c) schließlich bat Laxness in einem seiner ersten Briefe an den Dietz-Verlag um Entschuldigung, dass er nicht das isländische Original habe schicken können, da sein eigenes Exemplar ihm abhanden gekommen und das Buch völlig vergriffen sei, nicht einmal antiquarisch könne er es auftreiben. Vielleicht also musste Göhlsdorf in der DDR gezwungenermaßen die dänische Ausgabe als Mittlerversion benutzen. Ihre 450 Bände umfassende Privatbibliothek, in der es vermutlich alle Laxness-Ausgaben im Original gab, hatte sie in Reykjavík zurückgelassen; sie hatte sie der Nationalbibliothek geschenkt.

Fünftens: Vielleicht gibt es auch eine ganz andere (Teil-)Erklärung dafür, dass Elisbeth Göhlsdorf als Übersetzerin aus dem Feld geschlagen wurde. Denn durch die westdeutschen Verlage kam ein resoluter Übersetzer ins Spiel, der in der Folge alle Laxness-Titel an sich riss: Ernst Harthern. Er wurde in den 50er Jahren zum Hauptübersetzer von Laxness, auch wenn sein Isländisch zu wünschen ürbig ließ.3Nachdem der Steidl Verlag die Werke von Laxness übernommen hatte, wurden die meisten Titel von Hubert Seelow neu und direkt aus dem Isländischen übersetzt.

Nach ihrer Ausweisung aus der DDR lebte Göhlsdorf in Ravensburg. Dort gab es ihre Tochter, Erika, von der in all ihren Briefen nie die Rede war. Sie hatte einen Mann namens Josef Rieck geheiratet, der in Aulendorf eine Buchhandlung betrieb, die es immer noch gibt. Die letzten Briefe von Laxness an Göhlsdorf waren an diese Buchhandlung adressiert. Er hat also den Kontakt zu ihr gehalten, auch wenn er für ihre Arbeit als Übersetzerin nichts mehr tun konnte. Er hat sie auch in Westdeutschland besucht und in einem Brief vom November 1955, also kurz nach Bekanntmachung der Nobelpreis-Zuerkennung, erwähnte er ein Foto von sich und ihrer Tochter. Vielleicht ist Erika Rieck im Dezember 1955 nach Stockholm gereist, um stellvertretend für ihre Mutter mitzufeiern. 1956 starb Elisabeth Göhlsdorf und ihre Tochter schickte Laxness die Todesanzeige.

Summa:

Elisabeth Göhlsdorf geht aus dieser Übersetzungsgeschichte als Verliererin hervor. Vielleicht wegen ihres Geschlechts, vielleicht wegen ihrer politischen Überzeugungen (Sozialdemokraten waren auch in der DDR nicht beliebt), vielleicht wegen ihres Charakters, vielleicht wegen ihrer übersetzerischen (Un-)Fähigkeiten. Zumindest der letzte Punkt sollte durch weitere Studien geklärt werden.

Anmerkungen

  • 1
    Als Exilland für die Jahre der Nazi-Herrschaft ist Island bisher kaum wahrgenommen worden, auch in Island selbst nicht. Lediglich zur Exilantin Melitta Urbancic, geb. Grünbaum (1902-1984) und ihrer in Island entstandenen Dichtung gibt es eine Veröffentlichung (Kristmannsson 2014). Ansonsten wurde erst durch die von Ana Victoria Bruno und Becky Forsythe kuratierte Ausstellung Unheard of in Reykjavík im August 2021 an jene vielen Verfolgten erinnert, die 1938/39 vergeblich versucht haben, von Berlin oder Prag aus nach Island zu gelangen, dann aber im Holocaust umgekommen sind (vgl. Cohen 2021).
  • 2
    Halldór Guđmundsson (2007: 439f.) erklärt das Verhalten von Laxness auch damit, dass seinerzeit gleich zwei sowjetische Verlage die Rechte von Sein eigener Herr gekauft hatten.
  • 3
    Nachdem der Steidl Verlag die Werke von Laxness übernommen hatte, wurden die meisten Titel von Hubert Seelow neu und direkt aus dem Isländischen übersetzt.

Quellen

Cohen, Hannah Jane (2021): Iceland's Failure In The Holocaust, Remembered. In: The Reykjavík Grapevine, Issue 09-2021, S.11.
Gudmundsson, Halldór (2007): Halldór Laxness. Eine Biographie. Aus dem Isländischen von Helmut Lugmayr. München: btb Verlag.
Kreutzer, Gert (2000): Jóhann Jónsson: Ein isländischer Dichter in Deutschland. In: Folia Scandinavica Posnaniensia (Poznań) Vol.6, S. 5–23.
Kristmannsson, Gauti (2014): "Echo der Erinnerung". Melitta Grünbaum / Makarska / Urbancic. In: Urbancic, Melitta: Frá hjara veraldar / Vom Rand der Welt [Gedichte]. Ins Isländische übersetzt / íslenskað hefur Sölvi Björn Sigurðsson, herausgegeben von / ritstjóri Gauti Kristmannsson. Reykjavík: Stofnun Vigdísar Finnbogadóttur í erlendum tungumálum, Háskóla Íslands, S.193-216.
Laxness, Halldór (1976): Zeit zu schreiben. Biographische Aufzeichnungen. Mit einem Nachwort von Rolf Hädrich. Aus dem Isländischen von Jón Laxdal. München: Nymphenburger Verlagshandlung.
Maybee, Danielle Kristen (2015): Porträt einer Übersetzerin: Elisabeth Göhlsdorf. [Unveröffentlichte Hausarbeit für das Hauptseminar „Verlorenes Land – gewonnene Sprache? Übersetzer im Exil (in der Zeit des Nationalsozialismus)“, Arbeitsbereich Interkulturelle Germanistik am FTSK der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim, Sommersemester 2015].

Archiv

Nationalbibliothek, Reykjavík: Nachlass Gunnar Gunnarsson (Lbs. NF 100).

Zitierweise

Kristmannsson, Gauti: Elisabeth Göhlsdorf, 1890–1956. In: Germersheimer Übersetzerlexikon UeLEX (online), 20. November 2022.
BeschreibungElisabeth Göhlsdorf (Quelle: Útvarpstíđindi Jg. 3 (1940/41), H.2, X/1940, S.24)
Datum16. Dezember 2022
Elisabeth Göhlsdorf (Quelle: Útvarpstíđindi Jg. 3 (1940/41), H.2, X/1940, S.24)

Bibliographie

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